Frische Abluft gefragt

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Frische Abluft gefragt

Anlage zur thermischen Reinigung der lösemittelhaltigen Abluft bei Benecke-Kaliko Bild: Vattenfall
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Um seine lösemittelhaltige Abluft zu reinigen, hat der Automobilzulieferer Benecke-Kaliko eine Anlage installiert, die auf dem Verfahren der Regenerativ Thermischen Oxidation (RTO) basiert. Damit lassen sich Energiekosten deutlich senken.

Die Benecke-Kaliko AG aus dem Konzernverbund der Continental AG stellt technische und dekorative Kunststofffolien für die Innenausstattung von Kraftfahrzeugen her. Beim Bedrucken, Beschichten und Lackieren der Folienbahnen ist der Einsatz von Lösemitteln unverzichtbar: Sie tragen entscheidend zur Qualität bei. Allerdings entstehen Lösemittelemissionen, die arbeitsschutz- und umweltverträglich entsorgt werden müssen. Das bedeutet einen hohen Kostenaufwand.

Um hier wesentliche Einsparungen zu generieren, hat Benecke-Kaliko in seinem Eislinger Werk den Energiedienstleister Vattenfall Europe Contracting ins Boot geholt. Das Unternehmen errichtet, betreibt und optimiert die Nutzenergie- und Medienversorgungsanlagen, die Abluftreinigungsanlage und setzt Einsparmaßnahmen beim Nutzdampf um. Der Contractor aus Hamburg hat im Rahmen dieses ganzheitlichen Konzeptes zur Steigerung der Energieeffizienz auch verschiedene Alternativen der Lösemittelreinigung geprüft. Schnell ausgeschlossen werden konnten Recyclingverfahren zur Wiederverwertung zurück gewonnener Lösemittel in der Produktion, da sich diese nur bei homogenen Lösemitteln darstellen lassen. Auch eine thermische Verwertung flüssiger Lösemittelgemische durch Mitverbrennung im Kesselhaus kam nicht in Frage, da hierfür eine teure Ausrüstung erforderlich wäre. Biologische Verfahren wurden als Alternativen verworfen, weil die Lösemittelkonzentration mit 4 bis 12 g je Normkubikmeter hierfür bei Benecke-Kaliko zu hoch ist.
Als energetisch günstigste Alternative zur Reinigung der lösemittelhaltigen Abluft hat Vattenfall Europe Contracting das Prinzip der Regenerativ Thermischen Oxidation (RTO) empfohlen. „Das Grundprinzip des RTO-Verfahrens ist die vollständige Verbrennung der Lösemittel in die Reaktionsprodukte Wasser und Kohlendioxid“, erklärt Dipl.-Ing. Herbert Tost, Projektleiter von Vattenfall Europe Contracting. Sind weitere anorganische Bestandteile in der Abluft, verbrennen diese zu neuen Schadgaskomponenten. Die werden dann in nachgeschalteten Abgasreinigungsanlagen abgeschieden. Zur Oxidation der Lösemittel müssen Hilfsbrennstoffe wie Erdgas oder Heizöl bereitgestellt werden. Der thermische Wirkungsgrad des Verfahrens liegt bei 95 %.
„Insgesamt trägt das RTO-Verfahren dazu bei, dass wir die finanziellen Mehrbelastungen, die wir für die Einhaltung gesetzlicher Richtlinien aufwenden müssen, auf ein Minimum reduzieren können. Sowohl die Emissions- als auch die Schallgrenzwerte unterschreiten wir deutlich“, sagt Jörg Fröhlich, Werksleiter von Benecke-Kaliko.
Der Einsatz von RTO-Anlagen ist besonders dann effizient, wenn die Höhe der Lösemittel-Konzentration zu einer autothermen Betriebsweise führt. Dann kann die Stützenergie während des Reinigungsbetriebs komplett abgeschaltet werden. Ist die Konzentration dauerhaft hoch, lohnt die Investition in eine zusätzliche Wärmerückgewinnung: Aus dem heißen Reingas kann dann Wärme ausgekoppelt werden ohne den Einsatz von Hilfsbrennstoffen. Die Installation einer RTO-Anlage lohnt sich zudem besonders dann, wenn sie in ein Gesamtkonzept zur Modernisierung der Energieversorgungsanlagen eingebunden ist.
Dr. Doreen Siegfried Journalistin in Hamburg
Stützenergie kann abgeschaltet werden
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