Haas-Händler bearbeitet Teile fürs Formel-1-Team des Maschinenbauers Mit Vollgas in die ganze Welt

Haas-Händler bearbeitet Teile fürs Formel-1-Team des Maschinenbauers

Mit Vollgas in die ganze Welt

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Werkzeugmaschinen | Über die Formel 1 will Maschinenbauer Gene Haas seine Produkte in aller Welt bekannt machen. Um die anspruchsvollen Teile für den Rennwagen zu bearbeiten, setzt das F1-Team auf Maschinen aus der Produktion des Chefs.
Es war das erfolgreichste Debüt eines neuen Formel-1-Teams seit fast 15 Jahren. 2002 startete Toyota ebenfalls mit einem 6. Platz. Während der japanische Autobauer beim Folgerennen jedoch lediglich Platz 7 erreichte, durfte die Mannschaft von Werkzeugmaschinen-Hersteller Haas beim zweiten Rennen sogar Rang 5 feiern.
Beim Start des Projekts gab Team-Gründer Gene Haas die Order aus, die Rennmannschaft solle so effizient und clever agieren wie sein Unternehmen Haas Automation in Oxnard/Kalifornien, das in den rund 35 Jahren seit seiner Gründung zum größten Hersteller von Werkzeugmaschinen in Nordamerika aufgestiegen ist.
In den beiden Jahren vor dem Debüt hätte niemand damit gerechnet, dass das Team so schnell den Anschluss an die Motorsport-Elite schaffen würde. In diesen 24 Monaten haben Gene Haas und Team-Chef Günther Steiner aus einer Idee ein erstklassiges Rennteam geformt, das auf dem höchsten Niveau um die Plätze kämpft. Es wurden technische Partnerschaften geschmiedet, mehrere Standorte aufgebaut und ausgerüstet, Top-Ingenieure und -Mechaniker angestellt, ein Auto von Grund auf neu entworfen und zwei vielversprechende Fahrer angeworben.
„Wenn man von der Formel 1 spricht, weiß man genau, dass dieser Begriff für eine weltweite Rennserie steht, die in die neueste Technologie investiert und die besten Techniker und Konstrukteure anzieht“, sagt Haas. „Unsere Maschinen genießen in den USA insbesondere für ihre Zuverlässigkeit und Innovationen sowie für das gute Preis-Leistungsverhältnis einen hervorragenden Ruf.“ Sein Ziel sei es, dass der Name des Unternehmens auch weltweit einen guten Klang habe. „Indem ich Haas Automation vom Namen her und in der Praxis mit der Formel 1 verbinde, kann ich das Geschäft am besten ausbauen und eine globale Premium-Marke schaffen.“
Haas F1 ging sehr methodisch an das Saisondebüt heran. Als das Team Ende Februar seinen neuen Rennwagen in Barcelona testete, benötigte es diverse neue Teile fürs Auto und die Boxenausstattung. Um mit dem Boxenstopp-Training fortzufahren, hielt das Team unter anderem einige Änderungen an den Schlagschrauber-Nüssen für erforderlich. Außerdem wurden Komponenten für die Radmuttern am Rennwagen gebraucht, der in Anlehnung an die Typbezeichnung eines Bearbeitungszentrums von Haas den Namen VF-16 erhielt. Kurz entschlossen baten die Techniker den lokalen Partner von Haas Automation um Hilfe.
Der amerikanische Werkzeugmaschinenbauer ist bekannt dafür, seine CNC-Maschinen über ein weltweites Netzwerk aus unabhängigen Händlern, den so genannten Haas Factory Outlets (HFO), zu liefern, zu betreuen und zu warten. Das zu Hitec Máquinas CNC SL gehörende HFO ist nur etwa 30 Minuten von der Rennstrecke entfernt. Dort haben Programmierer und Maschinenbediener von Haas mit Hilfe eines 5-achsigen Vertikal-Bearbeitungszentrums UMC-750, einer CNC-Drehmaschine ST-30 und eines vertikalen Bearbeitungszentrums VF-2 die gewünschten Teile hergestellt respektive überarbeitet. Dabei handelte es sich unter anderem um
24 Schlagschrauber-Nüsse aus Titan, die geändert werden mussten,
die Fertigung und Änderung mehrerer Teile aus AL7075 sowie AL6081 sowie
die Fertigung von zwei Sätzen à vier Stück eines Bauteils aus dem Stahl 42CrMo4.
Insgesamt waren deutlich über 100 Teile zu bearbeiten.
„Haas Automation ist mehr als nur ein Sponsor“, meint Günther Steiner, Team-Chef des F1-Teams. „Das Unternehmen erwies sich beim Aufbau unseres Teams als echter Partner. Das lokale HFO in Barcelona war in der Lage, uns sehr kurzfristig die Fachkräfte zur Verfügung zu stellen, die die benötigten Teile fertigen und überarbeiten konnten. Da wir die Ressourcen von Haas Automation und seiner Partner nutzen konnten, haben wir bei den Tests eine hohe Effizienz erreicht und konnten die Vorbereitungszeit optimal nutzen.“
Andreas Le Noir ist Mitinhaber von Hitec Máquinas CNC SL: „Es war uns eine große Freude, dem Haas F1-Team während der Tests in Barcelona zu helfen und einige kritische Teile für den Rennwagen und die Boxenausstattung zu fertigen. Die Herausforderung bestand darin, die Werkstoffe und Werkzeuge kurzfristig heran zu schaffen und die fertigen Teile möglichst schnell zu liefern“, sagt er. „Wir haben die Teile sogar noch um zwei oder drei Uhr morgens zur Rennstrecke gebracht. F1-Teams sind rund um die Uhr im Einsatz. Daher standen unsere Anwendungsingenieure vor der Aufgabe, die Teile in sehr kurzer Zeit zu fertigen – eine komplizierte Aufgabe, die mit vielen Überstunden verbunden war.“
Le Noir ergänzt: „Das HFO-Konzept soll dem Kunden eine kommerzielle und technische Unterstützung gewährleisten, so als sei er direkt mit Haas in Kontakt, nur eben mit lokalem und persönlichem Service. Das war ein großartiges Beispiel dafür, wie eng wir mit Haas zusammenarbeiten und wie Haas auch uns unterstützt, um den bestmöglichen Kundendienst und Support zu bieten.“
 Jedes der weltweit 170 HFOs wird nach den hohen Standards des kalifornischen Maschinenbauers gebaut sowie mit Technik und Personal ausgestattet. Das gewährleistet, dass alle Kunden – unabhängig vom Standort – vom gleichen hochwertigen Service profitieren, einschließlich der Lieferung von Ersatzteilen bereits am nächsten Tag.
Der Aufwand bei den Test zahlte sich aus. Romain Grosjean belegte beim ersten Rennen im Australischen Melbourne den 6. Platz. Der Routinier aus Genf, der seit 2012 als Stammfahrer mit dem Lotus F1 Team beim Wanderzirkus dabei war, hat bisher zehn Podiumsplätze errungen und es 2012 und 2013 zweimal hintereinander im Gesamtklassement unter die zehn besten Piloten geschafft. Zwei Wochen nach dem Debüt gelang Grosjean in Bahrain sogar ein viel beachteter 5. Rang.
Das Haas F1-Team hat seinen Sitz in Kannapolis, North Carolina, auf dem gleichen Gelände, auf dem auch Stewart-Haas Racing, das Team von Gene Haas für die Nascar Sprint Cup Series beheimatet ist. Daneben hat das F1-Team im englischen Banbury einen europäischen Standort. Die CNC-Werkzeugmaschinen des Unternehmens spielen an allen Motorsport-Stand-orten von Haas eine wichtige Rolle. (mw)
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