Datenmanagement: Herausforderungen für den Chief Data Officer

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Datenmanagement Herausforderungen für den Chief Data Officer

Daten richtig verwalten

Das Verwalten von Daten wird in Unternehmen immer wichtiger. Bild: Elnur/Fotolia
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Je mehr Unternehmen den Wettbewerbsvorteil erkennen, den ihre Daten ihnen heute verschaffen, desto wichtiger wird die Rolle eines Chief Data Officer (CDO).

Der Chief Data Officer (CDO) übernimmt heute die „Zuständigkeit und Verantwortung“ für alle Daten im Unternehmen und ist bei unterschiedlichen Organisationen wie Media-Saturn, Deutsche Bank, L’Oréal, Fritz & Macziol und der Stadt Wien zu finden. Zwar ist nicht immer eindeutig, wem der CDO in einer Organisation untersteht – dem Chief Executive Officer (CEO) oder dem Chief Information Officer (CIO) – doch die Notwendigkeit einer solchen Rolle ist heute unumstritten. Auch die damit verbundenen Herausforderungen zeichnen sich immer deutlicher ab und umfassen offensive und defensive Unternehmensstrategien. Um Erfolg zu haben, steht jeder CDO vor vier Herausforderungen, denen er sich stellen muss:
1. Etablierung und Führung der Datenstrategie des Unternehmens:
Als Zuständiger und Verantwortlicher für die Daten im Unternehmen muss der CDO die Umstellung auf eine „datengesteuerte Organisation“ anführen. Er muss als Vorreiter eine neue Denkweise anregen, die den wirtschaftlichen Wert der Daten und ihre Bedeutung bei der Entscheidungsfindung zur Grundlage hat. Im besten Fall sollten CDOs Umbrüche und Veränderungen bei der Datennutzung im Unternehmen fordern und voranbringen sowie neue Wege finden, Daten sinnvoll zu nutzen. Entsprechende Fragen können sein:
Wenn man umfassende Daten zu Verbrauchern, Produkten und Lieferanten hat, braucht man dann wirklich noch Ladengeschäfte?
Wie können Städte wie Wien oder Länder wie Großbritannien bestehende Datenbanken und Daten, die über Live-Videokameras oder Überwachungskamerasysteme erfasst werden, nutzen, um die Kriminalitätsrate zu senken und die Reaktionszeit der Ordnungskräfte zu verbessern?
Wie können Medienunternehmen Fernsehsendungen und Publikationen aus 40 Jahren verwerten, um neue Produkte und Einnahmequellen zu schaffen?
2. Integration von Daten aus verschiedenen Silos:
Daten sind heute der wichtigste Faktor für Geschäftsentwicklung und wirtschaftlichen Erfolg. Führungskräfte fordern eine einheitliche 360-Grad-Sicht auf ihre Daten – alles auf einem Bildschirm, damit sie die Geschäftstätigkeit auf einen Blick verfolgen und bewerten können. Der CEO wünscht sich Daten zur Unternehmensleistung und zum Shareholder-Value, der CFO braucht sie für Finanzplanung und Reporting, der CMO muss sich über die Marke und den Marktanteil informieren, der Personalvorstand über die Mitarbeiter. Kein Wunder, dass der Chief Data Officer so wichtig geworden ist.
CDOs können allerdings keine Verantwortung für Daten innerhalb der Organisation übernehmen, wenn sie nicht wirklich wissen, wo diese sich befinden und wie sie integriert werden können. Denn es ist nun einmal so, dass Unternehmensdaten heute in verschiedenen technischen und geschäftsorientierten Silos aufbewahrt werden. Marketing-Daten befinden sich also in mehreren Marken- und Verbraucher-Datenbanken, die Vertriebsorganisation sieht sich Einzelhandels- und regionale Absatzdaten an, und die Personalabteilung verwendet vielleicht einzelne Silos für die Einstellung neuer Arbeitnehmer, die Leistungsvergütung und die Mitarbeiterbindung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Verbraucherdaten auf 36 verschiedenen Marketing-Datenbanken verteilt sind und dass eine 360-Grad-Sicht der Personalabteilung auf einen Mitarbeiter bis zu zehn verschiedene HR-Systeme einbezieht. Das Auffinden oder die Integration von Daten aus unzähligen Quellen kann 80 % der Zeit eines Datenwissenschaftlers in Anspruch nehmen, und unter Umständen müssen 60 bis 80 % der Gesamtkosten eines Data Warehouse-Projekts für ETL-Vorgänge (Extrahieren, Konvertieren und Laden von Software) aufgewendet werden.
3. Monetarisierung und Wertschöpfung von Daten:
Ein wichtiger Aspekt bei der Betrachtung von Daten als Vermögenswert ist die proaktive Suche nach Möglichkeiten, sie zu monetarisieren. CDOs müssen diese Bemühungen in ihrem Unternehmen anführen, vor allem, wenn es darum geht, mithilfe von Daten neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Medienorganisationen haben bereits früh erkannt, dass die Werte, die sie in Form von geistigem Eigentum besitzen, ob Printmedien, Fernsehsendungen, Filme oder Online-Formate, ihr Überleben sichern können. Das neue digitale Titeliformationssystem VLB-TIX beispielsweise macht die Titeldaten aller an das VLB und Newbooks gemeldeten Neuerscheinungen verlagsübergreifend zugänglich. Was früher in erster Linie über gedruckte Vorschaukataloge ihren Weg in den Buchhandel fand, ist nun mit dem größten, nahezu vollständige Datenbestand der gesamten deutschsprachigen Buchbranche ständig bequem abrufbar.
4. Datensicherheit:
Während die Datenintegration und die Monetarisierung zu den Offensivstrategien eines CDO gehören, sollte bei der Sicherheit die Verteidigung im Vordergrund stehen. Einzelhändler, Banken, Behörden und Medienunternehmen mussten für die jüngsten Datenschutzverletzungen einen hohen Preis zahlen. Laut des aktuellen Risk Value Reports sind sich ein Viertel der Befragten sicher, dass ihr Unternehmen früher oder später einem Angriff zum Opfer fallen wird. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer glauben nicht, dass alle ihre Unternehmensdaten sicher sind.
Verstärkt wird dieses Problem durch die zunehmende Verwendung von Open-Source-Technologien: Entwickler laden Software herunter und verwenden diese, obwohl sie möglicherweise keine ausreichende Sicherheit bietet, oder sie installieren die Software nicht richtig. So passiert es nicht selten, dass Kundendatenbanken ungesichert im Internet auftauchten.
Stefano Marmonti, DACH Sales Director bei Marklogic, Frankfurt/Main
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