Unternehmens-Software – ERP als Rückgrat für Industrie 4.0

Unternehmens-Software

ERP als Rückgrat für Industrie 4.0

In der Fertigungsindustrie erwarten Unternehmen einen zunehmend höheren Individualisierungsgrad – das Internet der Dinge macht es möglich. Softwareanbieter messen daher künftig dem ERP-System eine Schlüsselrolle bei. Bild: IFS
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Das industrielle Internet der Dinge birgt großes Potenzial für die Fertigungsindustrie, stellt sie aber vor neue Herausforderungen. Softwareanbieter sind überzeugt, dass das ERP-System hierbei eine tragende Rolle einnimmt.
Seit Jahren geistert das Thema Industrie 4.0 durch Fabrikhallen und stellt die Fertigungswelt auf den Kopf. „Das Industrial Internet of Things (IIoT) und die gestiegenen Kundenerwartungen stellen Fertigungsunternehmen vor große Herausforderungen“, sagt Peter Schulz, Teammanager Presales bei IFS. „Sie benötigen Softwarelösungen, mit denen sich Internet of Things-(IoT-) Daten schnell und unkompliziert operationalisieren lassen. Nur dann sind sie in der Lage, ihre Prozesse kosteneffizient zu optimieren und neue Geschäftsmodelle zu realisieren. Außerdem sind sie auf flexible Planungstools angewiesen, um den steigenden Individualisierungswünschen ihrer Kunden gerecht zu werden.“
Auf diese Anforderungen reagieren Anbieter von Business-Software-Lösungen und sind überzeugt: Enterprise-Resource-Planning-(ERP-) Systeme werden eine Schlüsselrolle der zunehmenden Digitalisierung in Betrieben einnehmen. Die ERP-Software sei der neue Integrationshub für die Industrie 4.0, meinen die Experten des ERP-Softwarehauses Pro Alpha.
„Industrie 4.0 kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die einzelnen Prozesse in der Produktion eng miteinander verzahnt sind. Das ERP-System verknüpft sämtliche Glieder der Produktionskette miteinander und optimiert so die Geschäftsprozesse“, definiert der Digitalverband Bitkom in seinem Positionspapier „Die Zukunft von ERP im Kontext von Industrie 4.0“. Bereits jedes dritte deutsche Unternehmen – so eine Bitkom-Umfrage – setzt ERP-Lösungen ein, weitere 21 % planen konkret deren Einführung. Dabei gibt es wesentliche IT-Trends, die mittelständische Fertigungsunternehmen 2017 unterstützen können, ihre Produktion für die Zukunft zu rüsten.
Das Internet der Dinge nimmt eine der tragenden Rolle in der Zukunft ein. Die Hauptaufgabe besteht darin, anfallende Daten korrekt zu erfassen und zu analysieren, damit sie in Lieferketten und Fertigungsprozessen produktiv genutzt werden können. Firmen erwarten sich davon, Prozesse überwachen und so ihre Effizienz steigern zu können. Aus Kostengründen werden die Unternehmen aber nicht neue, durchgängig intelligente Maschinen erwerben, sondern ihre seit vielen Jahren vorhandenen IoT-Quellen weiterhin einsetzen – das prognostiziert Schulz von IFS. Viele Fertigungsunternehmen haben bereits Maschinen, die Betriebs- und Verbrauchsdaten erzeugen. Mithilfe von speziellen IoT-Cloud-Plattformen können diese gespeichert, analysiert und in Kennzahlen aggregiert werden, die sich dann wiederum in der Business-Software für effizientere Fertigungs- und Wartungsprozesse nutzen lassen.
Damit einhergehend wird auch die Nachfrage nach Cloud-Lösungen stetig steigen. In seinem „IT-Report 2016“ hat der Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) 100 Branchenunternehmen zur Bedeutung von Cloud-Lösungen befragt: Nach anfänglich verhaltener Einsatzbereitschaft haben sich diese im Maschinenbau aufgrund des umfangreichen Angebots am Markt, verbesserter technischer Voraussetzungen und des gestiegenen Bedarfes nach schnell einsatzfähigen Lösungen einen festen Platz in der IT-Landschaft erobert, heißt es. Rund 80 % der Befragten messen dem Thema mittlerweile eine Bedeutung bei, die Hälfte sogar eine mittlere bis sehr hohe Bedeutung. Der Einsatzanteil in allen Anwendungsfeldern ist im Vergleich zu 2014 gewachsen: Den höchsten Anstieg haben Bewerbermanagement (+ 83 %), Office Anwendungen (+ 59 %) und CRM-Lösungen (+ 51 %) verzeichnet. „Private Clouds“ werden in mehreren Bereichen weiterhin bevorzugt gegenüber „Public Clouds“ genutzt.
Vertrieb von Services anstelle von Produkten
Mit diesem Wandel gehen auch neue Geschäftsmodelle einher: Um die Kundenbindung zu erhöhen und sich weiter gegen die zunehmende Billigkonkurrenz aus Asien zu behaupten, werden viele Fertigungsunternehmen anstelle von Produkten künftig verstärkt Services vertreiben. Maschinenhersteller beispielsweise verkaufen dann keine Maschinen mehr, sondern Maschinenzeiten oder Betriebsergebnisse wie etwa eine bestimmte Anzahl bearbeiteter Werkstücke. Über das IIoT können die Hersteller die nötigen Daten sammeln, auf ihrer Basis einen verbrauchsabhängigen Preis kalkulieren und die tatsächliche Nutzung ihrer Produkte jederzeit nachvollziehen. Diese Entwicklung begünstigt auch, dass viele ERP-Anbieter das Portfolio ihrer Lösungen erweitern. So sind im ERP oft bereits Module zum Dokumentenmanagement (DMS) oder Customer Relationship Management (CRM) integriert. Dadurch sind alle relevanten Daten – vom Angebot bis zum After-Sales-Service sowie die entsprechende Dokumentation der einzelnen Schritte – innerhalb kürzester Zeit verfügbar und machen die Prozesse sowohl für Kunden, als auch Mitarbeiter transparent.
Auch die Material- und Ressourcenplanung wird künftig nach Bedarf erfolgen. Kunden von Fertigungsunternehmen erwarten mittlerweile einen hohen Individualisierungsgrad. Diesen Anforderungen können die Unternehmen nur gerecht werden, wenn hinter dynamischen Bestellprozessen auch dynamische Planungsprozesse stehen. Mit der herkömmlichen, auf Vergangenheitswerten basierenden Material- und Ressourcenplanung lässt sich das nicht erreichen. Deshalb werden Unternehmen künftig verstärkt flexible Tools einsetzen, die eine bedarfsgesteuerte Planung ermöglichen. (nu)
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