Wiedereinschaltschutz per RFID Lockout-Tagout-System schafft sichere Wartungsprozesse

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Wiedereinschaltschutz per RFID

Lockout-Tagout-System schafft sichere Wartungsprozesse

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Befindet sich ein Wartungstechniker in einer Anlage, wird diese meist vom Stromnetz getrennt, was eine lange Wiederanlaufphase nach sich zieht. Euchner hat daher ein System entwickelt, das die Stromversorgung nicht abschaltet. Bei der Gerhard Schubert GmbH hat sich ein individuell angepasstes System bereits bewährt.
Per Gesetz schreibt die Maschinenrichtlinie eine Risikoanalyse und die Bewertung des jeweiligen Sicherheitsbedarfs einer Anlage vor. Diese orientieren sich an dem internationalen Standard ISO 12100 oder den maschinenspezifischen C-Normen. Das Ergebnis sind qualitative Anforderungen an die Sicherheitskreise, die ergänzt werden durch detaillierte nationale Gesundheits- und Sicherheitsstandards im Arbeitsschutz. „Auf Basis der Analysen ergibt sich für jede Anlage ein bestimmtes Sicherheitsrisiko. Mit unseren integrierten Sicherheitssystemen helfen wir dabei, das Risiko zu minimieren und dabei die beste Effizienz zu gewährleisten. Im Ergebnis lässt sich die höchste Sicherheitsstufe, der Performance-Level e, realisieren“, erklärt Stefan Euchner, Geschäftsführender Gesellschafter bei der Euchner GmbH + Co. KG.
Beim klassischen Lockout-Tagout-System muss der Bediener oder Servicetechniker an einer zentralen Stelle sein persönliches Schloss anbringen, sodass keine andere Person in der Lage ist, die Maschine einzuschalten. Dieses System ist vor allem im angloamerikanischen Raum weit verbreitet, unter anderem, weil dort der Ausbildungsstandards bei Maschinenführern immer weiter sinkt.
Hersteller haften für Sicherheit ihrer Maschine
Auch die Gerhard Schubert GmbH, Hersteller sogenannter Top-Loading-Verpackungsmaschinen, erhält seit einigen Jahren verstärkt Anfragen nach Lockout-Tagout. „Obwohl unsere Verpackungsmaschinen durch die Schutztüren aus Plexiglas gut einsehbar sind, kann es aufgrund großer Aggregate oder Verbauungen im Innenleben immer verdeckte Bereiche geben“, sagt Siegfried Rottler, Gruppenleiter Steuerungstechnik bei Schubert in Crailsheim. „Im ungünstigsten Fall könnte jemand, der sich in der Maschine aufhält übersehen und verletzt werden.“ Als Maschinenhersteller ist Schubert vertraglich dazu verpflichtet, für die Sicherheit der Maschinen zu garantieren. Doch von der Verlässlichkeit der von Kunden vorgeschlagenen Systeme waren die Experten von Schubert in der Vergangenheit oft nicht überzeugt.
Hinzu kam der Verlust an Produktivität: Bei einer Maschine mit einer Störung pro Stunde reduziert sich durch herkömmliche Systeme die Produktionseffizienz um etwa 3 %. Dies liegt daran, dass bei klassischen Lockout-Tagout-Systemen die elektrische Spannung abgeschaltet wird, um zu verhindern, dass die Maschine während des Wartungsvorgangs anlaufen kann. Wenn die Maschine anschließend neu hochgefahren werden muss, kann die damit verbundene Produktionsunterbrechung bis zu 30 min in Anspruch nehmen.
Siegfried Rottler von Schubert machte sich gemeinsam mit Geschäftsführer Ralf Schubert auf die Suche nach einer Alternative zum klassischen Vorhängeschloss. Die Wahl fiel auf ein System des Sicherheitstechnik-Experten Euchner, zu dem bereits langjährige Kontakte bestanden. Ihre Lösung wird als CKS (Coded Key System) bezeichnet. Elektronische, einmalige Schlüssel übertragen ihre Daten kontaktlos zur Schlüsselaufnahme. Während der Produktion sind alle Schlüssel gesteckt. Nach dem Stoppen der Maschine und vor dem Öffnen einer Schutztür nimmt der Bediener oder der Servicetechniker einen der Schlüssel an sich. Die Maschine kann erst wieder angefahren werden, wenn alle zuvor entnommenen Schlüssel wieder in ihrer Schlüsselaufnahme stecken. Die Maschine wird dabei nicht vom Strom getrennt, das Sicherheitssystem verhindert lediglich das Starten, wie es auch geschieht, wenn beispielsweise eine Türe geöffnet ist.
Das CKS hat Euchner speziell für Schubert um eine AS-i-Schnittstelle ergänzt. AS-i steht für Actuator Sensor Interface, das System verbindet Aktoren und Sensoren über einen Bus, statt alle Komponenten einzeln zu verdrahten. So können Zustände der Maschine und Rückmeldungen über die Sensorik an die Steuerung abgefragt werden. Bei Schubert wird dafür eine Ringleitung an der Anlage gezogen und mit der Steuerung verknüpft, um schließlich den Sensor auf das Bus-System aufzuschalten.
Erhöhte Manipulationssicherheit
Das CKS ist ein RFID-System, am eindeutigen Code erkennt es, wenn der richtige Schlüssel gesteckt ist. Definiert wird dies zuvor, indem dieser als einziger für das System eingelernt wird. Das CKS erhöht so die Sicherheit im Vergleich zu klassischen Lockout-Tagout-Systemen mit Schloss. Der Grund: Beim CKS ist kein Duplikat möglich, Schlüssel klassischer Schlosssysteme sind dagegen grundsätzlich duplizierbar und können zudem verloren gehen. Unternehmen müssen deshalb Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass ein gleicher klassischer Schlüssel auftaucht. Ein gleichwertiger Schutz ist mit konventionellen Schlosssystemen also nur durch einen hohen organisatorischen Aufwand erzielbar. Beim CKS muss dagegen jeder elektronische Schlüssel an der Stelle seines Einsatzes eingelernt werden, die Schlüssel sind also Unikate. Der einmalige Code stellt sicher, dass es weltweit keinen Doppelgänger des elektronischen Schlüssels gibt. Wenn man einen neuen Schlüssel für das System einlernt, wird der bisherige ungültig gemacht. Die Möglichkeiten unerlaubter Manipulation seien laut Euchner folglich sehr gering.
Vielfältig einsetzbar in allen Branchen
Das Lockout-Tagout-System von Euchner ist weltweit in den verschiedensten Industriezweigen im Einsatz. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass es ganz unterschiedliche Aufgaben lösen kann. Beispielsweise ist mit ihm – im Gegensatz zur Verwendung bei Schubert – auch eine gezielte Zuschaltung einzelner Einheiten zum Produktionsprozess möglich. In dieser Rolle stellt es sicher, dass nur dazu berechtigte Personen die Maschineneinstellungen verändern können.
In etwa 30 % der TLM-Maschinen von Schubert sind bereits Lockout-Tagout-Systeme eingebaut, mit deutlich steigender Tendenz. Die Systeme werden von Euchner vorgefertigt und durch Schubert an die individuelle Ausprägung der Maschine angepasst. Gemessen an einem Produktionsausfall von 30 min nach jeder Wartung, rechnen sich die Ausgaben für die Anpassung in kurzer Zeit. (nu)

Der Anbieter
Euchner mit Sitz in Leinfelden ist ein Familienunternehmen und beschäftigt weltweit über 600 Mitarbeiter. 16 Vertriebs-Tochtergesellschaften, darunter neun in Europa, vier in Asien und drei in Nord- und Südamerika, verteilen sich mit 24 autorisierten Vertriebsbüros rund um den Erdball. Geschäftsführender Gesellschafter des schwäbischen Unternehmens ist Stefan Euchner. Seit mehr als 60 Jahren entwickelt das Unternehmen Schaltgeräte, hauptsächlich für die Sicherheitstechnik im Maschinenbau.

Der Anwender
Gegründet vor rund 50 Jahren, beschäftigt die heute in zweiter Generation geführte Unternehmensgruppe Schubert 1100 Mitarbeiter. Neben der Zentrale in Crailsheim und ihren internationalen Niederlassungen in den USA, Kanada und England umfasst die Schubert-Gruppe Tochterunternehmen aus den Bereichen IT, Engineering, Präzisionsteile und Verpackungsservice.
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