Clevere Textilien in Auto und Anorak

Entwicklung

Clevere Textilien in Auto und Anorak

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Smarte Textilien | Als Sensorfäden in Rotorblättern, textilen Heiz- und Leuchtflächen im Auto und in gesundheitsüberwachender Kleidung setzen sie einen Trend: Im Februar will ein Spitzentreffen aus Forschern und Unternehmern „e-textile“ Innovationen anschieben.
In Forschungseinrichtungen und Unternehmen wird intensiv an sensorischen, leuchtenden und heizenden Textilien geforscht zum Einsatz in Luft- und Raumfahrt, Medizin und Kleidung (Wearables). „Nach einem Fehlstart vor rund zehn Jahren – Hoffnungsträger war die Jacke mit eingebautem MP3-Player – stehen marktreife Anwendungen und Technologien am Start“, sagt Dr. Klaus Jansen, Geschäftsführer des Forschungskuratoriums Textil. Der Mitorganisator des Anwenderforums „Smart Textiles“ will Wissenschaft und Industrie besser verdrahten und so den Transfer „smart-textiler“ Forschungsergebnisse in die Praxis beschleunigen. Ende Februar ist ein Spitzentreffen in Papenburg geplant.
Mit einem Forschungserfolg im Koffer reist Karlheinz Siegert in den Norden, Geschäftsführer der W. Zimmermann GmbH & Co. KG. Im Gepäck: Ein Sicherheitsgurt, der dank integrierter Mikrofone auch als Freisprechanlage fungiert. Für den Gurt, der bereits serienmäßig in Cabrios eines deutschen Herstellers verbaut wird, hatten die hauseigenen Produktentwickler einen elektrisch leitfähigen Faden konzipiert, der sich in das Polyerstergewebe der Gurte einarbeiten lässt. Siegert ist überzeugt: „Intelligente Fäden übernehmen weitere Funktionen im Autoinnenbereich – selbst Fahrzeugelektroniken lassen sich faserbasiert denken.“
Unter Leichtbauaspekten ist Textil im Flugzeug fast schon ein Klassiker, doch laut Dr. Christian Weimer rückt die faserbasierte Funktionalisierung immer stärker in den Fokus. Weimer ist Abteilungsleiter für Faserverbund-Technologien bei der Airbus Group Innovations und wird in Papenburg über neue Anwendungen in Luft- und Raumfahrt sprechen. Den e-Textilien im Flieger rechnet er gute Chancen aus: „Die textilen Prozess- und Fertigungsketten bestehen bereits – Prozessschritte zur zusätzlichen Funktionsintegration lassen sich da gut einbinden, etwa zur Beleuchtung oder zum Erfassen von Daten.“
Auch für den Schiffbau wird das Potenzial smarter Textilien ausgelotet. Hermann-Josef Mammes, Abteilungsleiter F+E bei der Meyer Werft, gibt auf dem Forum einen Einblick in erste Anwendungsfelder, beispielsweise in Kreuzfahrschiffen. Zu Sensorteppichen etwa, die Stürze in Gästekabinen registrieren und melden, liefen bereits Forschungen.
„Wearables“: Forscher vom Fraunhofer Isit arbeiten an einem Sensor-Shirt vornehmlich für Senioren zum Erfassen von Bewegungsmustern und Gesundheitsdaten, die aus dem Textil gewonnen werden. „Der Bedarf nach Erhalt und Steigerung des persönlichen Wohlbefindens macht smarte Lösungen unerlässlich“, so Dr. Thomas Knieling, Geschäftsfeldleiter „Wearable Electronics“, der erste Zwischenergebnisse auf dem Forum präsentiert. (os) •

Auf einen Blick
Das 4. Anwenderforum „Smart Textiles“ findet am 24. und 25. Februar 2016 in Papenburg statt. Einschließlich Vorgängerformaten ist das Forum mit 15 Jahren die älteste Fachver- anstaltung zu diesem Thema in Europa.
Info: www.titv-greiz.de Kontakt: Sabine Gimpel, Tel. (03661) 611-205, s.gimpel@titv-greiz.de
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