Fertigungssteuerung: Assistenzsystem optimiert Prozesse

Fertigungssteuerung

Assistenzsystem optimiert Prozesse

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Das Assistenzsystem MR-CM bedeutete für Stangl Präzisionstechnik einen Riesenschritt hin zur digitalen Fabrik. Und es half dabei, die Produktivität und Effizienz um rund 70 % zu steigern.

1988 von Hans Stangl und Stefan Kulzer in Roding gegründet, ist die S+K Group mit den Unternehmen Stangl & Co. Präzisionstechnik, SK Carbon Roding und Roding Automobile heute eine internationale Unternehmensgruppe. Stangl Präzisionstechnik hat sich zum wichtigen Entwicklungspartner und Hersteller komplexer Präzisionsbauteile mit Freiformflächen für Prototypen sowie von Vor- und Kleinserien entwickelt. Das Unternehmen kann auf jede Losgröße flexibel reagieren. Die Kunden kommen aus der Automobil- und Zulieferindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Elektronik, der Medizintechnik, dem klassischen Maschinenbau sowie weiteren Hightech-Branchen. Neben einem guten Gespür für Markttrends und hochqualifizierten Mitarbeitern sind ständige Investitionen in innovative Technologien ein Geheimnis des Erfolgs.
„Mit unserem steten Wachstum und der Vielzahl zu bearbeitender Teile konnte die manuelle Fertigungssteuerung nicht mehr mithalten“, berichtet Hans Stangl. „Das zeitintensive händische Anlegen und Transportieren der Informationen verursachte lange Rüstzeiten und eine geringe Maschinenauslastung. 2009 entschieden wir deshalb, in das Assistenzsystem MR-CM der Maschinenfabrik Reinhausen zu investieren“, so der geschäftsführende Gesellschafter weiter. Die für Windows-Server und SAP NetWeaver zertifizierte Software, die seit dem Wechsel auf Version 3.0 unter dem Namen Value-Facturing vertrieben wird, entstand in 25-jähriger Detailarbeit in der spanenden Fertigung der Maschinenfabrik Reinhausen (MR). Dass MR selbst mit dieser Lösung arbeite, zeige sich an der hohen Praxisorientierung sowie der ständigen Weiterentwicklung und Anpassung an den Bedarf der Anwender, sagt Florian Dürr, Projektmanager bei Stangl & Co. und verantwortlich fürs Implementieren und Pflegen des Assistenzsystems.
Value-Facturing ist eine webbasierte Software für das NC-Fertigungsmanagement, die alle am Fertigungsprozess beteiligten Anlagen und Akteure vernetzt und eine bidirektionale Online-Kommunikation in Echtzeit ermöglicht. Gleichzeitig besitzt das System die Fähigkeit, Informationen intelligent anzureichern. Dadurch entsteht im Gegensatz zu herkömmlichen Fertigungsdatenmanagern ein durchgängiger elektronischer Workflow ohne manuelle Datenein- oder -weitergabe.
Die Integration des Assistenzsystems dauerte rund 1,5 Jahre und führte bei Stangl zu einer Neuorganisation der spanenden Fertigung. So wurde eine Werkzeugdatenbank geschaffen sowie eine Werkzeugausgabe und -voreinstellung eingerichtet. Die Werkzeuge werden seither extern gerüstet und voreingestellt. „Früher betrugen die unproduktiven Nebenzeiten pro Maschine und Schicht bis zu drei Stunden. Heute beladen wir alle 60 Maschinen in dieser Zeit, wobei pro Maschine 3,6 Beladevorgänge in einer Schicht anfallen“, berichtet Dürr.
Im Zuge der kontinuierlichen Online-Kommunikation von Value-Facturing mit den NC-Maschinen findet auch ein ständiger Werkzeugabgleich statt. Er gibt Auskunft darüber, welche Werkzeuge in den Anlagen vorhanden sind und welche für den nächsten Auftrag geladen werden müssen. Durch diese Transparenz ließ sich die Rüstquote trotz der Teilevielfalt deutlich senken und die Maschinenauslastung zugleich erhöhen. Bei rund 70 % der erforderlichen NC-Programme erfolgt die Programmierung von der Maschine entkoppelt an speziell eingerichteten Arbeitsplätzen.
In den gut fünf Jahren seit die NC-Fertigung voll durch die Software-Lösung gemanagt wird, wurden über 170 000 Einstellaufträge abgearbeitet. „Um diese Anzahl von Aufträgen zu erledigen, wären bei unserer alten Arbeitsweise sicher 20 qualifizierte Mitarbeiter mehr erforderlich gewesen und die sind in der heutigen Zeit schwer zu finden“, bemerkt Hans Stangl. Auswirkungen hatte die Einführung von Value-Facturing auch auf die Werkzeugvielfalt und den Werkzeugumlauf. So erfolgte im Zuge der Strukturierung und Befüllung der Werkzeugdatenbank auch eine Standardisierung der Werkzeuge. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass es keine Varianten des gleichen Werkzeugs von verschiedenen Herstellern mehr gibt. So konnten die Werkzeugvielfalt und die Anzahl der Lieferanten verringert und das Bestellwesen vereinfacht werden. „Das Statistikportal von Value-Facturing informiert uns auch darüber, welche Werkzeuge wie häufig gebraucht werden“, erklärt Stangl. „Wir können die entsprechenden Tools dadurch gleich in größeren Mengen bestellen, entsprechende Rabatte aushandeln und nach Bedarf bei unseren Lieferanten abrufen. Das summiert sich im Jahr zu beachtlichen Beträgen.“
Seit dem Projektstart 2009 hat das Unternehmen seinen Umsatz nahezu verdreifacht. Die Zahl der Mitarbeiter ist in dieser Zeit um 110 auf 253 Beschäftigte und die Ausstattung an CNC-Maschinen von 25 auf 60 gestiegen. Der digitale Workflow reiche inzwischen über die Fertigung hinaus, berichtet der Chef. „So bestellen wir etwa Sonderwerkzeuge ohne ein Blatt Papier auszudrucken und Teambesprechungen finden heute ohne ausgedruckte Papierlisten und Zeichnungen statt. Wir haben dafür in den Besprechungsräumen große Bildschirme installiert, auf denen die jeweiligen Werkstücke genau dargestellt und besprochen werden können.“
Doris Schulz, Fachjournalistin in Korntal
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