Prozeßventile: Allen Medien gewachsen bis 40 bar und 200 °C

Antriebsmagnet rastet mit leichtem Klick ein

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Mit besonders einfach zu handhabenden Varianten erweitert Prozeßventil-Spezialist Imi Norgren Buschjost sein Programm. Dazu gehören eine Komponente mit aufklickbarem Antriebsmagneten und ein Schrägsitzventil mit zwei Grundstellungen.

Norbert Heinrich ist Vertriebsleiter der Imi Norgren Buschjost GmbH + Co. KG in Bad Oeynhausen

Prozeßventile steuern unterschiedlichste flüssige oder gasförmige Fluide. Im Vergleich dazu übertragen Steuerventile in der Hydraulik und Pneumatik lediglich Energie in Form von Druckluft oder Öl. Bei Prozeßventilen reicht die Bandbreite der Medien von Wasser über Mineralölprodukte, Säuren und Laugen bis hin zu Kühl- und Kältemitteln.
Entsprechend vielfältig ist das Anforderungprofil an die oft auch als „Allmedienventile“ bezeichneten Komponenten. Speziell zu berücksichtigen ist bei ihrer Auslegung je nach Anwendung
die Antriebsart (wird das Ventil magnet-, motor- oder fremdfluidbetätigt?),
die Fluidart,
der Druck,
die Nennweite und
die Anschlußart.
Dazu bietet die Imi Norgren Buschjost GmbH + Co. KG, Bad Oeynhausen, eine breite Palette von Prozeßventilen an. Über 5000 Varianten decken praktisch jeden Einsatzfall ab. Zum Programm gehören Magnetventile, druckluftbetätigte Ventile und Motorregelventile. Beliefert werden alle Industriebereiche, angefangen vom Maschinen- und Anlagenbau über die Energieerzeugung und Grundstoffindustrie bis hin zur Fahrzeugindustrie und der Land- und Forstwirtschaft.
Im Trend sind Systeme, die sich aus einzelnen, in Blöcken integrierten Ventilen zusammensetzen. Diese Einheiten erlauben eine kompakte Bauweise und stellen durch ihre vereinfachte Montage eine wirtschaftliche Lösung dar.
Magnetventile
Buschjost-Magnetventile sind Sitzventile, bei denen der Volumenstrom über einen Kolben oder eine Membran abgesperrt wird. Als Betätigungselement dient ein Elektromagnet, der das Dichtelement vom Ventilsitz abhebt oder auf ihn aufpreßt. Membran oder Kolben bewegen sich axial zu einer Bohrung und öffnen oder verschließen so die Bohrungskante.
Diese Sitzventile weisen sehr gute Dichtqualitäten aus. Durch Kombination geeigneter Werkstoffe wie zum Beispiel ausgewählter Kunststoffe und Metalle lassen sie sich an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen.
Kolbenventile
Bei der Bauart des Kolbenventiles unterstützt das Fluid, das abgesperrt oder freigeschaltet werden soll, die Arbeit des Magneten. Der im Gehäuse axial bewegliche Kolben führt infolge des Druckunterschiedes zwischen Ventileingang und -ausgang den Öffnungs- und Schließhub durch.
Ventile und Magnete lassen sich getrennt beziehen und lagern
Wichtig ist dabei die druckdichte Bauweise, die für einen emissionsfreien Betrieb sorgt. Die Konstruktion benötigt keine dynamischen Dichtelemente oder Belüftungsbohrungen nach außen.
Kolbensitzventile eignen sich insbesondere für hohe Betriebsdrücke. Da sich die Werkstoffe leicht an die Betriebsbedingungen anpassen lassen, beherrschen sie ein breites Spektrum von unterschiedlichen Medien.
Membranventile
Das Prinzip des Membranventils ähnelt dem des Kolbensitzventils. Nur ist hier das Dichtelement zwischen Ventilgehäuse und Deckel eingespannt. Die spezielle Formgebung und die Elastizität der Membranen bestimmen die Hubbewegung.
Ventile mit diesem Absperrsystem sind relativ preiswert, weisen ein günstiges Bauvolumen auf und werden vielseitig für Drücke bis maximal 16 bar eingesetzt.
Mit den „Click-on“-Komponenten stellte Buschjost zur Hannover Messe 1999 eine neue Magnetventilfamile vor. Das Besondere an ihnen ist der Magnetantrieb. Mit einem Griff läßt er sich aufsetzen oder austauschen. Der Anwender hat lediglich einen Federbügel zu betätigen, der unverlierbar am Ventilkörper angebracht ist. Mußten bisher zum Montieren oder Wechseln des Magneten umständlich Schrauben, Muttern oder Spannschellen fixiert oder gelöst werden, reicht bei dem „Click-On“-Ventil eine Handbewegung. Nach dem Aufstecken klickt der Bügel ein.
Ventile und Magneten lassen sich getrennt beziehen und lagern. Anwender, die unterschiedliche Ventil-Magnet-Kombinationen benötigen, können ihre Lagerhaltungskosten senken.
Die Gefahr, daß Teile beim Umbauen der Magnete verloren gehen, besteht beim „Click-On“-Ventil nicht. Der Federbügel ist fest mit dem Gehäuse verbunden. Dennoch läßt sich der Magnet beliebig um 360° drehen.
Das vielseitige Allmedienventil läßt sich für flüssige und gasförmige Fluide wie Wasser, Kraftstoffe, Heißwasser, Erdgas oder Glykol einsetzen.
Alle Kolbenventile sind in kompakter Bauweise als Flachkolbenventile ausgeführt. Sie benötigen nur wenig Platz und arbeiten sicher bis zu einem Druck von 40 bar. Aufgrund der geschlossenen, dichten Konstruktion kann auch unter extremen Betriebsbedingungen kein Fluid austreten. Dies ist ein wichtiges Kriterium, um die Anforderungen der TA-Luft zu erfüllen. Darüber hinaus sind die Komponenten servicefreundlich. Das Abschrauben des Deckels genügt, um das Ventil zu reinigen.
Bezogen auf die Parameterwerte, decken die Flachkolbenventile den gesamten Bereich des technisch Machbaren ab. Sie erfüllen die vom Gesetzgeber im Anlagenbereich vorgeschriebenen gerätespezifischen Anforderungen. Produziert werden Ventile mit Abnahmeprüfzeugnissen nach DIN 50049 (EN 10204)-3. 1.B sowie TR-B 801 Nr. 45.
Fremdfluidgesteuerte
Ventile
Eine eigene Bauart bilden fremdfluidgesteuerte Ventile. Mit Hilfe eines neutralen Steuerelements wie Luft, Wasser oder Hydrauliköl werden sie über ein Kolben- oder Membranantriebselement betätigt. Ihre Schließwirkung in der Ruhestellung erreichen diese Ventile durch Druckfedern. Sie arbeiten im Bereich von 0 bar bis zum maximalen Betriebsdruck gemäß Kennwerttabelle.
Fremdfluidbetätigte Ventile haben ihre besonderen Stärken dort, wo es darum geht,
verschmutzte, hochviskose Fluide zu steuern,
Fluidtemperaturen bis maximal 200 °C zu beherrschen oder
schließschlagarm zu arbeiten.
Schrägsitzventile
Seit Beginn des Jahres bietet Imi Norgren Buschjost eine Schrägsitzventil-Familie mit glasfaserverstärktem Kunststoffgehäuse an.
Bemerkenswert ist die Handhabung: Ein und dasselbe Schrägsitzventil deckt beide Grundstellungen des Läufers ab („00“ für normal geschlossen und „01“ für normal geöffnet). Möglich macht dies die spezielle Federkonstruktion im Steuerkopf. Die Komponente läßt sich in kurzer Zeit auf die gewünschte Grundstellung umbauen. Der Monteur benötigt dafür kein spezielles Werkzeug.
Selbstnachstellende Dachmanschetten aus PTFE und FKM garantieren den störungsfreien Betrieb ohne Dichtheitsprobleme. Die Lager der Ventilspindel sind mit besonders großem Abstand angeordnet und bieten auch unter extremen Betriebsbedingungen eine sichere Führung. Um Einbau und Anschluß einfach zu gestalten, haben die Konstrukteure den Steuerkopf um 360° stufenlos drehbar ausgelegt.
Die neue Familie ergänzt ein breit gefächertes Ventilprogramm, das Drücke von 0 bis 40 bar und Vakuum abdeckt. Der Standardbereich umfaßt Ventile mit Sitzdurchmessern von 2 bis 150 mm, mit Gewinde- oder Flanschanschluß und Gehäusen aus Messing, Grauguß, Stahlguß, Edelstahl oder hochwertigen Kunststoffen.
Neben dem Standardprogramm fertigt Buschjost eine Vielzahl von Prozeßventilen nach Anwendervorgabe. Die hohe Fertigungstiefe ermöglicht es, auf spezielle Wünsche schnell zu reagieren.
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