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Arbeitsabläufe automatisiert steuern

PPS-System mit Projekt „Umweltmanagement“ verknüpft
Arbeitsabläufe automatisiert steuern

Antriebsspezialist Morat fertigt Verzahnungsteile, wie Zahnräder oder Schneckenradsätze sowie Spindelhubgetriebe oder Aufsteck-Getriebemotoren. Nur mit einem PPS-System, das auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten ist, lassen sich die Datenmengen bewältigen. Jüngste Erweiterung: Umweltmanagement-Funktionen für das Öko-Audit (Bild: Autor)
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Mit flexiblen PPS-Lösungen können Mittelständler ihre Betriebsabläufe besser steuern. Der Antriebstechnik-Spezialist Morat ist noch einen Schritt weiter gegangen. Er erweiterte die Planos-Software gemeinsam mit Anbieter Sib um Module für ein Umwelt-management.

Günter Pott ist Fachjournalist in Kuppenheim

Das Fertigungsprogramm der Franz Morat GmbH & Co. KG in Eisenbach/ Hochschwarzwald umfaßt in Groß- und Kleinserie (Auftragsgrößen bis zu 10 000 Stück) Verzahnungsteile, wie Zahnräder, Schneckenradsätze und Ritzelwellen. Diese werden aus allen bearbeitbaren Werkstoffen hergestellt. Im Bereich Getriebetechnik stellt der Spezialist kundenspezifische Sondergetriebe und Katalogteile unter anderem Hubspindelantriebe oder Aufsteck-Getriebemotoren her. Einzelteile für Getriebe werden in unterschiedlicher Ausführung auf Lager produziert, so daß Kunden in kurzer Zeit bedient werden können. Neuestes Produkt ist eine Schubkette, ein im Baukastenprinzip entwickeltes Kettensystem für schwere Lasten.
Der EDV-Einstieg begann bei Morat (Markenname: Framo-Antriebstechnik) im Jahre 1984. Von vier Anbietern machte die Sib GmbH in Speyer mit ihrem PPS-System Planos das Rennen. Mit den in der Folgezeit eingeführten PPS-Modulen ging man beim Anwender jeweils nach rund sechs Wochen in Echtbetrieb. Derzeit werden 83 Bildschirmterminals der ersten Generation und 38 im Ethernet vernetzte PC unter dem Betriebssystem Novell 3.12 eingesetzt. Der sukzessive Ausbau mit neuer LWL(Lichtwellenleiter)-Verkabelung und dem Betriebssystem Windows NT 4.0++ soll bis zum Jahr 2000 abgeschlossen sein. Die Umstellung auf ein neues Client/Server-Konzept hat begonnen.
„Wir haben 1984 mit der Planos-Materialwirtschaft begonnen und dann schrittweise die Module Bestellabwicklung, Zeitwirtschaft, Vertriebsabwicklung sowie Vor- und Nachkalkulation installiert. Die Bestell- und Vertriebsabwicklung sind über Schnittstellen mit der Finanzbuchhaltung verbunden, Lieferanten- und Kundenrechnungen können somit automatisch verbucht werden“, berichtet Albert Braun, EDV-Leiter bei Morat.
In das Modul Zeitwirtschaft wurden ferner die Planos-Prozessoren zur Arbeitsplan- und Stücklistenerstellung integriert, die alle Arbeitspapiere für den jeweiligen Fertigungsauftrag liefern. Außerdem werden mit den Stücklisten wichtige Informationen für die Konstruktion bereitgestellt. Über eine gute Arbeitsorganisation mit präzisen Arbeitsabläufen habe man schon früher verfügt, jetzt seien diese Arbeiten jedoch automatisiert und der manuelle Aufwand weggefallen, betont der EDV-Leiter.
Das Modul Produktion bietet unter anderem die Funktionen Fertigungsauftragsverwaltung, Durchlaufterminierung, Fertigungsauftrags-Verarbeitung, Betriebsmittel/Belastungsübersicht sowie Grunddatenverwaltung und Bewegungsdaten jeweils mit Auswertungen.
Seit 1986 stellt das Softwarehaus Sib den Anwendern jährlich Upgrades mit kompatiblen Erweiterungen zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit einer Usergroup erarbeitet wurden. Planos entspricht so immer dem neuesten Stand der Anforderungen aus der Praxis. Es unterstützt, um nur einige Beispiele zu nennen, die Anforderungen nach DIN ISO 9000 mit einer Sperrlagerverwaltung, das Verarbeiten von dynamischen Lagerplätzen, die Fertigung in Drittländern (Fertigung außer Haus) mit speziellen Versand- und Zollpapieren oder die Integration zu Edifact. Darüber hinaus ist das System bereits für die Datumumstellung auf das Jahr 2000 eingerichtet und für die Euro-Einführung vorbereitet.
Die bei Morat pro Jahr anfallende Datenmenge setzt sich aus rund 336 000 Lagerbewegungen, 6000 Bestellpositionen, über 34000 verschiedenen Artikeln sowie 121000 Arbeitsplan- und 139000 Stücklistenpositionen zusammen. Hinzu kommen 31000 Kundenauftrags- und 132000 Fertigungsauftragspositionen sowie etwa 48000 Lohnscheine/Arbeitsgänge. Außerdem sind etwa 2600 Kunden- und Lieferanten-Stammdaten im PPS-System gespeichert.
Die Bezahlung der Mitarbeiter erfolgt über verschiedene Leistungsentlohnungen wie Akkord-, Einzel- oder Gruppenprämien. Alle Daten hierzu werden, nachdem jeder abgeschlossene Arbeitsgang durch einen Vorgesetzten bestätigt wurde, von den elf BDE(Betriebsdatenerfassung)-Terminals aufbereitet, dann die Leistungskennzahlen errechnet und diese ausgedruckt. Außerdem werden MDE(Maschinendatenerfassung)-Geräte an 115 von insgesamt etwa 280 Maschinen eingesetzt, die ihre Meldungen an die Zeitwirtschaft und den Fertigungsleitstand abgeben. Dieser informiert in Echtzeit über den jeweiligen Fertigungsstand an den einzelnen Maschinen und stellt die Daten für die Nachkalkulation zur Verfügung.
Nach einer Grundsatzerklärung der Morat-Geschäftsleitung zur Umwelt-politik will das Unternehmen einen weiteren Schritt in Richtung Total-Quality-Management machen. In Erweiterung der internationalen Umweltmanagement-Norm DIN ISO 14001 soll auch die Zertifizierung nach der europäischen Richtlinie EG VO 1836/93 erreicht werden. Hierzu sind die freiwillige Beteiligung an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung Voraussetzung. Hauptziel aller dazu erforderlichen Maßnahmen ist es, Energie und Rohstoffe einzusparen sowie Schadstoffe zu reduzieren. Kurz: Umweltmanagement bis hin zum Öko-Audit.
MDE-Geräte werden an115 Maschinen eingesetzt
Für dieses Projekt wurde das PPS-System Planos in Zusammenarbeit mit dem Anwender um neue Strukturen erweitert, die in das Qualitätsmanagement integriert wurden. Sie lassen sich mit allen anderen Dateien verknüpfen. Hierüber läuft die Stoffdatenverwaltung, das Gefahrstoff- und Energiemanagement, der umweltbewußte Einkauf und das Öko-Controlling. Darüber hinaus liefert die Software Daten zur Abfallwirtschaft einschließlich Abfallbilanz, bietet Hilfen zur Reduzierung des Rohstoffverbrauchs und bei der ökologischen Produktentwicklung. Bei den vorgeschriebenen Auswertungen werden die Abfallbilanz und das Abfallwirtschaftskonzept von Planos unterstützt und die Sachbilanzdaten für
RHB-Stoffe oder zugekaufte Materialien,
Zuwasser,
Energieverbrauchsdaten,
Abwasser und
Abfälle/Reststoffe
automatisch in die Bilanzstruktur übertragen.
Sachbilanzen können prozeß- und anlagenbezogen, produkt-, standort- und unternehmensbezogen angefertigt werden. Sie lassen sich auf Jahres- und Monatsbasis oder für einen frei wählbaren Zeitraum erstellen. Für Bewertungen kann der Anwender umweltorientierte ABC-Klassifizierungen, kritische Volumina sowie das Überschreiten bestimmter Mengen bei der Lagerhaltung hinterlegen und das Belastungspunktverfahren durchführen. „Ferner besteht die Möglichkeit, Entsorgungskosten bis auf die Verursacher- oder Kostenstellenebene zu ermitteln und nach Kriterien der internen oder externen Behandlung beziehungsweise Entsorgung zu unterscheiden“, ergänzt Ulrich Ruth, Umweltschutzbeauftragter bei Morat.
Mit dem Einsatz des PPS-Systems hat sich bei Morat die Transparenz im Fertigungsbereich um ein Vielfaches erhöht. Hinzu kommen eine stets aktuelle Übersicht über die Auslastung der Maschinen und die schnelle, konkrete Sofortauskunft bei telefonischen Kundenrückfragen zum Stand ihres Auftrages. Außerdem ist mit dem PPS-System eine bessere Steuerung aller Betriebsabläufe möglich. Im Umweltschutzbereich liegen die Vorteile ebenso auf der Hand. Zum Beispiel lassen Auswertungen, die hier über bestimmte Zeiträume durchgeführt werden, Mängel sofort erkennen. Die Hilfestellung durch Planos wurde soweit perfektioniert, daß die Freigabe von Gefahrenstoffen nur durch den Umweltschutzbeauftragten erfolgen kann.
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