Digitalisierung

Auf dem richtigen Weg in die digitale Transformation

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Erst jedes zweite Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verfolgt eine bereichsübergreifende Strategie für die digitale Transformation. Wie Digitalpioniere vorgehen sollten.

Christian Mannigel
Journalist aus Handeloh

Laut der Studie von Bitkom Research ist die digitale Transformation in nur 42 % der Unternehmen Chefsache. Überwiegend sind es noch die IT-Abteilungen, die initiativ für Digitalisierungsprojekte sind. „Genau das ist aber ein Manko“, warnt Dr. Clemens Eckert, Partner bei der Unternehmensberatung Maexpartners und dort federführend für dieses Thema. „Denn es geht heute weniger um die technische Umsetzbarkeit von Digitalisierung, als vielmehr darum, den Mindset einer Organisation nachhaltig zu verändern“, weiß der Experte. Eine wirkliche Digitalisierung bedeute einen tiefgehenden Eingriff in Arbeitsweisen und Anforderungsschritte, bei deren Implementierung es vor allem gilt, Mitarbeiter einzubinden und mitzunehmen.

Eine durchgängige digitale Transformation verfolgen Eckert zufolge bislang nur wenige Unternehmen, obwohl so erfahrungsgemäß die größten Effizienzgewinne möglich sind. Vielmehr würden oft Insellösungen angestrebt, zum Beispiel in der Produktion, der Qualitätssicherung, im Vertrieb oder der Logistik. Darüber hinaus würden häufig noch analoge Prozesse nur digital aufgehübscht. Wenn beispielsweise an Projekten in der Entwicklung zwar digital gearbeitet werde, dabei aber nicht jedes Element mit allen vorliegenden Informationen vernetzt ist und die Mitarbeiter nur im gegenseitigen Austausch nacheinander und nicht gleichzeitig in Echtzeit Veränderungen vornehmen, dann sei das immer noch ein analoger Vorgang und keine intelligente Vernetzung der Datenbasis, so sein Credo.

Vollständige digitale Transformation statt nur Insellösungen

Für eine vollkommene digitale Transformation im Unternehmen sieht Eckert einen umfassenden Change-Prozess als Voraussetzung. Ein solcher bedeute einen tiefgreifenden Eingriff in Arbeitsweisen und Anforderungsprofile. Während in traditionellen, hierarchisch geprägten Unternehmen Führungskräfte häufig noch Vorgabe und Kontrolle als wichtige Kriterien sehen und über mehr Wissen als andere verfügen, lösten sich solche Strukturen in digital geprägten Unternehmen zunehmend auf. Dort hätten alle eingebundenen Mitarbeiter Zugang zu den erforderlichen Informationen und mehr Eigenverantwortung. „Damit dies auch wirklich gelingt und diese erhebliche strukturelle Veränderung gemeistert wird“, betont Eckert, „macht es Sinn, eine professionelle Beratung und Begleitung als Unterstützung zu haben.“

Wie können mittelständische Unternehmen diesen Weg gehen?

Eckert empfiehlt, dass im ersten Schritt eine Vision formuliert wird, was konkret durch die Digitalisierung erreicht werden soll. Ist es das primäre Ziel, zum Beispiel den Kundenkontakt zu verbessern, die Effizienz zu steigern und Kosten zu sparen, die Qualität zu steigern oder die Wertschöpfungskette zu erweitern und neue digitale Produkte anzubieten? Erst nach dieser Festlegung stelle sich die Frage, welche technischen Voraussetzungen dafür geschaffen sein müssen. Darüber hinaus müsste die Organisationsstruktur im Unternehmen so gestaltet sein, dass die Digitalisierung greifen kann. Dabei gelte es, die Abläufe erst zu optimieren und dann zu digitalisieren.

„Dabei ist es meist hilfreich, sich nicht gleich zu große Ziele zu setzen und erstmal ein überschaubares Pilotprojekt zu definieren, das möglichst schnell positive Ergebnisse erwarten lässt“, erklärt Eckert. Denn gerade als sogenannter „Fast Follower“ könnten es sich die meisten mittelständischen Unternehmen nicht leisten, mehrere umfangreiche Digitalisierungsprojekte zugleich anzustoßen, von denen vielleicht nur eines funktioniert.

Nur wer seine Ziele kennt, kann die digitale Transformation schaffen

Wer sich über seine Ziele klar ist, kann nicht nur besser ein geeignetes Projekt definieren, sondern auch die positiven Effekte monetarisieren. „Bei großen Investitionsentscheidungen ist aber gerade dies der entscheidende Punkt“, unterstreicht Eckert. „Funktioniert es hingegen im Pilotprojekt und zahlt sich die Umsetzung der Digitalstrategie aus, lässt sich die positive Erfahrung auch auf andere Bereiche übertragen“, erläutert der Experte.

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