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Auf dem Sprung zum globalen Unternehmen

Münchner Management Kolloquium formuliert Thesen
Auf dem Sprung zum globalen Unternehmen

Das globale Unternehmen, Thema der diesjährigen Veranstaltung, beschäftigt besonders auch die Zulieferbranche. Denn sie müssen mit den global Agierenden Schritt halten.

Die Thesen: Wie meistert ein Unternehmen erfolgreich die Zukunftsaufgaben?
1. Homogene Produkte und die Beherrschung der Komplexität sind Schlüssel für die Erschließung globaler Märkte

Die divergierenden Anforderungen der Märkte und das Primat der Kundenorientierung fordern eine ständige Ausweitung der Produktvarianten und der Produktprogramme. Die Notwendigkeit, Innovationen rasch zu verarbeiten und unterschiedlichste Anforderungen der Kunden zu berücksichtigen, führen das Management leicht in eine Komplexitätsfalle. Der Ausweg liegt in der Beherrschung der Komplexität. Sie erfordert ein Umdenken, das bereits in der Produktentwicklung einsetzen muß. Wegweisende Ansätze sind die bei VW realisierte Plattformstrategie, genormte Bauteile und vielseitig verwendbare Baugruppen, die zur Grundlage modularer Produktionsstrukturen führen.
2. Die globale Arbeitsteilung erfordert ein aktives Wissensmanagement
Durch die aufgefächerte Unternehmensstruktur müssen neue Wege gefunden werden, um das Know-how des Unternehmens jeweils im richtigen Augenblick an der richtigen Stelle zur Wirkung zu bringen. Das Management des unternehmensinternen Wissens besteht aus einer Kombination zentraler mit dezentralen Aktivitäten im Bereich der Wissensermittlung und dessen Weitergabe im Unternehmen. Die Einrichtung von Kompetenzzentren in unterschiedlichen Produktionsstandorten führt zur Bildung von Brennpunkten, in denen das Unternehmenswissen gesammelt und in Anwendung umgesetzt wird. Die zentrale Steuerung stellt dabei den freien Fluß des Wissens im Unternehmen und die Generierung neuer Erkenntnisse aus dem Umfeld sicher.
3. Service-Engineering wird zum Motor der Kundenbindung
Die Entwicklung vom nur produzierenden Unternehmen zum serviceorientierten Anbieter prägt globale Strategien. Die Strategie muß auf die Lösung der Kundenprobleme ausgerichtet werden. Entscheidender Punkt ist die Einbindung der Kunden in die unternehmerischen Aktivitäten. Eine Service-to-Success-Strategie, bei der das anbietende Unternehmen die Lösung der Kundenprobleme im internationalen Maßstab zur Triebfeder der eigenen Aktivitäten macht, ist eine wesentliche Grundlage globaler Entwicklungsstrategien.
4. Stakeholder Values dürfen nicht auf dem Altar der Shareholder Values geopfert werden
Globale Unternehmen sind auf das Know-how und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter stärker angewiesen als klassische Exportunternehmen. Die weite Spreizung der Aktivitäten macht das Management der Human Resources zu einem Eckpfeiler des Unternehmenserfolges. Der Mitarbeiter rückt als Agent der internen Internationalisierung in das Zentrum der unternehmerischen Strategie.
5. Schnelligkeit und Flexibilität sind auf der internationalen Bühne Grundlagen des Erfolges
Die Verkürzung der Lebenszyklen von Produkten jeder Art und die Akzeleration bei der Umsetzung von Wissen in marktrelevante Strategien sind auf internationaler Ebene entscheidende Faktoren. Das Unternehmen muß sich bewußt für neue Entwicklungen offen halten. Nachzügler-Strategien, die im nationalen Rahmen noch erfolgversprechend sein können, sind bei einem globalen Player kein brauchbares Konzept. Wettbewerbsvorteile gehen regelmäßig an die Anbieter, die in ihren Bereichen auch die Pioniere sind.
6. Die Beherrschung von Netzwerkstrukturen und Kooperationen auf globaler Basis sind entscheidende Techniken für den internationalen Erfolg
Gerade mittelgroße Unternehmen sind auf das Arbeiten in Netzwerken angewiesen, wenn sie weltweit expandieren. Die Kooperation mit einer Mehrzahl von Partnern und bei verschiedenen Aufgabenstellungen sind wesentliche Grundlage einer expansiven Strategie. Die Beherrschung von Netzwerkstrukturen führt zur Verbreiterung des Know-how und zur besseren Ausnutzung finanzieller Ressourcen sowie der eigenen Kompetenzen. Für den Sprung auf die internationalen Märkte sind Kooperationen in vielen Fällen einer Übernahmestrategie vorzuziehen. Im Netzwerk bleiben die Unternehmenskulturen erhalten, die Stärken der Partner aber werden durch die Konzentration auf bestimmte Aufgaben potenziert.
7. Die Konzentration auf Kernkompetenzen ist wichtiger denn je
Angesichts der Verschärfung des Wettbewerbes durch den Abbau länderspezifischer Schutzwälle wird die Konzentration auf die eigenen Stärken ein entscheidender Faktor. Die Weltklasse auf einem oft nur schmalen Gebiet kann den Anbieter attraktiv für Kooperationen machen, die wiederum der Schlüssel für weltweite Markterschließung sind.
8. Der Ausbau des Wissens und die Umsetzung in Innovationen sind Kennzeichen eines Spitzenreiters
Die Aufgeschlossenheit für neue Entwicklungen und die ständige Suche nach neuen Ansätzen im Bereich der eigenen Kompetenzen sind eine zentrale Aufgabe des globalen Management. Die Pflege und Verdichtung des vorhandenen Wissens ist ein vielversprechender Weg bei der Suche nach Innovationen, die den Markt begeistern. Die Implementierung einer lnnovationskultur gehört zu den zentralen Aufgaben internationaler Unternehmen.
9. Implementierung neuer Techniken wird zur Aufgabe des Managements
Das hohe Tempo der technischen Entwicklung in der Informationstechnologie verändert die Arbeitsabläufe und die Möglichkeiten optimaler Ausnutzung der eigenen Ressourcen in einer bisher nicht gekannten Geschwindigkeit. Globale Unternehmen nutzen die rasanten Fortschritte der Informationstechnologie ohne Zögern aus. Die Umsetzung des Internet in die unternehmerische Strategie führt zu totalen Veränderungen des Wettbewerbes. Die Offenheit für neue Entwicklungen macht Unternehmen zu Pionieren, die die Spielregeln des Geschäftes neu definieren.
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
Ausgabe
19.2021
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