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Auf der Suche nach dem Robotik-Windows

Robotik
Auf der Suche nach dem Robotik-Windows

Auf der Suche nach dem Robotik-Windows
Auf dem Robotics Festival in Leipzig diskutierten Experten, Anwender und Wissenschaftler über die aktuellen Trends. Bild: Robotics Festival 2022 by Robot Valley Saxony
Anbieter arbeiten aus verschiedenen Richtungen am Windows für Roboter, wie das Robotik Festival in Leipzig zeigt. Ein universelles Betriebssystem könnte der entscheidende Schritt sein, um die Technologie zu vereinfachen und noch massentauglicher zu machen.

» Markus Strehlitz, freier Journalist in Mannheim

Die Robotik ist heute sehr speziell“, sagt Christian Piechnick, CEO des Startups Wandelbots. Die Applikationen seien sehr vielfältig – von Schweißaufgaben in der Industrie bis zu Anwendungen im Haushalt. Für jede einzelne Anwendung ist bisher spezielles Knowhow notwendig. Denn jeder Roboter spricht seine eigene Programmiersprache. Das führt laut Piechnick dazu, dass sich Unternehmen hauptsächlich mit dem Aufbau dieses Knowhows beschäftigen und nicht mit dem eigentlichen Problem.

Wandelbots will dies ändern. Mit einer Teaching-Software, mit deren Hilfe ein Nutzer dem Roboter auf einfache Weise – nämlich mittels eines Stifts – seine Aufgabe beibringen kann, hat das Startup bereits für Furore gesorgt. Auf Basis dieser Software hat es nun eine universelle Programmiersprache entwickelt, mit der sich alle Roboter – unabhängig von Hersteller oder Modell – steuern lassen sollen. Anwender können damit eigene Systeme entwickeln und die Wandelbots-Software in bestehende Prozesse einbauen. Vorgestellt wurde das neue Produkt auf dem Robotics Festival in Leipzig, das vom Robotic Valley Saxony organisiert wurde.

Wandelscript könne in viele andere Programmiersprachen wie zum Beispiel Python eingebettet werden, erklärt Piechnick. Damit vergrößert sich der Pool an Leuten, die Roboter steuern können, um ein Vielfaches. Denn dies ist jetzt nicht mehr nur der überschaubaren Menge an Robotik-Experten vorbehalten. „Wir ermöglichen es Millionen von Python-Entwicklern, ohne Robotik-Knowhow auch Anwendungen für Roboter zu schreiben“, sagt Piechnick. „So geben wir vielen kreativen Menschen ein Werkzeug in die Hand, um eigene Lösungen gestalten zu können.“ Dies sei eine wichtige Voraussetzung, um die Zahl von weltweit installierten Robotern deutlich zu erhöhen.

Das Festival zeigte, dass Piechnick mit dieser Idee nicht allein ist. Mit seinem neu gegründeten Unternehmen Voraus Robotik will Jens Kotlarski ebenfalls die Herstellergrenzen für die Nutzung von Robotern durchbrechen. Mit dem Startup Yuanda hat er zuvor an einem Roboter mit künstlicher Intelligenz gearbeitet. Das dazugehörige Betriebssystem wurde nun so weiterentwickelt, dass es sich für verschiedene Roboter nutzen lässt. „Wir haben unser System so aufgebaut, dass es mit verschiedenen Hardware-Architekturen läuft und sich schnell installieren lässt“, sagt Kotlarski. „Wir pflanzen quasi unsere Software ins das Herz eines jeden Roboters.“

Letztendlich führen die Ansätze von Wandelbots und Voraus in die gleiche Richtung. Es geht darum, quasi ein Windows der Robotik zu etablieren. Und dabei bekommen die Startups Konkurrenz von gestandenen Anbietern. Auch Kuka verfolge mit seiner Software-Lösung Easy ein ähnliches Ziel, berichtet Helmut Schmid, Vorstand des Deutschen Robotikverbands. Und Google arbeite mit seinem neu gegründeten Tochterunternehmen Intrinsic ebenfalls an einer einheitlichen Bedien-Software.

Schmid geht fest davon aus, dass es in Zukunft einen übergeordneten Layer geben wird, um die unterschiedlichen Robotik-Systeme zu bedienen. Welcher Anbieter sich dabei durchsetzen wird, ist noch unklar. Aber noch interessanter könne es dann werden, „wenn man über diese Bedienschnittstelle irgendwann auch auf andere Maschinen, die per SPS gesteuert werden, zugreifen kann“, so Schmid.

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