Leichtmetall soll um ein Drittel billiger werden

Australier gewinnen Magnesium aus Asche

Dr. Hannelore Patz wirbt um Investoren: „Wir gewinnen Magnesium aus Braunkohleasche – bisher einem reinen Abfallprodukt.“
Anzeige
Bei Melbourne planen australische Geschäftsleute ein Werk, in dem Magnesium aus Braunkohle-Asche produziert werden soll. Sie wollen damit den Herstell-Aufwand für das wieder begehrte Leichtmetall um ein Drittel senken.

Von unserem Redaktionsmitglied Olaf Stauß olaf.stauss@konradin.de

Zehn bis zwölf Prozent Magnesium enthält die Asche, die im australischen Latrobe Valley als Abfallprodukt von drei Braunkohle-Kraftwerken anfällt. Das Leichtmetall ließe sich dort um gut ein Drittel preiswerter gewinnen als in irgendeiner anderen Produktionsstätte der westlichen Welt, sagt Dr. Hannelore Patz von der dafür gegründeten Latrobe Magnesium Ltd., Hornsby. Um das Joint Venture bekannt zu machen und Investoren zu finden, reist sie zur Zeit durch Europa: „Auf Grund unserer niedrigen Herstellkosten besetzen wir eine Marktnische, die der Automobilindustrie die Möglichkeit bietet, ihre Abhängigkeit von den chinesischen Lieferanten zu verringern.“
Das Magnesium aus dem Latrobe Valley wird vor allem aus zwei Gründen preisgünstig sein: Zu seiner Gewinnung sind keine Bergbau-Aktivitäten notwendig, und zudem entfällt der Prozessschritt des Zerkleinerns und Mahlens. Gegen die Preise der chinesischen Konkurrenz komme es dennoch nicht an, räumt Hannelore Patz ein. Dafür sieht die Ökologie- und Energiebilanz wesentlich besser aus: Dank eines neuartigen Dehydratationsverfahrens von Alcan soll die Magnesiumgewinnung gegenüber herkömmlichen Methoden rund 25 % weniger Energie benötigen, die sich zudem von den benachbarten Braunkohlekraftwerken abzwacken lässt. China dagegen setzt Holzkohle als Energieträger ein. Sollte die EU eines Tages auch den Energieverbrauch zum Maßstab für den Werkstoff-Einsatz im Auto machen – und davon geht Dr. Patz aus – würde das australische Leichtmetall besser dastehen.
Braunkohle-Asche mit zwölf Prozent Magnesium
Die geplante Anlage in Australiens südlichstem Bundesstaat Victoria soll bis Ende 2008 die volle Produktionskapazität erreichen und jährlich etwa 100 000 t Magnesium liefern. Nach den Berechnungen wird sie etwa 1 Mrd. AU-$ kosten, rund 550 Mio. Euro. Die erste Durchführungsstudie ist abgeschlossen. Für die nun folgende zweijährige Analyse erwartet Patz demnächst eine Zusage des australischen Staates für einen Zuschuss von umgerechnet rund 14 Mio. Euro, davon zunächst 1,7 Mio für das erste Jahr. Ihre Prognose: „Ich denke, dass wir uns durchsetzen. Denn von der Kostenseite her liegen wir besser als andere australische Projekte, die bereits mit Erfolg produzieren.“
Anzeige

Industrieanzeiger

Titelbild Industrieanzeiger 34
Ausgabe
34.2019
LESEN
ABO

E.ON: Energie für Unternehmen

E.ON für Unternehmen

Energielösungen für Unternehmen

Video aktuell

Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Tipps der Redaktion

Unsere Technik-Empfehlungen für Sie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Unsere Partner

Starke Zeitschrift – starke Partner

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de