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Autohersteller schnüren passende Leasingpakete

Kleintransporter wichtigstes Nutzfahrzeug-Segment
Autohersteller schnüren passende Leasingpakete

Die ständig steigende Zahl von Leasingverträgen im Bereich Nutzfahrzeuge kommt nicht von ungefähr: Viele Unternehmen nutzen die Vorteile, die ihnen gut abgestimmte Vertragskonditionen bieten.

Volker Breeg ist Journalist in Göppingen

Automobil-Leasing erfreut sich bei den deutschen Unternehmen einer zunehmenden Beliebtheit. Spielte diese Finanzierungsalternative zu Beginn der siebziger Jahre noch kaum eine Rolle, ist sie heute ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Wurde 1973 nur eines von 324 Fahrzeugen geleast, ist es heute schätzungsweise jedes fünfte. Gut 50 Prozent aller Leasinggüter sind Straßenfahrzeuge. Der Großteil davon sind gewerbliche Leasinginvestitionen. Die Hauptgründe für diesen anhaltenden Trend sind die zahlreichen Vorteile der Finanzierungsalternative: Immer flexibler gestaltbare Verträge, genauer kalkulierbare Unterhaltskosten, zudem veraltet der Fuhrpark aufgrund der kurzen Laufzeit der Leasingverträge nicht. Das wichtigste Marktsegment im Bereich der Nutzfahrzeuge sind Kleintransporter von zwei bis vier Tonnen Gewicht. Ihr Anteil am Nutzfahrzeugsektor beträgt rund 52 Prozent.
Den richtigen Anbieter für den gewünschten Fuhrpark finden
Eine wichtige Entscheidung, die Leasinginteressenten treffen müssen, ist, ob die Leasinggesellschaft eines Automobilherstellers oder ein herstellerunabhängiges Leasingunternehmen beauftragt werden soll. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorteile:
Herstellerabhängige Leasinggesellschaften sind meist 100prozentige Töchter des jeweiligen Automobilkonzerns. Sie sind auch daran interessiert, neben der Finanzdienstleistung den Absatz ihrer Konzernprodukte zu fördern. Der Leasingnehmer soll so an die Marke gebunden werden.
Unabhängige Leasinggesellschaften vermitteln hingegen unterschiedliche Fabrikate. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, markenunabhängig Kundenwünsche zu erfüllen. Als Finanzdienstleister stellen sie den Unternehmen eine Finanzierung für die jeweils gewünschten Fahrzeuge auf die Beine.
Gerade bei den herstellerabhängigen Leasinggesellschaften können auch mal Zugeständnisse bei den Konditionen erreicht werden, wenn der Konzern den Absatz eines Modells ankurbeln will. Vorteile ergeben sich zudem, wenn ein Unternehmen seinen Fuhrpark aus der Modellpalette eines einzigen Herstellers optimal zusammenstellen kann. Sind jedoch Typen oder Klassen gefragt, für die auf die Baureihen mehrerer Automobilfirmen zurückgegriffen werden muß, ist der Unternehmer bei einem unabhängigen Finanzdienstleister unter Umständen besser aufgehoben. Auf diese Weise kann sich der Unternehmer seinen Fuhrpark aus den optimalen Fahrzeugen verschiedener Hersteller zusammenstellen.
Um die allgemeinen Vorteile des Leasing zu nutzen, ist es jedoch gleich, bei welcher Gesellschaft das Fahrzeug geleast wird. Die wichtigsten Punkte für Unternehmer sind:
Eigenkapital:
Bei gewerblichen Leasingverträgen erhält der Leasingnehmer – sofern keine Leasingsonderzahlung erhoben wird – eine hundertprozentige Finanzierung des Wirtschaftsgutes. Das Eigenkapital wird somit geschont und kann höher rentierlichen Vorhaben zugeführt oder in Fremdfinanzierungen eingebunden werden.
Liquiditätsspielraum:
Die Eigenkapitalersparnis schont die Liquidität des Unternehmens. Im Normalfall werden die laufenden Mietraten durch Erlöse, abgedeckt die die Leasingobjekte erwirtschaften. Der gewerbliche Leasingnehmer sollte daher darauf achten, daß zwischen der Zahlung der Mietraten und den realisierten Einnahmen nur geringe Zeitspannen liegen.
Keine dinglichen Sicherheiten:
Ausschlaggebend für den Leasinggeber sind die Kalkulation der Ertragskraft und die unternehmerischen Fähigkeiten des Leasingnehmers. Das Verschuldungslimit des Unternehmens wird nicht belastet. Aus diesem Grund schafft Leasing eine zusätzliche Kapitalquelle. Selbstverständlich prüfen Leasinggesellschaften stets die Bonität ihres Vertragspartners.
Kalkulationssicherheit:
Die meisten Leasingverträge beinhalten feste Mieten für die gesamte Vertragsdauer. Zusätzliche Belastungen wie Anzahlungen und Nachfinanzierungen fallen nicht an. Leasing bietet für die Kostenplanung eine sichere, überschaubare und unkomplizierte Kalkulationsbasis. Unvorhersehbare Belastungen durch Zinsschwankungen sind ausgeschlossen.
Kürzere Investitionszyklen:
Der Leasingnehmer bestimmt – im Rahmen der vom Steuerrecht vorgegebenen Mindest- und Höchstgrenzen – die Laufzeit des Vertrages. Er kann dabei seine betriebsindividuellen, branchen- und markttypischen Verhältnisse berücksichtigen. Gegebenenfalls kann auch die Möglichkeit einer vorzeitigen Beendigung des Vertrages vereinbart werden. Damit sinkt das Investitionsrisiko.
Unternehmen können den Servicegleich mitleasen
Steuervorteile:
Die Leasingraten sind steuerlich voll als Betriebsausgaben absetzbar. Voraussetzung beim Fahrzeugleasing: Die Laufzeit muß sich im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen 40 bis 90 Prozent der betrieblichen Nutzungsdauer bewegen. Vorteile ergeben sich dann, wenn die Laufzeit der Leasingverträge kürzer als die steuerlich zulässigen Abschreibungsfristen ist. Es entfällt die Versteuerung der stillen Reserve, die beim Verkauf von Wirtschaftsgütern aus eigenem Besitz zwingend aufgelöst werden müßte.
Kurze Vertragsdauer:
Da ein Leasingvertrag in der Regel nur 24 oder 36 Monate läuft, kann der Leasingnehmer nach Ablauf dieser Frist auf ein neueres und damit meist zuverlässigeres und besseres Modell umsteigen. Der Fuhrpark veraltet nicht.
Ein besonderes Angebot ist das sogenannte Serviceleasing oder Fuhrparkmanagement. Bei diesen Vertragsarten sind Leistungen wie Wartung, Verschleißreparaturen sowie Versicherungsschutz inklusive Unfallschadensabwicklung vertraglich eingebunden. Zudem hält umfangreiches Serviceleasing die Betriebskostenabrechnung vom Betrieb fern und reduziert den Verwaltungsaufwand.
Darüber, ob Leasing gegenüber dem Eigentumserwerb die günstigere Alternative darstellt, kann nur eine detaillierte Kalkulation Aufschluß geben. Die effektiven Leasingkosten berechnen sich aus der Leasingrate minus der Steuerersparnis. Sind diese Kosten geringer als die Kapitalkosten beim Kauf, sprich Abschreibungen plus Zinsen, lohnt sich für den Unternehmer das Leasing.
Grundsätzliche Vertragsarten beim Leasing: Open-End-Vertrag mit Restwertabrechnung:
  • 1.Die Vertragspartner legen bei Vertragsbeginn einen Gebrauchtwagenwert fest. Diese Summe schuldet der Leasingnehmer dem Leasinggeber nach Vertragsende in jedem Fall.
  • 2.Nach Vertragsablauf verkauft der Leasinggeber den Wagen und vergleicht den Erlös mit dem alten kalkulierten Restwert.
  • 3.Der Kunde erhält 75 Prozent eines Mehrerlöses, den Mindererlös muß er zu 100 Prozent dem Leasing-geber erstatten.
  • 4. Der Leasingnehmer kennt die Gesamtkosten erst nach Vertragsablauf .
Der Nachteil des Open-End-Vertrages ist, daß die Gesamt-kosten erst nach Vertragsablauf ermittelt werden können, da der Wiederverkaufswert des Fahrzeugs bei Vertragsbeginn nur geschätzt ist.
Closed-End-Vertrag ohne Restwertabrechnung:
  • 1. Es wird kein Gebrauchtwagenwert nach Vertragsende festgesetzt.
  • 2.Nach Vertragsablauf verkauft der Leasinggeber den Wagen auf eigenes Risiko. Sind Schäden entstanden, muß der Leasingnehmer diese begleichen.
  • 3. Es werden nur die Mehr- oder Minderkilometer gegenüber der vereinbarten Laufleistung abgerechnet.
  • 4. Der Kunde kann die Gesamtkosten besser kalkulieren.
Beim Closed-End-Vertrag entfällt diese Schätzung; alle Kosten sind schon im voraus bekannt. Lediglich mögliche Beschädigungen muß der Leasingnehmer auf eigene Kosten begleichen.
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
Ausgabe
19.2021
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