Globale Vermarktung von Smart Cars als Ziel

Chinas Autobauer läuten Patentoffensive ein

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Automotive | Chinesische Autobauer und Zulieferer entwickeln und patentieren mit hoher Geschwindigkeit und zunehmender Erfindungshöhe. Um das eigene F&E-Budget effizient einzusetzen und Kosten für teure Verletzungsprozesse zu vermeiden, sollten deutsche OEMs und Zulieferer die hohe Zahl chinesischer Patente durchforsten rät ANP-Geschäftsführer Peter Nagel.

Sie kopieren nicht mehr nur die Designs und Komponenten westlicher Hersteller, sondern entwickeln und patentieren mit hoher Geschwindigkeit und zunehmender Erfindungshöhe: chinesische Automobilhesteller und ihre Zulieferer. Dies belegen Patentrecherchen in lokalen Datenbanken in chinesischer Sprache, die oft verblüffende Ergebnisse zutage fördern, betont der Essener Automobilexperte Peter Nagel von ANP Management Consulting.

Auch im Bereich der Elektrifizierung und Digitalisierung von Automobilen (Smart Cars) preschen die Chinesen nach vorne – von westlichen Wettbewerbern oft weitgehend unbemerkt.
China setzt zum Leapfrog an
Die Innovationskraft chinesischer Automobilhersteller und -zulieferer wird von der chinesischen Regierung gestärkt. Nach den Vorgaben der Agenda „Made in China 2025“ will China traditionelle Antriebskonzepte weitgehend überspringen und sich u.a. direkt auf E-Mobilität und die Digitalisierung sowie die Vernetzung von Fahrzeugen fokussieren. Kapital für die notwendigen Investitionen ist zur Genüge vorhanden. Die aufstrebenden IT-Konzerne und Autohersteller aus dem Reich der Mitte werden hierzulande noch immer unterschätzt.
Bei der Entwicklung von Smart Cars setzen die Chinesen auf die Zusammenarbeit von Autobauern, Elektronikkonzernen und Universitäten. Unter anderem kooperieren Dongfeng mit Huawei, Chery mit Foxconn und der Wuhan University sowie SAIC mit Alibaba. Bei den deutschen Marken kooperiert BMW mit dem Internetriesen Baidu.
Die meisten Patente für Smart Cars betreffen die Elektromobilität mit dem Schwerpunkt Batterietechnik und die Automatisierung mit den Hauptanwendungen autonomes Fahren, Fahrer-Assistenzsysteme und Telematik. Während Batteriepatente hauptsächlich von Unternehmen angemeldet werden, kommen die Schutzrechte für das autonome Fahren und die Assistenzsysteme von den Universitäten.
Überblick einiger der wichtigsten Anmelder von Patenten für Smart Cars
(Anmeldungen, erteilte Patente und Gebrauchsmuster für die Periode 2011 – 2016, Anzahl der Patente in Klammern)
Batterien für Elektroautos:
BYD Co., Ltd (137)
Chery Automobile Co., Ltd (120)
Chaowei Power Co., Ltd (69) (Hersteller von Batterien für Elektroautos)
Chongqing Changan Automobile (57)
Geely Automobile (54)
Autonomes Fahren:
Jiangsu University (20)
Beiqi Foton Motor Co., Ltd (16)
Chery Automobile Co., Ltd (15)
Shanghai Jiaotong University (14)
Geely Automobile (13)
Assistenzsysteme:
Southeast University (31)
Geely Automobile (17)
Chengdu Chuanrui Technology Co., Ltd. (16)
Jilin University (11)
Nanjing University of Information Science & Technology (8)
Patente nur in chinesischer Sprache
Um das eigene F&E Budget effizient einzusetzen und Kosten für teure Verletzungsprozesse zu vermeiden, sollten deutsche OEMs und Zulieferer die hohe Zahl chinesischer Patente durchforsten rät ANP Geschäftsführer Peter Nagel. Analysen chinesischer Automobilpatente machen die Grenzen der eigenen Ausübungsfreiheit sichtbar und zeigen, auf welche Technologien und Lösungen der Wettbewerb setzt. Dadurch werden Trends und abrupte Trendwenden im Innovationsgeschehen offensichtlich (Identifikation von White Spots).
Erschwerend sei, betont Peter Nagel, dass praktisch alle Gebrauchsmuster und der größte Teil der Erfindungspatente nur in chinesischer Sprache vorliegen würden und nicht selten unter einem anderen Namen angemeldet werden. Wichtige Informationen sind das Anmeldedatum chinesischer Automobilpatente, ihr Schutzumfang, die Breite und Tiefe ihrer Ansprüche sowie Lücken, die genutzt werden können. Daraus lassen sich auch die Schwächen des eigenen Patentportfolios und rechtliche Risiken erkennen, die beseitigt werden müssen. Schließlich können über Patentanalysen oft diejenigen Personen identifiziert werden, die für die Innovation verantwortlich sind – eine wichtige Information im Kampf um Talente.
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