Dürr-Materialwirtschaftler Harald Rüber zum veränderten Profil des Einkäufers

Der moderne Profi im Einkauf ist heute kein Einzelkämpfer mehr

„Die neuen Medien sind aus dem Einkauf nicht mehr wegzudenken. Vor allem bei internationalen Beschaffungstätigkeiten spielt die elektronische Datenübertragung eine entscheidende Rolle.“Harald Rüber ist Leiter Materialwirtschaft bei der Dürr Systems GmbH in Stuttgart
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Das Profil des Einkäufers hat sich in den letzten Jahren entscheidend geändert. Für Harald Rüber, Materialwirtschaftsleiter bei der Stuttgarter Dürr Systems GmbH, sind Teamfähigkeit sowie eine gute Kombination aus technischem und kaufmännischem Wissen die ausschlaggebenden Kriterien für einen weltweiten, effektiven Einkauf.

Das Gespräch führte unsere Mitarbeiterin Susanne Schwab

? Welche Bedeutung hat der Einkäufer für ein Unternehmen?
! In den letzten Jahren wurden in vielen Branchen die fremden Herstellungskosten, also der Zukauf, enorm gesteigert. Dabei werden Werte bis zu 80 Prozent erreicht. Angesichts dieser Tatsache steht die Bedeutung des Einkäufers außer Frage! Neben den klassischen Funktionen, das heißt, der Beschaffung von Komponenten, Systemen und Dienstleistungen, tritt die aktive Mitarbeit in den Auftragsteams immer stärker in den Vordergrund. Damit ist der Einkäufer bereits im Vorfeld eingebunden und bekommt die Chance, die Beschaffungspolitik aktiv mitzugestalten. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die weltweite Koordination der internationalen Beschaffungstätigkeiten.
?Wie haben sich die Anforderungen des Einkäufers in den letzten Jahren verändert?
!Die Tätigkeit des Einkäufers hat sich vom reinen Abarbeiten der Bestellungen hin zu komplexeren Tätigkeiten entwickelt. Die wichtigsten Schlagworte sind dabei der strategische Modul- und Systemeinkauf, der Aufbau von Partnerlieferanten, internationales Pooling, die aktive Markt- und Lieferantenpflege sowie das Erstellen von Rahmenverträgen für Normteile beziehungsweise Standardleistungen und natürlich die aktive Kostenabwehr. Das heißt für den Einkäufer im Klartext: Er muß die Anforderungen, die sich für den Lieferanten ergeben, erkennen und außerdem deren Möglichkeiten beurteilen können.
?Welche Qualifikationen muß er für diese Aufgaben haben?
!Der moderne Einkäufer ist kein Einzelkämpfer mehr. Er muß im Team mitarbeiten, daher ist Teamfähigkeit wichtig. Ebenfalls benötigt er fundiertes Wissen im Vertragswesen und speziell auch im internationalen Vertragswesen. Weiterhin sind heutzutage natürlich Fremdsprachen unerläßlich.
?Immer mehr Produkte werden im Ausland beschafft. Welche Vor- und Nachteile entstehen hier für den Einkäufer?
!Der Zukauf von Produkten im Ausland birgt für den Einkäufer zunächst einmal riesige Chancen, die Marktpotentiale bezüglich Technik und Kosten auszunutzen. Allerdings muß dies gut vorbereitet sein. Zum ersten muß er die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Lieferanten selbst sowie dessen Umfeld und auch eventuelle politische Einflüsse beurteilen. Als nächstes müssen die Verträge entsprechend den Rahmenbedingungen ausgearbeitet werden, und – ganz wichtig – er muß die erforderliche technische Anleitung sowie die Ausführungsüberwachung planen. Diese Überwachung kann vor Ort erfolgen, aber auch mit modernen Kommunikationsmittel, wie Bild- und Datenübertragung. Zuletzt müssen noch die Frachtkosten und -zeiten berücksichtigt werden.
?Welche weiteren Rollen spielen für den Einkaufsverantwortlichen die neuen Medien wie Internet und CD-ROM?
!Die modernen Medien sind heutzutage aus dem Einkauf nicht mehr wegzudenken. Neben den üblichen Funktionen werden die Datenübertragungsmittel für den Einkäufer immer interessanter. So kann beispielsweise die Anfragezeit durch Wortübertragung sowie Daten- und Zeichnungsübertragung per E-Mail entscheidend verkürzt werden. Fachkataloge auf CD-ROM sind heute schon eine gute Ergänzung zum Papierkatalog. Es muß aber noch die Zugriffsfreundlichkeit einer CD-ROM gegenüber dem herkömmlichen, bekannten Papierkatalog noch deutlich verbessert werden.
?Wie sind die Zukunftsperspektiven für Einkäufer?
!Wie schon anfangs gesagt, ändern sich die Tätigkeiten im Einkauf von der reinen Bestell-Abarbeitung hin zur aktiven Beschaffungspolitik. Idealerweise verbindet der Einkäufer dazu technisches und kaufmännisches Wissen.
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