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Der neue Mitarbeiterkommt per Mausklick

Personalbeschaffung: Das Internet eröffnet neue Wege
Der neue Mitarbeiterkommt per Mausklick

Job & Adverts-Chef Dr. Metzger sieht die Internet-Jobbörse nicht nur als Medium für internationale Konzerne, sondern auch für die mittelständische Industrie
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Auf Personalsuche im Internet: Immer mehr Unternehmen nutzen die neuen Medien, um den geeigneten Mitarbeiter zu finden. Das elektronische Informationssystem der Arbeitsämter beispielsweise bietet eine übersichtliche Auswahl an Bewerbern.

Gabriele Müller ist freie Journalistin in Wuppertal

Wir suchen einen Diplomingenieur Fachrichtung Maschinenbau mit mehrjähriger Berufserfahrung für….“ So oder ähnlich steht es in den Anzeigenteilen der großen Tageszeitungen. Was dann auf den Personalsachbearbeiter zukommt, ist eine Flut von schriftlichen Bewerbungen, die längst nicht immer zum gesuchten Mitarbeiter führt. Ob Headhunter oder private Vermittler – sie können nur Adressen präsentieren, die sich in ihrer Kartei befinden, Garantie für den Erfolg übernehmen auch sie nicht. Bleibt noch der Weg zur oft unbeliebten Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg und ihren örtlichen Arbeitsämtern. Doch wenn der Bewerber überregional gesucht werden soll? Vorbei sind die Zeiten, wo es lediglich den mühevollen anstaltsinternen Abgleich zwischen Angebot und Nachfrage per Annonce im hauseigenen Blatt Markt und Chance gab.
Die Nürnberger setzen auf Elektronik und präsentieren nach dem SIS, dem Stelleninformationsservice für Bewerber, jetzt auch AIS, das Arbeitgeberinformationssystem im Internet. Übersichtlich gegliedert, leicht zu finden, ist AIS seit wenigen Wochen http://www.arbeitsamt.de im Netz zu finden. Hier können Firmen nach dem Bewerber ihrer Wahl fahnden. Persönliche Daten wie Namen und Adresse werden aber nicht genannt, dafür Alter, Qualifikation und Berufserfahrung.
Klick für Klick kann jeder Personalchef dem gewünschten Bewerber seiner Wahl näher kommen: Kriterien wie Alter, Geschlecht, Führerschein, Ausbildung, Region und Ort grenzen die Auswahl ein. Die Kontaktaufnahme erfolgt dann über das zuständige Arbeitsamt.
Angebot und Nachfrage ins Internet stellen
„Als Zusatzangebot“ für Unternehmen soll AIS verstanden werden, nicht als Ersatz für die Beratung, so die staatlichen Jobvermittler, die sich hier in elektronischer Konkurrenz zu einer immer größer werdender Zahl von Internet-Jobbörsen befinden.
„Meine Erfahrungen mit AIS sind nicht die besten. Deshalb habe ich mich bei einer ganzen Anzahl von Jobbörsen eingeklinkt.“ Ulrich Pfuhl, Geschäftsführer der Pfuhl GmbH in Ebersberg, suchte Werkzeugmacher. Seine Stellenanzeige fand er bei AIS „viel zu stark redigiert und verändert.“ Von der ursprünglichen Formulierung seiner Anzeige sei nicht mehr viel übrig geblieben, moniert er. Selbst erst mit seiner Homepage seit wenigen Monaten im Internet, suchte und fand er die Angebote von Jobbörsen und stellte dort seine Stellenanzeige in Netz. Das Resultat: Eher noch mager. Für Pfuhl kein Grund zur Resignation. „Wir haben eine Antwort aus Berlin bekommen, aber für den Bewerber kam ein Umzug nach Bayern nicht in Frage“, erinnert sich der Chef des auf die Herstellung von Präzisionsspritzgußteilen aus Thermoplast, Duroplast und HTV-Flüssig-Silicon-Kautschuk spezialisierten Unternehmens. Aufgeben will Pfuhl nicht, er sucht weiter, denn mit dem Internet hat er insgesamt positive Erfahrungen gemacht, die ihn auch auf Erfolg bei der Bewerbersuche hoffen lassen. „Immerhin haben wir über unseren Gesamtauftritt schon interessante Kontakte geknüpft und vielleicht auch einen neuen Kunden gewonnen, da werden sich auch die passenden Mitarbeiter finden“, glaubt er.
Viel hängt bei der Bewerbersuche für die Unternehmen auch davon ab, in welcher der Jobbörsen sie inserieren. Allrounder gesucht? Da macht es wenig Sinn, das eigene Stellenangebot in einer Börse nur für Spezialisten unterzubringen, die es auch reichlich im Netz gibt. Zu überlegen ist auch, welcher der Anbieter für die eigenen Zwecke den meisten Erfolg verspricht, denn Aufbau und die Suchkriterien der Börsen sind recht unterschiedlich. Alphabetisch geordnet tauchen Firmen bei den einen, nach Branchen sortiert bei den anderen auf. Viele Anbieter ermöglichen es auch den Bewerbern, eigene Gesuche aufzugeben oder haben eigene Bereiche für Hochschulabsolventen oder Praktikanten eingerichtet, die sich, ihre Studienschwerpunkte und die Themen ihrer Abschlußarbeiten vorstellen.
Bei der Fülle der elektronischen Angebote zur Personalbeschaffung hat das Unternehmen heute die Qual der Wahl. Denn mittlerweile tummeln sich einige hundert Anbieter auf diesem lukrativen Markt. Schon der Service für den Kunden ist recht unterschiedlich. Er reicht von der einfachen Anzeige mit oder ohne Link auf die eigenen Homepage bis zur Bereitstellung von Werbeflächen bis hin zu Seminaren mit dem Internet als Instrument der Personalsuche, wie sie etwa die Jobs & Adverts GmbH in Oberursel anbietet.
Finanzielle Alternative zu Zeitungsannoncen
Auch die Kosten für die elektronische Personaloffensive differieren je nach Service und Leistung beträchtlich. Im vordefinierten Layout und ohne Hyperlink zur Firmenwebsite kostet etwa ein Stellenangebot bei Jobs & Adverts, einem der Branchenriesen, für vier Wochen nur 300 Mark. Wenn eine individuelle Gestaltung gewünscht wird, das Firmenlogo eingebaut werden soll, der Hyperlink dazu kommt, ergibt sich schon ein Kostenfaktor von 1050 Mark für vier Wochen. Im Baukastenprinzip funktioniert die Preisgestaltung auch bei http://www.Careernet.de. 600 Mark beträgt der Grundpreis pro Anzeige und Monat, die Linkanbindung an die eigene Homepage kostet noch einmal den gleichen Preis, andere Leistungen wie etwa ein Online-Bewerbungsformular werden extra berechnet. Genau 577,68 Mark verlangt dagegen der Betreiber der Jobbörse http://www.stellenan zeigen.de für eine vierwöchige Annonce und wirbt noch mit einem Bonus. „Sollten Sie auf eine Anzeige weniger als zehn Bewerbungen erhalten, so verlängern wir ihre Anzeige kostenlos um weitere vier Wochen“, heißt es. Bevor die Entscheidung für einen bestimmen Anbieter fällt, ist jedoch eine Befragung ratsam: Wieviel Kontakte kommen zustande, wie ist die Struktur der Stellenangebote und wer sucht hier nach einem neuen Job?
„In jedem Fall sind Internetjobbörsen preislich eine echte Alternative zu überregional erscheinenden Zeitungsannoncen“, urteilt Ulrich Werenicz, Marketingleiter der Stulz GmbH in Hamburg. Schon jetzt ist der mittelständische Anlagenbauer wegen seiner internationalen Beziehungen zu Handelspartnern weltweit via Netz zu erreichen. Da lag es für die auf dem Gebiet technischen Anlagenbaus tätigen Hanseaten nahe, das Internet auch für die Bewerbersuche einzusetzen. Sie fahndeten nach Mitarbeitern, wie etwa einem Junior-Vertriebsingenieur für den Vertrieb ihrer Klima- und Befeuchtungssysteme über verschiedene elektronische Jobbörsen.
Ihr Angebot innerhalb diverser Jobbörsen nutzt die Firma auch zur Selbstdarstellung. So erfährt der potentielle Kandidat gleich einiges über das Unternehmen, bei dem er sich bewerben will. Vergleichbar umfangreicher Annoncenplatz in einer Zeitung würde die Firma einiges mehr kosten, weiß Werenicz aus Erfahrung. Daß auch er noch nicht den Wunschkandidaten gefunden hat, läßt ihn dennoch nicht an der Wirksamkeit des Instruments zweifeln. „Ich bin überzeugt, daß das Medium in den nächsten Jahren noch stärker, und dann auch vermehrt zur Personalsuche genutzt werden wird“, lautet sein Credo.
Interview mit Dr. Roland Metzger: „Online geht es viel schneller und bequemer“
Unternehmen entdecken den Stellenmarkt im weltweiten Netz. Der Vorteil: Die Anzeigen sind günstiger und bieten mehr Raum für Eigendarstellungen.
– Das Internet entwickelt sich zu einer interessanten Alternative zu den herkömmlichen Stellenangeboten in Zeitungen und Zeitschriften. Für welche Branchen ist es sinnvoll, bei Jobs & Adverts ein Angebot aufzugeben?
– Bei unseren rund 5600 Stellenangeboten sind wirklich alle Bereiche vertreten und längst nicht, wie mancher vielleicht vermutet, nur die EDV-Branche. Hier suchen und inserieren inzwischen Leute mit ganz unterschiedlichem Background: Juristen, Künstler oder Techniker sind ebenso gefragt, wie Kaufleute oder metallverarbeitende Berufe.
– Dennoch fällt auf, daß der Anteil großer, internationaler Firmen unter den Stellenanbietern sehr hoch ist. Wie erklären Sie sich das?
– Die großen Unternehmen haben das Internet schneller und eher als gutes Mittel der Personalrekrutierung erkannt. Noch dazu kommt für viele der Imagefaktor: Sie schalten ihr Stellenangebot bei uns, weil wir eine der ersten Adressen sind.
– Vergibt also der Mittelstand eine Chance, wenn er nicht auch qualifiziertes Personal über das Netz sucht?
– Bislang haben diese Unternehmen zwar die Chancen noch nicht in vollem Umfang erkannt und genutzt. Aber der Trend ist eindeutig: immer mehr wollen vom Vorteil dieser Art der kostengünstigen Personalrekrutierung profitieren und schalten bei uns.
– Wo sehen Sie die Vorteile des Stellenangebotes per Netz gegenüber den klassischen Möglichkeiten?
– Ich glaube, daß ein Zeitungsinserat heute eigentlich der falsche Weg ist. Der Bewerber erfährt viel zu wenig über das Unternehmen, noch dazu ist das ganze Verfahren sehr aufwendig. Online geht es viel schneller und bequemer. Der Bewerber, der sich auf eine Internetinserat beruft, zeigt außerdem, daß er neuen Kommunikationswegen offen gegenüber steht und mit ihnen umgehen kann.
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