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„Deutsche schätzen die Größe und Reife des französischen Marktes“

IFA-Chef Emmanuel Lefèvre interpretiert neue Umfrage zum Standort Frankreich:
„Deutsche schätzen die Größe und Reife des französischen Marktes“

Emmanuel Lefèvre, Geschäftsführer Invest in France Agency: „Kleine und mittelständische Betriebe schätzen die Partnerschaften, die sie mit ihren französischen Kollegen aufbauen können.“
Warum Deutschland und Frankreich die besten Handelspartner sind, weiß Emmanuel Lefèvre, Geschäftsführer der Invest in France Agency. Die Attraktivität des Standortes Frankreich ist ungebrochen, sagt er.

Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Vögele-Ebering tilman.voegele@konradin.de

Jedes zweite deutsche Unternehmen ist in Frankreich aktiv, hat Ihre jüngste Unternehmerbefragung ergeben. Wie interpretieren Sie dieses Ergebnis?
Dieses gute Ergebnis muss im Zusammenhang der einmaligen Handelsbeziehung zwischen beiden Ländern gesehen werden: Beide Länder sind füreinander sowohl beim Export als auch beim Import die wichtigsten Handelpartner. Dem ersten Schritt, nach Frankreich zu exportieren, folgt schnell der zweite Schritt, in Frankreich zu investieren. Während Industrie-Investitionen dabei immer noch den größten Anteil darstellen, nehmen Investitionen im Dienstleistungsbereich aber stark zu.
Welches sind die Hauptgründe für ein Engagement?
Deutsche Investoren schätzen vor allem die Größe und Reife des französischen Marktes, der sich aufgrund des demographischen Wachstums, der bedeutenden Kaufkraft und der Offenheit der Konsumenten in einem steten Wachstum befindet. Dies gaben über 70 Prozent der befragten Unternehmen als entscheidenden Faktor an. Auf Platz zwei und drei lagen daher auch mit 55 Prozent der Nennungen die gut ausgebildeten Arbeitskräfte sowie das Lohnkostenniveau, dass von 52 Prozent der Befragten als entscheidende Faktoren bei der Standortwahl genannt wurde.
Was schätzen deutsche Mittelständler besonders am Nachbarland?
Kleine und mittelständische Betriebe schätzen die Partnerschaften, die sie mit ihren französischen Kollegen aufbauen können. 44 Prozent der deutschen Unternehmen haben ihr Frankreich-Engagement auf der Basis von Partnerschaften mit lokalen Unternehmen etabliert. Solche Partnerschaften verbessern die Voraussetzungen deutscher Unternehmen für die Erschließung der südeuropäischen und afrikanischen Märkte. Dass deutsche und französische Unternehmen sich ergänzen, zeigt sich unter anderem im Bereich der industriellen Forschung und Entwicklung.
Stichwort 35-Stunden-Woche und fehlende Arbeitsmarktreformen: Sind das Hindernisse?
In der Tat lassen sich diese Gegebenheiten nicht leugnen; sie stellen jedoch keine Hindernisse für Investitionsentscheidungen dar. Die aktuellen Zahlen für das Jahr 2005 belegen dies: Die 136 deutschen Investitionsprojekte in 2005 stehen für kontinuierliche und sogar steigende Investitionen deutscher Unternehmen. Insgesamt stehen 2700 deutsche Unternehmen mit mehr als 300 000 Beschäftigten für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Frankreich.
Für welche Industriebranchen ist Frankreich top, bei welchen gibt es Nachholbedarf?
Führende Unternehmen findet man in allen Branchen, unter anderem in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Bauwirtschaft sowie der Lebensmittelwirtschaft. Interessante Entwicklungspozentiale bieten vor allem der Bereich der erneuerbaren Energien, der Biotechnologie- und Pharmabereich sowie der Bereich unternehmensbezogener Dienstleistungen.
Welches Ergebnis der Studie hat Sie am meisten überrascht?
Zu den interessantesten Ergebnissen gehört die ausgesprochen gute Kenntnis, die deutsche Unternehmen vom französischen Markt haben. Am überraschendsten ist jedoch, dass 60 Prozent der Unternehmer sich vorstellen können, in Frankreich zu leben und zu arbeiten. Leben wie Gott in Frankreich!
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 7
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7.2022
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