Erste Fachmesse im neuen Jahr zeigt Trends in der Fertigung

Die Kunststofftechnik ist mit von der Partie

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Erstmals bei einer traditionellen Metaller-Messe wird die Kunststoffbearbeitung in den Titel und das Stichwortverzeichnis des Katalogs aufgenommen. Produktionskonzepte und Technologien werden auf ihren Praxiswert überprüft.

Von unserem Chefreporter Wolfgang Filì

Maximilian Klumpp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Nortec, gibt sich zuversichtlich: „Nach der guten Auftragsentwicklung der letzten Monate kann diese erste Branchenmesse im neuen Jahr weitere Impulse für den Aufwärtstrend im Norden liefern.“ Damit sind nicht nur die norddeutschen Länder gemeint: „Vor allem Unternehmen aus Skandinavien und den osteuropäischen Reformstaaten nutzen die Nortec zunehmend als Startrampe für die Erschließung des mit-tel- und westeuropäischen Markts. Die Messe ist mit jeder Ausgabe internationaler geworden.“ Neben dem traditionellen Gemeinschaftsstand Dänemarks werden sich diese Länder heuer mit eigenen Schauen beteiligen.
Auf 19000 m² Ausstellungsfläche in fünf Hallen nutzen 400 Unternehmen die Messe als Marktplatz und Präsentations-Plattform für fertigungstechnische Entwicklungen. Deutsche und ausländische Trendsetter wie die Werkzeugmaschinenbauer Deckel-Maho-Gildemeister, Mori Seiki, Yamazaki Mazak oder Finnpower treten mit großem Angebot auf. Und das nicht ohne Grund: Als erste Fachmesse im neuen Jahr nimmt die Nortec die Aufschwungbewegung der Branche auf und bietet Gelegenheit, die im Vorjahr auf der Leitmesse Emo vorgestellten Entwicklungen auf ihren Nutzen hin abzuklopfen: Hochgeschwindigkeits-Bearbeitung, der Laser als Werkzeug, neue Steuerungskonzepte und Bedienoberflächen sowie neue Kinematiken werden als Technik zum Anfassen gezeigt.
Das Konzept der Messe, dem Besucher neben der reinen Technik auch Information zum Make and Buy zu bieten, hat sich bewährt. Neben Maschinenbauern stellen vermehrt auch Teilefertiger und Zulieferer aus. Sie kommen aus Deutschland, Dänemark, Polen und Finnland und demonstrieren in Hamburg ihr Angebot anhand von Musterteilen.
Im neu hinzugekommenen Kunststoffbearbeitungs-Bereich umfaßt das Repertoire Halbzeuge und Zerspanungstechnik, Thermoumformung und Apparatebau, Acryl- und GFK-Bearbeitung sowie Umformmaschinen und Werkzeuge. Durch diese Erweiterung erschließt sich die Messe auch neue Kreise unter den Fachbesuchern.
Nach dem Erfolg des ersten Versuchs, die Messe neben der Metallbearbeitung auch in der Kunststofftechnik zu etablieren, war die Ein-beziehung dieses Sektors nur konsequent. Maximilian Klumpp: „Nach dem geglückten Experiment bei der ´96er Messe macht diese Erweiterung durchaus Sinn, denn Kunststoff- und Metallbearbeiter haben viele Gemeinsamkeiten. Überdies nehmen Kunststoffteile in fast allen Bereichen der industriellen Produktion immer breiteren Raum ein.“
Günstig automatisieren mit dem Interbus
Hauptkunden sind Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, der Elektrotechnik sowie des chemischen Apparatebaus, aber auch die Verkehrstechnik und der Nutzfahrzeugbau. Hier sind meist kleine bis mittlere Serien gefragt, bei denen die Herstellung im Spritzgußverfahren unwirtschaftlich wäre.
Auf der Nortec zeigen die Aussteller denn auch vorwiegend das Bearbeiten von Tafeln, Stäben und Rohren. Halbzeuge wie Sandwich-Waben und Kunststoffgitter in Glasfasertechnik sind ebenfalls stark gefragt. Durch diese Halbzeuge werden klassische Lösungen wie das Gitterrost im Maschinen- oder Heizungsraum ersetzt. Synthetische Werkstoffe sind im allgemeinen leichter und kostengünstiger zu bearbeiten als Metall.
Die entsprechenden Teile werden hauptsächlich mit Hilfe spanender Verfahren wie dem Fräsen, Bohren und Drehen gefertigt – Technologien mithin, die in der Metallverarbeitung Standard sind. Darüber hinaus nutzen die Kunststoff-Bearbeiter Verfahren der Thermoformung wie das Tiefziehen. Sie wenden neben dem Schweißen und Kleben auch das Laminieren glasfaserverstärkter Kunststoffe an. Das macht die Nortec als Präsentationsplattform nicht nur für Hersteller von Kunststoff-Bearbeitungsmaschinen und entsprechendem Zubehör interessant, sondern auch für die große Gruppe von Herstellern, die als Zulieferer für sämtliche Branchen arbeiten.
Die dezentrale Automatisierung sorgt für steigende Nachfrage nach geeigneten Feldbussystemen. Vor allem die metallverarbeitende Industrie setzt dabei auf den Interbus als führendes System. Neben der Vielzahl der Anbieter, die in ihren Automationskomponenten den Interbus-Anschluß implementiert haben, überzeugt auch die meßbare Kostenersparnis: Interbus verringert den Aufwand für Verkabelung deutlich. Auf dem Gemeinschaftsstand des Interbus-Clubs Deutschland werden alle Kernbereiche gezeigt, von der Antriebsregelung über Drehgeber, Industrie-PC, SPS, E/A-Baugruppen und Automationsoftware bis hin zur Sicherheitssteuerung.
Im Workshop „Neue Produktionskonzepte auf dem Prüfstand“ wird untersucht, welches Verbesserungspotential die in jüngster Vergangenheit von der Fertigungsindustrie genutzten Organisationsansätze tatsächlich erschließen, und wie sie die Produktion verändert haben.
Veranstaltet wird er vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., Frankfurt/M., und der Arbeitsgemeinschaft Nortec. Methoden wie Total Quality Management, Null-Fehler-Strategie und Gruppenarbeit werden dabei auf ihren praktischen Nutzen abgeklopft: Haben sie nachweislich dazu beigetragen, Kosten zu senken? Wurden Durchlaufzeiten durch sie tatsächlich abgekürzt und ein Plus an Flexibilität erreicht? Und nicht zuletzt: Helfen sie, schneller auf die Anforderungen des Markts zu reagieren?
Mittlerweile liegen aus den Maschinenbaubetrieben vielfältige Erfahrungen vor, die Vorteile, aber auch einige Schattenseiten aufzeigen. So wird auf dem Workshop zur Sprache kommen, welche Probleme sich bei der Fortbildung der Mitarbeiter ergeben können, und daß es bei der Umsetzung neuer Produktionskonzepte auch zu logistischen Schwierigkeiten, ja sogar zu Qualitätseinbrüchen kommen kann.
Der 22.Januar steht unter dem Motto Einkaufen in der Zeit nach Lopez. Aller Kritik zum Trotz habe die Politik des früheren VW- und General Motors-Beschaffers auch positive Folgen gehabt, auf die es sich einzustellen lohne: Einkäufer aus Maschinenbauunternehmen berichten, wie sich ihre deutschen Zulieferer erfolgreich gegen die Konkurrenz aus Billiglohnländern behaupten. Dem Thema OutSourcing wird dabei besondere Beachtung geschenkt.
Kurzprofil Nortec
Das Messethema
Metall- und Kunststoffbearbeitung
Die Termine
Dienstag, 20. Januar, bis Samstag, 24. Januar 1998
täglich von 9 bis 17 Uhr, Samstag von 9 bis 15 Uhr
Mittwoch, 21. Januar: Workshop „Produktionskonzepte auf dem Prüfstand: Was wurde erreicht, wo steckt Verbesserungspotential?“
Rahmenprogramm: Einkaufen in der Zeit nach Lopez
Der Turnus
zweijährlich
Das Angebot
Zerspanende, abtragende und formende Werkzeugmaschinen
Maschinen für das Lochen, Schneiden, Schweißen und Veredeln
Werkzeuge, Vorrichtungen, Werkzeugmaschinen-Ausrüstung und -Zubehör
Sensor- und Diagnosetechnik, Meßtechnik, C-Techniken
Handhabungs- und Fördermittel, Hilfsmittel, Einrichtungen
Halbzeuge, Teilefertiger Kunststoff und Metall
Die Aussteller
  • 1998 rund 400 Hersteller, Forschungsinstitute, Berater
  • 1996 waren 350 Unternehmen vertreten
Wo Sie weitere Information bekommen
Hamburg Messe, Tel. 040/3569-2153, Fax 040/3569-2180
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