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Die letzten Aufrechten erleben Crash in Köln

Schraubendreher mit festem Drehmoment auf Practical World
Die letzten Aufrechten erleben Crash in Köln

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Die gute Nachricht: Auf der Practical World gab es innovative Werkzeuge zu sehen, beispielsweise Schraubendreher mit voreingestelltem oder variablen Drehmoment. Die schlechte: Kaum jemand wollte sie sehen.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Preuß – thomas.preuss@konradin.de

An der Börse nennt man so etwas Crash: Ein Besucher-Minus von 25 % hatte die Köln-Messe GmbH, Köln, zur Practical World Anfang März zu verkraften. Zwar fehlten im Gegensatz zum Vorjahr auf der frühereren Internationalen Eisenwarenmesse die wesentlichen Elektro- und Handwerkzeughersteller, was eine Entschuldigung wäre neben der Irakkrise und der wirtschaftlichen Situation. Doch selbst im Vergleich zu 2001, als die Ausstellerstruktur ähnlich war, ist der Rückgang eklatant: 68 000 Interessierte, davon 50 % aus dem Ausland, kamen noch in die Domstadt. Gut 90 000 waren es 2002, immerhin 87 000 im Jahr davor. Die sechsstelligen Zahlen gegen Ende der 90er Jahre scheinen nicht mehr erreichbar.
Dabei waren diesmal über 3700 Aussteller gekommen, kaum weniger als 2002 (3880). Uneinigkeit herrschte unter den letzten verbliebenen Größen der Branche, speziell im Werkzeugbereich, ob man den Zwei-Jahres-Rhythmus bevorzugen solle oder weiterhin jährlich kommen werde. Roger Hermes, Marketing Manager des Wera Werks Hermann Werner GmbH & Co. KG in Wuppertal, sagte: „Wir hängen an dem Jahresturnus, damit wir aus unseren Innovationen auch Wettbewerbsvorteile ziehen können.“
Wera stellte speziell für die Metallverarbeitung verschiedene Schraubendreher vor, etwa für die Schraubverbindungen zwischen Messerkopf und Wendeschneidplatte. „An den Werkzeugen backen die Schrauben oft fest, durch thermische oder chemische Einflüsse oder weil sie zu fest angezogen werden“, erklärt Hermes. „Andererseits sind zu niedrige Anzugmomente ein Sicherheitsrisiko.“ Wera hat nun so genannte Drehmomentindikatoren entwickelt, das sind Schraubendreher, die beim Anziehen nach Erreichen eines bestimmten Drehmoments hör- und fühlbar überrutschen. Werkseitig sind sie mit Drehmomenten von 0,6 bis 3,0 Nm für Torx- und Torx-Plus-Schrauben voreingestellt. Damit kann keine Schraube an einer Wendeschneidplatte mehr mit höherer Kraft angezogen werden. Das Lösemoment ist nicht begrenzt, so dass der Anwender jede Schraube leicht wieder lösen kann.
Damit Unbefugte das voreingestellte Drehmoment nicht verändern können, sind die Werkzeuge durch einen Siegelring gegen Manipulation geschützt. Die Zerstörung der Versiegelung signalisiert, dass der Drehmomentindikator manipuliert wurde und ein sachgemäßer Einsatz nicht mehr garantiert ist.
Wettbewerber Wiha Werkzeuge GmbH, Schonach, hatte die ersten Drehmomentschrauber schon im vergangenen Jahr präsentiert und hat das Programm nun durch die Torque-Vario-S-Schraubendreher ergänzt. Das Drehmoment ist bei diesen Werkzeugen variabel und wird durch den mitgelieferten Torque-Setter eingestellt. Eine Fensterskala am unteren Ende des Griffs mit numerischer Anzeige soll Ablesefehler ausschließen.
Wiha bietet verschiedene Modelle im Bereich zwischen 0,1 und 8 Nm an. Für den Einsatz an elektrostatisch empfindlichen Bauteilen in ESD-Schutzzonen halten die Schonacher antistatische und antimagnetische Ausführungen bereit. Werker, die an elektrischen Anwendungen arbeiten müssen, können auf die isolierten Torque-Vario-S-VDE-Modelle zurückgreifen, die bis 1000 V Wechselstrom oder 1500 V Gleichstrom aushalten.
Bis 1000 V schutzisoliert ist der Griff aus dem VDE-Bitschraubendreher-Satz der Emil Lux GmbH & Co. KG aus Wermelskirchen. In einer kleinen Kunststoffbox befinden sich neben dem Griff elf unterschiedliche Schrauber-Bits für die Schraubenkopfsysteme Phillips, Pozidrive, Schlitz und Torx in mehreren Größen. Diese Werkzeuge haben allerdings kein begrenztes Drehmoment.
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