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Ein interessantes Forum für Einkäufer und Zulieferer

Zuliefermesse Z 2000
Ein interessantes Forum für Einkäufer und Zulieferer

Die Resonanz auf die erstmals in dieser Form veranstaltete Zuliefermesse Z 2000 im Sommer in Leipzig lässt die Veranstalter hoffen.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Baumgärtner

Die Reaktion war schon beinahe rührend: „Man muss den Leuten Mut machen“, befand ein Aussteller an die Adresse der Veranstalter. Den hatten sich die Leipziger Messe-Macher im Vorfeld schon selbst zugesprochen: Man sei die „erste eigenständige Zuliefermesse Deutschlands“, hieß es in der Vorankündigung, welche „die Interessen kleiner und mittelständischer Unternehmen in den Mittelpunkt“ stelle.
Nachdem vor zwei Jahren der Versuch, die in Paris erfolgreiche Zuliefermesse Midest nach Leipzig zu kopieren, am Desinteresse der Besucher gescheitert war, hatten sich die Messe-Manager eine Denkpause verordnet und sind jetzt im Sommer nochmals in die dünne Luft der Messeinnovationen gestartet. Die Z 2000 – Komponenten und Teile – sollte anders als die anderen sein: Viel Besucherwerbung, viel Service und eine attraktives Begleitprogramm sollten für Besucher und Aussteller sorgen.
Nach Meinung von Projektleiter Wieland Kniffka ist eine punktgenaue Landung gelungen: 230 Aussteller und 2400 Besucher hat man gezählt. „Ein Erfolg“, so der Organisator.
Intern war im Vorfeld allerdings die Zahl von 2500 Besuchern als Messlatte für den Erfolg ausgegeben worden. Dennoch ist die Veranstaltung unter den Ausstellern nicht schlecht angekommen: „Die Kontakte waren vielversprechend“, urteilt beispielsweise Bernd Weber von der Firma Sonderschrauben Güldner, Künzelsau. Wahrscheinlich werde man im nächsten Jahr wieder ausstellen.
Auf die Kombination von klassischer Messe und im Vorfeld vereinbarter Gespräche führt Messe-Geschäftsführer Ulrich Kromer den nach seiner Ansicht „voll zufriedenstellenden“ Verlauf zurück. Mit viel Engagement hatte die Leipziger IHK die auf der Messe plazierte IBEX Euro-Contrakt mit Leben, sprich Adressen von Zulieferfirmen der Region erfüllt. Bei der IBEX-Contrakt handelt es sich um ein mit EU-Geldern gefördertes Projekt, das Einkäufer und Zulieferer nach einem jeweils vorab verabredeten Kontaktplan zusammenführt. „Nach erster Einschätzung werden rund 70 Prozent aller IBEX-Gespräche zu Folgekontakten führen“, freut sich Lars Bosse, IHK-Geschäftsführer Industrie/Außenwirtschaft. Insgesamt fanden rund 2000 Gespräche zwischen 80 Einkäufern und 350 Zulieferern statt, die je zur Hälfte aus Deutschland und aus dem Ausland angereist waren.
Für die nächste Zuliefermesse Z 2001, die vom 20. bis 22. Juni 2001 in Leipzig stattfindet, kündigte Projektleiter Kniffka weitere spezielle Foren für Zulieferer und Einkäufer an. „Wir bauen das Konzept, die Präsentation von Produkten und Dienstleistungen mit gezielter Gesprächsanbahnung zu verknüpfen, konsequent aus.“
Dieser Aufgalopp an Kommunikation und Werbung schien vor der Haustür noch nicht so recht angekommen zu sein. Zumindest nicht bei Ralf Schumann. Der Leipziger Lohndreher hatte „durch Zufall“ von der Messe bei ihm um die Ecke erfahren. „Da hab ich mich noch schnell angemeldet“, so der Existenzgründer. Platz hat es also offensichtlich noch gegeben.
Messe-Daten
Fachbesucher: 2500
Aussteller: 230 aus 12 Ländern
Ausstellungsfläche: 5000 m² brutto
Angebotsbereiche:
– Metallbe- und verarbeitung
– Verarbeitung von Kunststoff, Kautschuk und Verbundmaterialien
– Elektronik und Elektrik
– Befestigungstechnik
– Dienstleistung Kommunikation
– Sonstige Zulieferteile
Termin 2001: 20.-22. Juni
Kommentar
Gibt es in Deutschland noch Platz für eine eigene, große Zuliefermesse, vergleichbar der Midest in Paris? Nein.
Obwohl die Zulieferindustrie enorm an Bedeutung gewonnen hat, obwohl sich Zulieferbetriebe mehr denn je um ein eigenes Profil bemühen müssen, obwohl die deutsche, mittelständisch geprägte Zulieferstruktur einmalig auf der Welt ist – zu einer eigenen großen Messe reicht es nicht.
Auch die Z 2000 in Leipzig kann das nicht für sich in Anspruch nehmen. Sie wirkt stark in die Region – und das ist auch gut so. Die vielen kleinen Unternehmen dort brauchen ein Forum und sie brauchen vor allem die geschickt geknüpfte Verbindung aus Ausstellung und gezielter Gesprächsanbahnung.
Nein: Neben der Midest in Paris und den Zulieferhallen auf der Hannover Messe wird es in Europa keine große eigenständige Zuliefermesse geben. Aber die kleinen Ausstellungen werden sich weiterentwickeln – zu effizienten Kontaktforen mit stark regionaler Ausprägung. Die Swisstech in Basel, die Euregio-Contract in Maastricht, die Tekne in Verona und andere mehr. Sie müssen nicht durch Masse überzeugen, sondern durch Qualität, also eine gute Dienstleistung für Zulieferer und Einkäufer erbringen. Die Z 2000 hat da Ideen gezeigt.
Thomas Baumgärtner
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 20
Ausgabe
20.2021
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