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„Eine enge Kundenorientierung liegt in unserer Unternehmens-DNA“

Interview mit Christoph Hackländer, Geschäftsführer von Haro
„Eine enge Kundenorientierung liegt in unserer Unternehmens-DNA“

Die Rüthener Haro Anlagen- und Fördertechnik GmbH ist ein Hersteller von Förderanlagen und -technik und bietet Lösungen für den Bereich der innerbetrieblichen Logistik an. Im Gespräch erläutert Geschäftsführer Christoph Hackländer, wie es dem mittelständischen Unternehmen während der Coronakrise ergangen ist und wie die Unternehmensnachfolge geregelt ist.

» Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger

Herr Hackländer, was zeichnet Ihr Unternehmen Haro aus?

Wir sind bei Haro sehr stark kundenorientiert. Man könnte sagen, wir sind Kümmerer. Der Wunsch des Kunden hat für uns daher stets oberste Priorität. Um die Belange unserer Kunden erfüllen zu können, reagieren wir schnell, flexibel, freundlich und sehr kompetent. Wir nehmen sehr genau zur Kenntnis, was der Kunde möchte und gehen individuell darauf ein. Somit bekommt er bei uns alles aus einer Hand. Das bedeutet, wir holen den Kunden bei seiner Aufgabenstellung, bei welcher er noch nicht weiß, wie er sein Lagerproblem lösen möchte oder kann, ab. Hier kommen wir ins Spiel und bieten ihm einen individuellen Lösungsansatz an. Das ist für mich die Haro-DNA.

Wie ist Haro bislang durch die Corona-Pandemie gekommen?

Glücklicherweise sind wir sehr unbeschadet durch diese schwierige Zeit gekommen. Zum einen haben wir unseren Mitarbeitern regelmäßig Masken und Tests zum Schutz ihrer Gesundheit zur Verfügung gestellt. Zum anderen konnten wir nach dem Impfstoffdurchbruch recht schnell Impfungen bei uns im Hause anbieten. Dies wurde auch mit großer Begeisterung angenommen und so konnten wir mehr als 90 Prozent unserer Belegschaft zwei mal impfen. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass wir durch Corona keine direkten Krankheitsfälle im Unternehmen hatten.

Wie hat sich die Pandemie auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt?

Wir haben den Umsatz im Jahr 2020 um 12 Prozent einschränken müssen. Hier waren wir sicher in einer ganz passablen Situation, da die Aufträge bei uns immer sechs bis zwölf Monate vor uns liegen und dann abgearbeitet werden. Also wir hatten noch genügend Aufträge aus 2018 und 2019 vorliegen, welche in der Regel in zwölf oder 18 Monaten erst zur Ausführung kommen. Daher waren die Auswirkungen der Pandemie bei uns nicht so stark. Wir haben natürlich in 2020 einen Einbruch an Auftragseingängen verzeichnet, weil die Entscheidungen bei unseren Kunden zurückgehalten wurden. Aber wir haben keine Aufträge verloren, sondern sie wurden verschoben. Das führt nun natürlich zu einem Auftragsstau bei uns.

Ihre Anlagen lassen sich oftmals miteinander kombinieren und der Kunde bekommt eine maßgeschneiderte Lösung. Ist das ein Alleinstellungsmerkmal von Haro?

Die Geschäftsziele, die wir haben, verbinden sich alle mit den Zielrichtungen des Kunden. Der Kunde hat bestimmte Ziele und will sie jetzt umgesetzt haben. Die maßgeschneiderte Lösung entsteht dann erst durch ein langes Beratungsgespräch mit uns. Hierin liegt auch eine unserer Stärken. In der Beratung haben wir ganz bestimmt ein Auftreten, was viele andere Anbieter in dieser Weise so nicht machen.

Haro ist vor allem bekannt durch seine Rollenbahnen. Was zeichnet diese im Vergleich zu Marktbegleitern besonders aus?

Unser Firmenname stammt von Hackländer und Rollen. Mein Vater hat sich als junger Mensch selbstständig gemacht und sich gesagt: ´Ich brauche Rollen´. Und was machen wir heute aus den Rollen? Wir fertigen Rollenbahnanlagen oder Fördertechnikanlagen. Dazu sind im Laufe der Zeit ganz viele andere Elemente hinzu gekommen, wie Gurtbandförderer, Gliederbandförderer, Kettenförderer und Vertikalförderer. Also alles Entwicklungen innerhalb von 60 Jahren, die immer sehr nah an den Bedürfnissen des Kunden orientiert sind. Das ist unsere Philosophie. Wir begleiten den Kunden und entwickeln unsere Anlagen dann auf die einzelnen Bedürfnisse hin weiter. In unseren Anlagen stecken in der Regel 70 bis 80 Prozent Standardelemente, der restliche Anteil kommt je nach Anforderung hinzu und somit entsteht eine individuelle Kundenlösung.

Die Digitalisierung ist im Maschinenbau vollends angekommen. Wie spiegelt sich diese bei Ihnen und Ihren Anlagen wider?

Wir arbeiten bei Haro schon seit Jahrzehnten papierlos. Dies war auch eine meiner Lieblingsentscheidungen, was interne Abläufe angeht. Unsere Anlagen sind natürlich auch digital vernetzt und sie können dadurch remote überwacht werden. So bieten wir dem Kunden Sicherheit und Unterstützung im Störungsfall. Dies wird heute von den Kunden auch gefordert und vorausgesetzt. Bei größeren Unternehmen ist das eine Standardanforderung an uns. Wir weisen aber auch kleinere Kunden darauf hin, dass es doch sinnvoll wäre, über eine digitale Schnittstelle zur Anlage nachzudenken. Wir können so durch Predictive Maintenance dem Kunden eine höhere Ausfallsicherheit geben.

Sie führen das Unternehmen in der zweiten Generation. Ist die Unternehmensnachfolge bereits geregelt?

Meine Frau ist neben mir ebenfalls im Unternehmen tätig und wir haben drei Kinder. Zwei von ihnen sind bereits im Unternehmen tätig. Mit den beiden ist vereinbart, dass sie unser Unternehmen dann in dritter Generation fortführen werden. Wir hatten das ausführlich besprochen und ich habe ihnen die Option offen gelassen. Schlichtweg gab es drei Möglichkeiten: Wenn ich in den Ruhestand wechsle, kann die Firma verkauft werden oder Prokuristen werden dafür eingestellt. Die dritte Option war, dass meine Kinder Verantwortung übernehmen und das Unternehmen Haro weiterführen. Für mich ist es toll und beruhigend zu wissen, dass zwei meiner Kinder dazu bereit sind, den Laden zu übernehmen. Sie sagten mir, dass sei genau ihre Welt und daher möchten sie Haro in dritter Generation weiterführen.

Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
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19.2021
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