KfW-Vorstandssprecher Reich zur neuen Mittelstandsbank:

„Förderung effektiver und kostengünstiger“

Hans W. Reich, Vorstandssprecher der Förderbank KfW in Frankfurt/M.: „Unsere größte Aufgabe ist es, die Mittelstandsförderung transparent und effektiv zu gestalten.“
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Die neugegründete Mittelstandsbank soll kleinen und mittleren Unternehmen helfen, den Wandel auf dem Finanzsektor zu bewältigen. Hans W. Reich, Vorstandssprecher der KfW, plant konkrete Verbesserungen für die Betriebe.

Das Interview führte unser Redaktionsmitglied Tilman Vögele-Ebering tilman.voegele@konradin.de

Zu Jahresbeginn ist die neue Mittelstandsbank – zumindest auf dem Papier – gestartet. Was wird sich ändern?
Mitte Dezember haben sich die Bundesminister Clement und Eichel auf die Eckdaten der neuen Mittelstandsbank geeinigt: In der Mittelstandsbank werden die Förderprogramme von KfW und DtA für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Gründer innerhalb der KfW-Bankengruppe unter einem Dach angeboten. Die DtA wird dazu auf die KfW fusioniert. Derzeit erarbeiten Wirtschafts- und Finanzministerium an den Änderungen im KfW- und im DtA-Gesetz, schon in den kommenden Wochen erwarten wir die Kabinettsverabschiedung.
Welche Ziele verfolgen Sie mit der Initiative Mittelstandsbank?
In der neuen Mittelstandsbank werden alle Förderprogramme des Bundes nun aus einer Hand abgeboten. Das ist für den Unternehmer, der sich über seine Fördermöglichkeiten informieren will, transparenter und übersichtlicher. Darüber hinaus wird die Mittelstandsförderung durch die Bündelung künftig effektiver und kostengünstiger gestaltet werden. Kraft und Know-how sind also in der Mittelstandsbank vereint und davon profitiert ganz klar der Mittelständler.
An wen richtet sich das Angebot?
An alle mittelständischen Unternehmer, die nach einer geeigneten Finanzierung suchen. Unser Angebot reicht von Programmen für den Kleinunternehmer bis zu Programmen für den Mittelständler, dessen Jahresumsatz bei 500 Mio. Euro liegt.
Wie lange wird es dauern, bis das neue Angebot steht?
Die gesetzliche Änderung soll bis zum 31. August dieses Jahres erfolgen. Erste Verbesserungen für den Mittelständler gibt es aber jetzt schon. Es gibt eine Info-Hotline. Dort können die Unternehmer sich über das Gesamtangebot beraten lassen. Außerdem gibt es jetzt nur noch ein Antragsformular, auch das bringt einiges an Erleichterung mit sich. Und auf der Website www.mittelstandsbank.de gibt es aktuelle Informationen zum Fördergeschäft.
Worin sehen Sie die größten Aufgaben der Initiative?
Unsere größte Aufgabe ist es, die Mittelstandsförderung transparent und effektiv zu gestalten, damit wir dem Mittelständler bei dem derzeitigen Veränderungsprozess im Finanzsektor ein verlässlicher Partner sind. Neben dem klassischen Förderkredit setzen wir deshalb auch auf andere Förderansätze. Stichwörter hierbei sind Beteiligungen und Nachrangdarlehen, die die Eigenkapitalbasis verbessern. Denn das ist derzeit das dringlichste Problem des Mittelstands in Deutschland: die historisch bedingte relativ schwache Eigenkapitalquote muss verbessert werden.
Mit Förderkrediten allein kommt ein Unternehmen nicht über die Runden. Wie, glauben Sie, können die Probleme gelöst werden, die der Mittelstand generell bei der Kapitalbeschaffung hat?
Das ist sicherlich richtig. Aber der derzeitige Strukturwandel im Finanzsektor ist so deutlich, dass wir als Förderbank die Aufgabe haben, den Mittelstand in dieser Übergangszeit zu unterstützen. Dies tun wir durch die Vergabe von Globaldarlehen, aber auch mit Verbriefungen, bei denen wir Banken die Risiken für bestimmte Kreditportfolios abkaufen. Auf der anderen Seite bieten wir den Mittelständlern gezielte Förderprogramme an, mit denen sie ihr Eigenkapital aufbessern können.
Welche Folgen befürchten Sie, wenn sich bei der Eigenkapitalausstattung der Betriebe nichts ändert?
Ich denke, das wird nicht passieren, da die Unternehmer sich der neuen Anforderungen, die an sie durch den Wandel im Bankensektor, aber auch im Zuge von Basel II gestellt werden, bewusst sind und dem entsprechend handeln werden. Lassen Sie es mich noch einmal sagen: Als Förderbank sind wir Unternehmen und Banken in dieser Umbruchzeit ein verlässlicher Partner. Instrumente wie Nachrangdarlehen oder Verbriefungen helfen durch diese Zeit.
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