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Fusion ohne Produktions- und Lieferstillstand

Siegenia-Aubi: Eines der größten SAP-Systeme unter Linux
Fusion ohne Produktions- und Lieferstillstand

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Im Zuge einer Fusion musste das neue Unternehmen Siegenia-Aubi mit einem neuen ERP-System ausgestattet werden. Mit Hilfe des IT-Dienstleisters Itelligence wurde bei dem Hersteller von Fenster- und Türbeschlägen eine der weltweit größten Mysap-Systeme unter Linux realisiert.

Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Böttger uwe.boettger@konradin.de

Als die beiden traditionsreichen Familienunternehmen Siegenia-Frank KG in Siegen und die Aubi Baubeschläge GmbH, Hermeskeil, die Fusion zur Siegenia-Aubi KG beschlossen, mussten nicht nur zwei Unternehmenskulturen zusammengeführt werden. Es galt zudem, die beiden ERP-Welten der ehemaligen Firmen zu einem neuen System zu verschmelzen. Das Ergebnis ist ein neues Unternehmen und eine der größten SAP-Implementierungen unter Linux.
Für die Zusammenführung der beiden eigenständigen Unternehmen wurde ein gemeinsames Projektteam gebildet, das eine strategische Neukonzeption für das künftige Auftreten der neuen Siegenia-Aubi erarbeitete. Die beiden wichtigsten Vorgaben waren klar umrissen: Erstens durfte kein Produktions- und Lieferstillstand eintreten und zweitens sollten stets alle relevanten Geschäftsprozesse in der ERP-Umgebung abgebildet sein. Nach eingehender Marktrecherche entschied sich die Siegenia-Aubi für das Bielefelder Beratungshaus Itelligence AG als externen IT-Dienstleister, der über die notwendige Branchen- und SAP-Kompentenz verfügte. Achim Heinz, Leitung Informationswesen bei Siegenia-Aubi: „Wir haben bei der Auswahl unserer Berater sehr darauf geachtet, dass diese in ihrem ERP-Konzept die Sicht auf das ganze Unternehmen in den Vordergrund stellen.“
Diese Voraussetzung konnten die Bielefelder-Software-Experten erfüllen und darüber hinaus noch weitere Pluspunkte bei Achim Heinz sammeln: „Itelligence unterscheidet sich von Beratern, wie wir sie sonst kennen“, so der Manager. „Die Firma versucht nicht, den Kunden von sich abhängig zu machen.“ Und vor hohem Druck würden die Itelligence-Mitarbeiter nicht zurückschrecken.
Die Konzernentscheidung fiel bei der ERP-Software auf Mysap, da diese bereits bei Aubi erfolgreich die Geschäftsprozesse steuerte. Zum 1. Januar 2003 ging das SAP-System nach einem Vorlauf von 13 Monaten in die produktive Phase.
Bei Siegenia-Frank und Aubi waren Computersysteme von Hewlett-Packard und Compaq seit langem in Betrieb. Auch das Betriebssystem Linux war bei Aubi als Produktivplattform für Mysap im Einsatz. Jetzt stand das neue Unternehmen vor der Herausforderung, nicht nur zwei Unternehmen in einer ERP-Welt abzubilden, sondern gleichzeitig eine der weltgrößten Mysap-Implementierungen unter Linux zu realisieren.
Hinsichtlich der Hardware-Auswahl spielte es eine entscheidende Rolle, dass bei Aubi in der Vergangenheit bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt werden konnten. 190 Mysap-User arbeiteten dort mit der Kombination aus Linux und Hardware von Hewlett-Packard. 2001 wurde dort die gesamte produktive SAP-Plattform auf Linux umgestellt. Im Produktivbetrieb unter Linux erwiesen sich die Systeme als kostengünstig und performant.
„Wir haben von Itelligence bewerten lassen, wie groß bei Weiterführung der HP-Linux-Plattform das Risiko wird, wenn sich die Zahl der aktiven User mindestens verdreifacht“, erläutert Werner Klar, IT-Leiter bei Siegenia-Aubi. „Wir müssen uns in jeder Situation voll auf die Hardware verlassen können. Wäre dieses Vertrauen enttäuscht worden, hätte unser Fusionsprojekt sicherlich nicht so einen reibungslosen Verlauf genommen.“
Im Jahr 2002 wurden die Computersysteme großzügig erweitert. Heute ist ein HP Proliant DL580 mit 4 Prozessoren und 8 GB Hauptspeicher als Datenbank-Server im Einsatz. Mysap läuft in einer zweistufigen Architektur mit einem Test- und Entwicklungssystem und einem Produktivsystem. Hinzu kommen fünf Applikationsserver DL380 mit jeweils 2 CPU und 4 GB Hauptspeicher. Diese IT-Landschaft wird ergänzt durch eine Datenbankmaschine und einen Applikations-Server HP Proliant für das CRM/Mobile-Sales-Modell. Hinzu kommen HP Proliant DL580-Systeme für SAP BW (Business Warehouse) und drei Server für SAP APO (Advanced Planning Optimizer).
Auch die Anbindung der dem SAP zugrunde liegenden Datenbank an die unter Linux lauffähigen Datenbanksysteme verlief unkompliziert. Bei der Daten-Migration wurden beispielsweise 183 Millionen Einzelteile ohne Fehler und 70 000 Materialstammdatensätze mit lediglich 27 Fehlern transferiert. Dabei ließ sich Mysap unter Linux von den ursprünglich 190 aktiven Usern auf mehr als 500 Nutzer skalieren. Selbst die CRM-Funktionalität, die Anbindung der Außendienstmitarbeiter oder die Implementierung einer völlig neuen Objektverfolgung stellen kein Problem dar.
„Wir wollten Siegenia-Aubi in die Lage versetzen, künftige Aufgaben ohne fremde Hilfe zu lösen“, erklärt Klaus Langenberg, Managing Director bei Itelligence. Gegenwärtig realisieren die Siegener eine Direktanbindung der CAD-Systeme an das PLM (Product Life Cycle Management) von SAP. Dann werden künftig auch alle Zeichnungen von der ERP-Umgebung verwaltet werden.
Betrachtet man die gesamte Supply Chain mit allen Kunden und Lieferanten, so erhält das ERP-System an vielen Stellen eine geschäftskritische Rolle. Darum soll nun das, was am Stammsitz von Siegenia-Aubi zur Produktionsreife entwickelt und im Unternehmensprozess verankert werden konnte, im Rahmen eines internationalen Roll-outs in sechs weiteren Ländern implementiert werden. Zunächst in Polen, China und Korea. Dann wird die gesamte Gruppe über ein weltweites Netzwerk auf einer zentralen Mysap-Umgebung arbeiten.
Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister kann Achim Heinz ein positives Fazit ziehen: „Itelligence überraschte uns am Ende sogar mit einem Abschluss-Workshop. Während Berater normalerweise nach getaner Arbeit nur noch selten zu sehen sind, haben die Bielefelder den von uns geleisteten Beitrag beurteilt und uns Anregungen für die weitere Entwicklung der ERP-Landschaft vermittelt.“
IT-Dienstleister war dem hohen Druck gewachsen
Das CAD-System soll mit eingebunden werden
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