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Gleich nach dem Start gefordert

Neue Geschäftsleitung bei Geiger trotz Unwetterschäden auf gutem Kurs
Gleich nach dem Start gefordert

Wer geglaubt hatte, der Wechsel in der Geschäftsführung ginge ruhig über die Bühne, der hatte nicht mit einem Unwetter gerechnet. Doch die erste große Herausforderung hat die neue Geschäftsleitung von Geiger gut überstanden.

Dr. Rolf Langbein Fachjournalist in Rottenburg

45 Jahre lang hatte Hans-Jürgen Geiger sein Unternehmen aufgebaut und zu einem Global-Player entwickelt. Zum Jubiläum Mitte vergangenen Jahres – dort feierte er auch seinen 70. Geburtstag – verkündete er, sich aus dem aktiven Geschäft zurückziehen zu wollen. Das ist nun schon fast ein Jahr her.
Wichtige Begleiter seiner Unternehmerjahre waren sein Bruder Willi, der sich schwerpunktmäßig dem Verkauf der Maschinen zugewandt hatte, seine Töchter Barbara und Claudia sowie sein Neffe Michael Richter, der ab 1990 das Team ergänzte. Seit Februar diesen Jahres sind nun Bruder Willi und sein Neffe offiziell Geschäftsführer der Hans-Jürgen Geiger Maschinen-Vertrieb GmbH in Metzingen. Die Bereiche IT und Verkauf bleiben weiterhin Schwerpunkte im Aufgabenbereich des 48 jährigen Michael Richter. „Ich freue mich auf die vielfältigen Aufgaben und auf die neue Führungsposition“, erklärt er. Mitglieder der Geschäftsleitung sind auch weiterhin Barbara Geiger-Berger und Claudia Geiger-Nannt, die Töchter des Firmengründers. Barbara ist Diplom Betriebswirtin (FH) und hatte die Lehre bei der Firma Boss in Metzingen absolviert. Claudia blickt auf eine Ausbildung als Werbekauffrau und auf ein Teilstudium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing zurück. Das Aufgabenfeld der beiden liegt vor allem bei Vertrieb und Marketing.
Den Übergang der Geschäftsleitung Mitte letzten Jahres hatten sich alle Beteiligten jedoch anders vorgestellt. Ein schweres Unwetter Ende Juli, das mit einem ungewöhnlichen Hagelschlag eine Schneise über halb Baden-Württemberg geschlagen hatte, traf alle Hallengebäude (1 bis 6) und auch noch die zwei Photovoltaik-Anlagen. Eine Anlage musste komplett ersetzt werden, weil alle 1000 Module durch das Unglück zerstört wurden. Da stand natürlich der „Ruheständler“ zur Unterstützung der vierköpfigen Geschäftsleitung bei der Bewältigung des Hagelschadens sofort wieder zur Verfügung. Inzwischen sind schon 1200 Photovoltaik Module ausgetauscht, die komplett zerstört waren durch das Unwetter. Und die Sanierung von Hallendächern, Fenstern und Kuppeln ist im vollen Gange.
Zwar lasse es der Firmengründer etwas gelassener angehen, sagt Tochter Claudia, ist aber noch beim Einkauf und Verkauf sowie im Auslandseinsatz bei Messen eine große Hilfe. Es war sein Credo, dass sein Unternehmen weltweit auf Messen vertreten sein müsse. In diesem Jahr zeigten sich Geigers schon auf der Grindtec in Augsburg und auf der AMB Nanjing in China. Sein Engagement beim europäischen Händlerverband EAMTM, dem er zweimal – nämlich von 2004 bis 2006 und von 2010 bis 2012 – als Präsident vorstand, hat Hans Jürgen Geiger in die zweite Reihe verlagert. Dafür widmet er die Freizeit weiterhin seinem Hobby Skifahren und er „will sich einfach etwas mehr Zeit für sich selbst gönnen“, sagt er.
An der bisherigen Ausrichtung des Unternehmens mit dem Schwerpunkt Verzahnmaschinen wird sich nichts ändern, denn Geiger ist damit rund um den Globus bekannt. Immerhin finden Interessenten in den Geiger’schen Lagerhallen Maschinen aller namhaften Hersteller aus Deutschland und der Schweiz, ob Wälzfräsmaschinen, Stoßmaschinen oder Schleifmaschinen. Große Diskus-Flachschleifmaschinen und in den letzten Jahren große Koordinaten-Messmaschinen bilden weitere Schwerpunkte.
Was die bisherigen Verkaufserfolge der Metzinger anbelangt, so verfolgen sie schon lange ein mehrgleisiges Marketingkonzept. So haben sie seit jeher auf Printwerbung gesetzt. In den letzten Jahren hat zunehmend das Internet gute internationale Kontakte gebracht. Auf der Homepage des Unternehmens finden Interessenten rund 600 eigene Maschinen. Und natürlich sind gebrauchte Maschinen von Geiger auch auf den Plattformen der Verbände FDM und EAMTM zu finden. Darüber hinaus spielt die Messepräsenz national und international eine große Rolle. „Wenn möglich, präsentieren wir uns dort immer mit Maschinen“, verlautet es auch weiterhin aus der Geschäftsleitung. Ob Resale oder Usetec, Maschinen von Geiger waren stets auf der Internationalen Messe für Gebrauchtmaschinen zu sehen. „Jedoch werden wir dieses Mal nicht auf der Usetec in Köln präsent sein“, sagt Claudia Geiger-Nannt. „Obwohl die Messe als Marketinginstrument aus Geschäftsleitungssicht weiterhin ein wichtiges Element bleibt, entspricht die Usetec dieses Jahr nicht unserem derzeitigen Anforderungsprofil.“
Hans-Jürgen Geiger hatte in einem Interview vor seinem Rücktritt noch die deutlich gestiegenen Anforderungen der Kunden an gebrauchte Maschinen angesprochen. Diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird auch künftig eine bedeutende Rolle in der Strategie des Unternehmens spielen. „Ich wollte von Beginn an mit modernen Gebrauchtmaschinen handeln“, hatte Geiger betont, „daher konnten Kunden unsere Maschinen stets unter Strom abnehmen.“ In den letzten Jahren hätten Kunden immer öfter auch Probeteile auf den Maschinen fertigen wollen, ehe sie zum Kauf schritten. Deshalb seien er und seine Mannschaft sogar noch einen Schritt weitergegangen: „Heute fotografieren wir das und drehen kleine Videos, um den Kunden und uns abzusichern“, hatte Geiger berichtet. Das neue Geschäftsleitungsteam will diesen Service und den einmaligen, hochwertigen Maschinenpark weiter modernisieren und ausbauen.
So bleibt Metzingen mit der Hans-Jürgen Geiger Maschinen-Vertrieb GmbH ein wichtiger Standort, wenn es um gebrauchte Werkzeugmaschinen und Koordinaten-Messmaschinen geht. •
Industrieanzeiger
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