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Häppchenweise zum Umweltmanagement

Pilotprojekt: Gemeinsam den Aufwand für das Audit senken
Häppchenweise zum Umweltmanagement

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Mit relativ wenig Aufwand haben acht Schraubenhersteller das Öko-Audit und die ISO 14001 umgesetzt. In einem Pilotprojekt entwickelten sie gemeinsam mit dem Fraunhofer-IPT in Aachen ein Umweltmanagementsystem.

Von unserem Redaktionsmitglied Dr. Birgit Oppermann

Umweltschutz spart Geld: Wenn alle Abläufe im Betrieb erfaßt werden, zeigt sich, wo sich Rohstoffe und Energie besser nutzen lassen. Sparen kann ein Unternehmen schon, wenn es ein Umweltmanagementsystem entwickelt. Aufwand und Kosten hierfür haben sich acht Unternehmen aus dem Deutschen Schraubenverband e.V. geteilt, die von der Stoffstromanalyse bis zum Umweltbericht in einem Pilotprojekt mit dem Aachener Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) zusammengearbeitet haben.
„Wir haben die Aufgaben häppchenweise gelöst“, berichtet Dipl.-Ing. Andreas Bisenius, der das Projekt am IPT mit betreut hat. Als erstes haben die Partner das Qualitätsmangement analysiert und die Umweltprüfung durchgeführt. Als nächstes galt es, Umweltpolitik, -ziele und -programm festzulegen und die Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme aneinander anzupassen. Das Umweltmanagementsystem selbst entstand im dritten Schritt, dem weitere folgten, bis die Umwelterklärung auf dem Programm stand.
Von den Rezepten, die die Partner in einem Unternehmen entwickelt haben, konnten die anderen profitieren. „Trotz unterschiedlicher Betriebsgrößen geht es viel schneller voran, wenn die Aufgaben zusammen gelöst werden“, lobt Dr. Frank Hoffmeister, Geschäftsführer bei der Lüdenscheider Schrauben-Betzer GmbH & Co. KG, einem der teilnehmenden Unternehmen. Wichtiger als die Größe sei die Tätigkeit in der gleichen Branche. „Wer beispielsweise Metalle bearbeitet“, so Hoffmeister, „hat die gleichen Probleme mit der mehrstufigen Fertigung, den Kühlschmierstoffen oder den Anforderungen der Kunden.“
Bei der Zusammenarbeit von Mittelständlern und Konzernen kamen in diesem Projekt sowohl Vorschläge für technische Verbesserungen heraus als auch ein Leitfaden auf CD-Rom. Dieser informiert darüber, was auf dem Weg zum Umweltmanagement zu beachten ist. „Mit dem Leitfaden allein kommt man jedoch nicht bis zur Umwelterklärung“, räumt Bisenius ein. Aber gerade für den Anfang sei es nützlich, sich einen Überblick über die Aufgaben zu verschaffen. Die Tips beziehen sich sowohl auf die Regeln der EG-Umwelt-Audit-Verordnung (Emas) als auch die der Umweltmanagementnorm DIN EN ISO 14001 (siehe Kasten), da die Unternehmen im Pilotprojekt zwischen beiden Systemen wählen konnten.
„Emas und ISO sind geeignete Hilfen für den Aufbau und die Weiterentwicklung eines betrieblichen Umweltmanagements“, meint Hans-Eckhard Thies, Umweltbeauftragter beim Antriebstechnik-Hersteller ZF Friedrichshafen AG und Vorsitzender des Ausschusses Umweltpolitik im Verein Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA). „Deshalb haben wir bereits über 50 Prozent unserer Arbeitsplätze in ein zertifiziertes Umweltmanagement eingebunden, und der Rest der weltweit 50 Standorte wird bis Ende 2000 folgen.“
Externe Zertifizierung und Umwelterklärung gehören seiner Meinung nach nicht zwingend zu einem funktionierenden System. Die Verbesserung der Umweltsituation und die Einsparpotentiale zeigten sich auch ohne Formalitäten. Für Einsteiger, gerade auch kleine und mittlere Unternehmen, sei Emas das geeignetere System, weil es zunächst mehr Spielraum läßt. „Um einen Betrieb nach ISO zu zertifizieren, muß das System vollständig implementiert sein“, so Thies weiter, „diese Erfahrung haben wir an einem unserer Standorte machen müssen.“
Für die am IPT erprobte Variante des gemeinsamen Wegs zum Umweltmanagementsystem haben sich bereits weitere Interessenten gemeldet. Daher gibt es ab Oktober eine Neuauflage des Projekts. Diesmal machen sich Unternehmen, die sich auf das Stanzen spezialisiert haben, auf die Suche nach Sparmöglichkeiten. Bisenius ist zuversichtlich: „Mit den Erfahrungen, die wir in der ersten Runde gemacht haben, wird es diesmal sicher schneller gehen.“
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