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„Herstellung von Getriebewellen wird um ein Viertel billiger und schneller“

Norbert Heßbrüggen: Horizontales Dreh- und Schleifzentrum drückt Kosten wie Zeiten
„Herstellung von Getriebewellen wird um ein Viertel billiger und schneller“

„Auf der HSC 400 DS können Sie Ihre Wellen ohne umzuspannen drehen und schleifen. Das Ergebnis ist ein einbaufertiges Teil“. Norbert Heßbrüggen, Geschäftsführer der Emag GmbH in Salach, verspricht den Anwendern des Horizontalzentrums Vorteile in Mark und Minuten (Bild: Emag)
HSC steht bei Emag für Horizontalspindel-Center. Das neue Dreh- und Schleifzentrum faßt die bisher separate Wellenfertigung auf einer einzigen Maschine zusammen und soll Kosten wie Zeiten um ein Viertel reduzieren.

Das Interview führte Chefreporter Wolfgang Filì

? Emag hat 1992 als erster Vertikaldrehzentren in Serie gebaut. Jetzt schwenken Sie zurück auf Systeme mit horizontaler Arbeitsspindel. Ist der Markt für die senkrechte Drehbearbeitung ausgereizt?
!Nein, Maschinen für Futterteile werden nach wie vor gebraucht. Die VSC-Reihe ist unser Hauptumsatzträger. Aber die Industrie hat auch Bedarf an langen, runden Werkstücken – die liefert das Horizonaldreh- und Schleifzentrum HSC.
? Bereits vor 1991 hatte Emag eine horizontale Maschinenreihe. Mit dem Erfolg der VSC wurde sie eingemottet. Hat sich der Markt verändert?
!Die Nachfrage nach der VSC hatten wir uns zwar gewünscht. Von der Stärke waren wir dennoch überrascht. Da blieb wenig Raum für andere Projekte. Hatte die Emag-Gruppe 1993 zum Beispiel knapp 90 Mio. Mark Umsatz gemacht, waren es 1998 schon 270. Dieses Jahr werden es 330 Mio. Mark sein. Der Unterschied ist, daß heute Schleifspezialisten wie Karstens und Reinecker zu uns gehören. Dadurch haben wir größere Ressourcen für das Entwickeln unserer multifunktionalen Maschinen. Eines der Ergebnisse ist die horizontale HSC.
? Am Anfang jeder Produktentwicklung steht die Analyse. Welche Zielgruppe und welchen Absatz haben Sie für das neue Zentrum ausgemacht?
!In der Automobilindustrie sind rund 60 Prozent aller Drehteile kurz, 30 Prozent sind lang und weitere 10 Prozent sind Exoten. Darunter verstehen wir Kurbelwellen und ähnliche Bauformen. Mit den Futtermaschinen der Reihe VSC setzen wir zur Zeit rund 300 Millionen Mark im Jahr um. Entsprechend sehen wir für das Wellenbearbeitungszentrum HSC einen Markt um die 100 Millionen Mark.
? Für welchen Anwender innerhalb der Kfz-Branche soll die Maschine denn unentbehrlich sein?
!Hersteller von Getriebewellen werden an der HSC auf Dauer nicht vorbeikommen.
? Nun wurden Getriebewellen bereits vor Erscheinen dieses Maschinentyps wirtschaftlich bearbeitet. Wo im einzelnen liegt der Anwendernutzen, und wie zahlt er sich für Ihre Kundschaft in Mark und Pfennig aus?
!Bislang werden Getriebewellen entweder auf unterschiedlichen Maschinen gedreht und geschliffen, oder man fertigt sie auf kombinierten oder verketteten Zentren. Auf jeden Fall werden sie mehrfach gespannt. Bei der HSC dagegen geschieht dies in einer einzigen Aufspannung. Dadurch steigt die Präzision. Hinzu kommt, daß unsere Maschine die Teile ohne jede Zwischenlagerung fertigt. Am Ende des Durchgangs steht eine einbaubereite Getriebewelle – der Anwender spart Zeit und Platz.
? Wieviel muß er im Gegenzug für die Anschaffung kalkulieren?
!Die HSC kann in der Wellenfertigung je eine Dreh- und eine Schleifmaschine ersetzen. Wenn man für deren Investition zusammen 200 Prozent ansetzt, liegt die HSC mit einem Einstandspreis von rund 1 Million Mark bei 150 Prozent. Außerdem spart sie Stellplatz. Die Verhältnisse entsprechen dem Vorteil beim Anschaffungspreis.
? Die vertikale VSC-Reihe ist schubweise um Verfahren ergänzt worden wie das Fräsen, Messen, Superfinishen oder Verzahnen. Welche Techniken soll die HSC bieten?
!Fürs erste bleibt´s beim Drehen und Schleifen. Wenn der Markt zusätzliche Fertigungstechniken verlangt, sehen wir weiter.
? Wie lange muß der Kunde auf eine Standard-HSC warten?
!Im Moment liegt die Lieferzeit bei sieben Monaten. Wenn die Nachfrage steigt, wird sich das ändern.
Industrieanzeiger
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