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In der Kombination liegt der wahre Mehrwert

Internetplattform mit Warenwirtschaftssystem verzahnen
In der Kombination liegt der wahre Mehrwert

Die Betreiber vieler Einkaufsplattformen im Internet sind stolz darauf, dem Kunden ein umfassendes Tool für seine tägliche Arbeit geschaffen zu haben. Der Bereich Automation and Drives (A&D) von Siemens geht weiter und setzt seine Strategie der dynamischen Einkaufs-Mall konsequent um. Am Beispiel der Firma Kleinknecht in Siegen wird deutlich, welche Vorteile sich in der Praxis zeigen.

Christine Klima ist Mitarbeiterin der Siemens AG Nürnberg im Bereich Automation & Drive

Mit dem Einkaufsportal A&D Mall will der Elektronikkonzern Siemens Maßstäbe setzen. Dass die Umsetzung in der Praxis tatsächlich funktiniert bestätigt die H. Kleinknecht & Co. GmbH, in Siegen. Geschäftsführer Christoph Hauck berichtet: „Durch das Arbeiten mit der A&D Mall wurde unser gesamter Beschaffungsprozess in diesem Bereich extrem lean. Früher benötigten wir hierzu deutlich mehr Manpower.“
Seit etwa zwei Jahren ist das Unternehmen für Steuerungstechnik an die Einkaufsplattform von Siemens angeschlossen. Der Vorteil daran ist, dass der gesamte Beschaffungsprozess damit beschleunigt werden konnte. Kommt aus der Konstruktion die Stückliste der benötigten Bauteile, kann der Einkauf die Daten sofort in die A&D Mall eingeben und per Knopfdruck bestellen. Das System führt zeitgleich eine Überprüfung durch, ob sämtliche Teile verfügbar sind und wann die Lieferung zu erwarten ist.
Siemens-Vertriebsbeauftragter Frank Neuser bestätigt: „Der Kunde findet es besonders vorteilhaft, die bestellten Teile eindeutig verfolgen zu können. Selbst die Auftragsbestätigung erhält der Kunde spätestens am nächsten Tag per E-Mail.“ Zeit sparen heißt die Devise. Schließlich besagt die alte Kaufmannsregel: Im Einkauf liegt der Gewinn. Dieser Regel folgend wollen die Siegener in Zukunft die Möglichkeiten der Siemens Plattform noch stärker nutzen. Christoph Hauck präzisiert: „Gerade im Angebotsbereich wollen wir unser Warenwirtschaftssystem PMS Compelec einsetzen. Hierzu muss man wissen, dass sich Siemens vor allem die Dynamisierung seines Marktplatzes auf die Fahne geschrieben hat.
Das bedeutet, er wird entsprechend den Kundenbedürfnissen verbessert und erweitert. Was derzeit teilweise noch eine Stand-alone-Lösung ist, wird bis spätestens Ende des Jahres zum 100%ig integrierten System avancieren. Denn derzeit arbeiten die A&D Mall und das Warenwirtschaftssystem PMS noch parallel. Ab Ende des Jahres werden beide Systeme über einen direkten Upload des PMS-Warenkorbes mit dem Siemens Einkaufsforum weitgehend miteinander verzahnt sein. Eine Verbindung von SAP/R3-Systemen und der A&D Mall über das so genannte Open-Catalog-Interface (kurz OCI) hat heute bereits die Pilotphase hinter sich gelassen.
Werden dann die Bestelldaten in das Warenwirtschaftssystem (WWS) eingegeben, erfolgt nach dem Upload in die Mall – vor der eigentlichen Bestellung – die Prüfung bezüglich Preis, Verfügbarkeit oder Produktänderung. Es müssen alle Daten also nur ein Mal eingegeben werden. Das reduziert den Zeitbedarf und natürlich auch die Fehlerrate.
Bisher dient die Beschaffungsplattform den Kunden – die ihre Bestellung über ein Warenwirtschaftssystem abwickeln – hauptsächlich als Auskunftssystem zum Beispiel bei der Auftragsverfolgung.
Heute werden die Bestelldaten aus dem WWS per E-Mail an einen universellen regionalen Datenkonverter Mail2EDI (EDI = Electronic Data Interchange) bei Siemens übertragen. Nach einer Prüfung der Bestelldaten im Siemens-Warenwirtschaftssystem werden die Daten in die eigentlichen Lieferstellen übertragen. Durch die Integration von Mail2EDI in der A&D Mall gegen Ende 2002 können die Vorteile des Marktplatzes auch von WWS-Kunden ohne Medienbruch voll genutzt werden.
Firmenchef Christoph Hauck indes hat sein Unternehmen längst auf den nächsten Schritt vorbereitet: „PMS Compelec ist hoch motiviert, die direkte Schnittstelle zur A&D Mall so schnell wie möglich zu schaffen.“ Darauf freut sich auch der Einkaufsleiter Hartmut Daub mit seiner fünf-köpfigen Mannschaft: „Dann arbeiten wir nur noch mit unserem Warenwirtschaftssystem und nutzen trotzdem alle Vorteile des A&D-Marktplatzes im Hintergrund.“ Dass Siemens mit seiner Einkaufsplattform und der 100%igen Verzahnung zu den gängigen Warenwirtschaftssystemen alle Anstrengungen unternimmt, wird daran deutlich, dass in Deutschland etwa 15 000 unterschiedliche Warenwirtschaftssysteme eingesetzt sind. Diese Zahl mag verblüffen, spiegelt aber die tatsächlich heterogene Struktur wider, mit der ein Full-Liner zu kämpfen hat. Vor allem dann, wenn er als Marktführer seinem eigenen Anspruch gerecht werden möchte.
Internet muss Beschaffungskosten tatsächlich senken
Unternehmen schätzen die Schnelligkeit der Bestellung und die hohe Transparenz bezüglich Verfügbarkeit, Preisgestaltung oder Produktveränderungen des Siemens-Marktplatzes. „Extrem wichtig für uns ist aber auch, exakt zu wissen, ob die Ware tatsächlich zum Liefertermin eintrifft“, ergänzt Hartmut Daub. Diese Aussage von einem Steuerungstechnik-Unternehmen mit einem hohen indirekten Exportanteil steht stellvertretend für eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen in Deutschland.
„Deshalb befinden wir uns seit kurzem in intensiven Gesprächen mit sämtlichen Paketdienstleistern und Speditionsunternehmen in Deutschland, die einen Tracking-and-Tracing-Service anbieten,“ sagt Hans-Heinrich Hoffmann, verantwortlich für das Thema E-Business bei Siemens Automation and Drives in Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile sind die Daten dieser Zusteller aktuell und zuverlässig geworden.Was in den nächsten Wochen ebenfalls den Umgang mit einer Online-Bestellung extrem vereinfachen wird, ist der automatische Abgleich von Kunden-Bestellung und Auftragsbestätigung. Bis dato muss der Einkauf Position für Position in unterschiedlichen Dokumenten miteinander vergleichen, um Abweichungen bei Liefertermin, Produktparametern, Stückzahl, Preis oder Ähnlichem zu erkennen.
In Zukunft übernimmt dies der Datenkonverter Mail2EDI von Siemens und markiert diese Abweichungen, so dass Hartmut Daub nur noch die Abweichungen überprüfen muss: „Darauf freue ich mich heute schon, weil diese Option eine Menge Zeit spart und ein mögliches Fehlerrisiko drastisch herabsetzt.“ Als zusätzlichen Service bietet Siemens die Auftragsbestätigungen beispielsweise auch als TIF-Datei an, das im Unternehmen elektronisch archiviert werden kann. Weshalb dieser Dienst eingerichtet wurde, erklärt Hans-Heinrich Hoffmann: „Wir wissen, dass Kunden häufig eigene Scans erstellen, um die Langzeit-Datensicherung durchzuführen. Wir wollen dem Kunden auf diesem Weg entgegenkommen.“
Wie sehr die Industrie nach Möglichkeiten der Zeiteinsparung sucht und diese auch nutzt, zeigen einige Zahlen: Von Oktober 2001 bis April 2002 wurden bei Kleinknecht etwa 80 bis 85 % der Bestellungen elektronisch ausgeführt. Der Mittelwert bei Siemens Automation and Drives in Nordrhein-Westfalen liegt gemäß Stand April 2002 bei mittlerweile einem Drittel der Bestellungen. Eine Entwicklung auf die die Siemens-Leute stolz sind: Vor drei Jahren haben gerade mal 4 % der Kunden elektronisch geordert.
Industrieanzeiger
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