bvik-Experten informieren über künstliche Intelligenz

KI unterstützt bei der Übersetzung

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Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch und soll in vielen Bereichen zunehmend die menschliche Arbeitskraft ersetzen. Maschinelle Übersetzungssysteme vereinfachen schon jetzt die Kommunikation. Doch in welchem Umfang ihr Einsatz wirtschaftlich sinnvoll ist, sorgt für Unsicherheiten.

Tina Berns
Marketingleiterin bei Wieners+Wieners und Fördermitglied des bvik

Die perfekte Übersetzung auf Knopfdruck dank künstlicher Intelligenz – das wäre schon cool. Doch ist das wirklich so einfach? Erhöht maschinelle Übersetzung tatsächlich die Schnelligkeit, Konsistenz, Kontrolle, Kostenersparnis, Produktivität und Unabhängigkeit von Dienstleistern? Dieser unbequemen Frage hat sich eine Business-Intelligence-Unit des Ahrensburger Sprachdienstleisters Wieners+Wieners gestellt und über einen Zeitraum von einem Jahr intensiv Erfahrungen gesammelt.

Maschinelle Übersetzung ist eine Form der künstlichen Intelligenz, die die Internationalisierung der Unternehmenskommunikation vereinfachen und beschleunigen soll. Hierbei geht die Technologie noch einen Schritt weiter als bei maschinengestützten Übersetzungen mit sogenannten CAT-Tools (Computer-aided translation). Neben den Besonderheiten der Übersetzungssysteme, den Leistungsumfängen einzelner Anbieter und den Kombinierungsmöglichkeiten mit CAT-Tools gibt es Faktoren, die man kennen sollte. Mit einer Vielzahl von Texten wurden die unterschiedlichen Möglichkeiten ausprobiert. Dabei wurde die Ergebnisqualität von drei Textarten verglichen: technische Bedienungsanleitungen, Pressetexte und kreative Texte mit Corporate Language für Markenunternehmen.

Diese Übersetzungssysteme gibt es

Es gibt drei Arten maschineller Übersetzungssysteme – regelbasierte, statistische und neuronale Systeme.

  • Ein regelbasiertes System nutzt Grammatikregeln und Wörterbücher (allgemeinbildende Wörterbücher, Fachwörterbücher, Wortlisten) der Ausgangs- und Zielsprache und übersetzt systematisch. Ein Fachgebiet kann mittels neuer Korpora (Wörterbücher) angepasst werden.
  • Ein statistisches System lernt die Sprache ausgehend von den am häufigsten zusammen vorkommenden Fragmenten, entnommen aus bestehenden Übersetzungen, und übersetzt im Gegensatz zum regelbasierten System nicht nur anhand vorgegebener Regeln. Dafür werden statistische Modelle verwendet, die auf große Mengen bestehender Daten der Ausgangs- und Zielsprache zurückgreifen, die eingepflegt werden. Hierbei werden auch syntaktische Muster erkannt und berücksichtigt.
  • Neuronale Systeme verwenden künstliche neuronale Netzwerke, um statistische Modelle zu lernen. Die Quelle der Sprachen ist das Internet, sodass die einbezogenen Texte den natürlichen Äußerungen der Menschen folgen.

Wichtige Grundbegriffe

Im Zusammenhang mit maschineller Übersetzung trifft man unweigerlich auf diverse Begriffe, von denen die wichtigsten an dieser Stelle kurz erläutert werden sollen.

Pre-Editing ist der Prozess, bei dem ein Mensch ein Dokument vor der maschinellen Übersetzung vorbereitet. Hauptziel einer solchen Vorbearbeitung ist es, den Arbeitsaufwand für die Nachbearbeitung zu reduzieren. Das Quelldokument wird angepasst und somit die Rohausgabe der maschinellen Übersetzung verbessert.

CAT-Tools sind Computerprogramme, die den Übersetzer unterstützen. Im Gegensatz zu maschinellen Übersetzungssystemen können CAT-Tools nicht selbst übersetzen. Sie speichern lediglich bereits übersetze Texte in einer kundenspezifischen Datenbank. Das hat den großen Vorteil, dass bei der nächsten Übersetzung sich eventuell wiederholende Sätze, Wendungen und Fachbegriffe aus der kundenspezifischen Datenbank – »Translation Memory« genannt – während des Übersetzens wiedererkannt und zur erneuten Verwendung vorgeschlagen werden. Das spart Zeit und Geld. Gerade im Bereich Marketing ist es vielen Unternehmen wichtig, die Corporate Language in allen Texten zu wahren. Zusätzlich zu den gespeicherten Textpassagen kann eine Termbank mit firmeninterner Terminologie oder firmeninternen Glossaren (Namen, Marken, Wendungen, firmeninterne Zusatzinformationen zur Verwendung oder Gültigkeit) angelegt werden, die dies dann ebenfalls automatisch vorschlägt. CAT-Tools unterstützen den Übersetzungsprozess verlässlich und in zeitsparender Weise.

Beim Post-Editing wird der von der Maschine übersetzte Ausgangstext dahingehend geprüft, dass der Sinn im ausgegebenen Zieltext wiedergegeben ist, und gegebenenfalls entsprechend angepasst. Abhängig von der Qualität des Ausgangstextes und der im Vorfeld vereinbarten Erwartung an den Zieltext kann eine solche Nachbearbeitung mehr oder weniger umfangreich ausfallen.

Für die Entscheidung pro oder contra maschineller Übersetzung ist es wichtig, zuerst für sich festzustellen, welchen Anforderungen der Zieltext standhalten muss. Die Bandbreite reicht von „einen Sachverhalt in unterschiedlichen Sprachen verständlich machen“ (Übersetzung ohne Post-Editing) bis „ein Sachverhalt soll an sprachliche und kulturelle Besonderheiten angepasst sein“ (Lokalisierung). Davon hängen Faktoren wie Kosten, Zeit- und Dateivorbereitungsaufwand ab.


Erfahrungsbericht zur Nutzung von maschinellen Übersetzungssystemen

Eine Business-Intelligence-Unit hat bei Wieners+Wieners über einen Zeitraum von einem Jahr intensiv Erfahrungen mit verschiedenen aktuellen maschinellen Übersetzungssystemen gesammelt, um zu testen, welches Potenzial denn tatsächlich in ihnen steckt. Sind solche Systeme dazu geeignet, Kosten zu sparen oder sich gar unabhängig vom Sprachdienstleister zu machen?

Interessenten können den kompletten Erfahrungsbericht anfordern unter: erfahrungsbericht@wienersundwieners.de



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