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Leistungsverbesserung gehört zum Lieferumfang

Mehrspindler: Mehr Funktionen zum halben Preis
Leistungsverbesserung gehört zum Lieferumfang

In die Jahre gekommene Drehautomaten lassen sich mit Hilfe von High-Tech und Know-how auf den Stand der Technik bringen. Der Kunde profitiert von der Modernisierung, die mehr meint als nur Überholung.

Rudolf Ortmayer ist Geschäftsleiter der Ortech GmbH in Hösbach

Die Kosten einer Wiederaufarbeitung mit Neuwertgarantie, Nutzenerweiterung und -erhöhung liegen 40 bis 60 % unter dem Neupreis vergleichbarer Mehrspindelmaschinen. Der Zeitraum für eine umfassende Maßnahme liegt zwischen vier und sechs Monaten. Abhängig vom Mehrschichtbetrieb, gewährleistet der Modernisierer eine Garantie bis zu 12 Monaten. Im Vordergrund stehen eine
höhere Zerspanungsleistung
Minderung der Stückzeiten und -kosten
Reduzierung der Rüstzeiten
Verbesserung der Oberflächenqualität
Hebung der Wiederholgenauigkeit
Erneuerung der Maschinensteuerung mit Fehlereigendiagnose
Verbesserung des Bedienkomforts
Berücksichtigung von arbeitsmedizinischen und Sicherheits-Richtlinien
CE-Zertifizierung
Die Originalabmessungen der Maschine werden dabei so weit wie möglich eingehalten. Das erleichtert den späteren Austausch von Verschleißteilen.
Hohe Maschinenauslastung, eine vernachlässigte Wartung und Instandhaltung sowie verbrauchte oder falsche Kühlschmierstoffe führen meist zu hohem Verschleiß der Maschinenkomponenten. Betroffen sind fast alle dynamisch bewegten Elemente wie Zentralrad und -welle, Längsschlittenantriebe, sowie Kurven- und Werkzeugträger bis hin zu den Trommelgehäusen und Trommelkörpern.
Das Wiederherstellen der Originalmaße, insbesondere an den Supporten, stellt an den Modernisierer hohe ingenieurtechnische und metallurgische Anforderungen. Abgetragene Teile müssen entweder erneuert, oder falls dies aus konstruktiven Gründen nicht mehr möglich ist, durch Materialauftragungen wie Stellitieren oder Hartaufchromen kompensiert werden. Dabei sind sowohl die Maßtreue als auch die Verschleißfestigkeit und Verträglichkeit mit den Grundwerkstoffen zu beachten.
Deutlich wird dies am Beispiel verschlissener und ausgelaufener Trommelgehäuse: Auf Bohrwerken werden sie feinstgedreht, so daß völlig neue Tragflächen entstehen. Das Gegenstück – der Trommelkörper mit Führungsrohr – wird mittels Hartaufchromen auf die erforderliche Materialdicke gebracht, paßgerecht geschliffen und eingesetzt. In Ausnahmefällen wird er gegen neu gefertigte Körper ausgetauscht.
Ähnlich verfahren wird bei den Lagersitzen der Drehspindeln, bei den Längsschlitten sowie ihren Führungen und Gegenführungen. Soweit sie noch keinen starken Verschleiß aufweisen, werden die Längsschieber bei letzteren eingeläppt. Auch die Stell- und Keilleisten werden durch Schleifen und Schaben überarbeitet. Soweit dies, durch hohen Verschleiß bedingt, nicht mehr möglich ist, werden sie erneuert.
Betriebsparameter bei laufender Maschine geändert
Arbeitskurven und Kurvenrollen sind mechanisch stark beansprucht. Ist eine Überarbeitung nicht mehr möglich, werden auch sie erneuert. Dabei werden die Wellen und Trägerflansche verschweißt, wobei die Reihenfolge wegen des Verzugs besonders wichtig ist. Danach werden die Teile spannungsarm geglüht und endbearbeitet. Exakt abgestimmte Bewegungszyklen werden durch Neulagerung aller Winkelhebel sowie Zug- und Druckstangen erreicht. Wellen für den Materialanschlag werden durch Ausbohren und Ausbuchsen repariert. Auch sie werden neu gelagert. Die Drehspindeln werden im Bereich der Lagersitze durch mehrmaliges Schleifen, Chromen und Fertigschleifen auf Originalmaß gebracht und völlig neu gelagert. Dabei sind engste Toleranzen einzuhalten, und sämtliche Lagersitze müssen exakt zueinander fluchten.
Bei älteren Mehrspindelautomaten werden Spindeln und Kurven meist von nur einem Motor angetrieben. Über Verzweigungsantriebe mit Wechselrädern werden dabei die Drehzahlen angepaßt. Bei einer Modernisierung bietet es sich an, als Alternative Direktantriebe einzusetzen. Damit werden die Maschinen leistungsfähiger und schneller. Gerade wenn kleinere Losgrößen anstehen oder unterschiedlichste Werkstoffarten bearbeitet werden sollen, sind sie auch einfacher zu bedienen.
Bei DNT-Antrieben – das Kürzel steht für Direktwahl von Drehzahl (n) und Grundzeit (t) – werden Drehspindeln und Kurvenwellen unabhängig voneinander durch drehzahlgeregelte Motoren angetrieben. Dadurch entfällt eine große Zahl von Getriebeteilen und Kupplungen. Außerdem sinken die Störanfälligkeit, der Energieeinsatz und der Geräuschpegel der Maschinen. Der Bedienkomfort steigt insofern, als daß sich Drehzahlen und Vorschubwerte über das Bedienpanel sogar bei laufender Maschine einstellen lassen. Durch die Optimierung der Beschleunigungswerte der Kurventräger für Eil-, Hub- und Rückzug der Werkzeuge werden kürzere Nebenzeiten möglich.
Die Steuerung wird beim Einsatz von Direktantrieben durch CNC ersetzt. Störanfällige Elemente wie Schütze, Relais und Schalter entfallen dabei. Auch die mechanisch geregelten Nockenschaltwerke für die Spindelkodierung werden ersetzt. An ihre Stelle treten elektronische Positionsgeber, die zahlreiche neue Funktionen erlauben. Die Bedienfreundlichkeit wird durch Integration von vor oder hinter der Maschine angebrachten Bedientableaus verbessert.
Modernisierte Maschinen sind zudem seit kurzem Teleservice-fähig. Über ein Network-System und eine Telefonnummer ist Ortech rund um die Uhr online erreichbar. Die Steuerung ist hier über das Telefonnetz mit dem Programmiergerät verbunden. Die Ressourcen dieser Komponenten werden dabei nicht beschränkt oder beeinflußt. Alles paßt in gewohnter Weise zusammen. So lassen sich aufwendige Anreisekosten und Monteureinsätze vermeiden.
Am Ende der Modernisierungsmaßnahme steht dem Kunden eine in nahezu sämtlichen Teilen neuwertige Maschine zur Verfügung. Die Peripherie der Anlage – vorhandene Werkzeuge, Fundamente, Stellflächen, Vorrichtungen – bleibt davon unberührt.
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
Ausgabe
19.2021
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