Konradin-Messe-Forum: Materialflüsse optimieren

Lösungen auch für kleine Budgets

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Das Konradin-Messe-Forum in Hannover diente als Plattform für die Diskussion um die Optimierung des Materialflusses. Die Experten, die der Industrieanzeiger eingeladen hatte, hoben zwar den Zeigefinger und warnten vor Fehlschritten. Sie zeigten aber auch Lösungsansätze für das kleine Budget auf.

Von Chefredakteur Dr. Rolf Langbein

Die deutschen Unternehmen binden rund 34 Prozent des betrieblichen Umlaufvermögens durch Vorratshaltung, ermittelte Professor Wildemann, Experte für betriebliche Logistik von der Uni München. Darüber hinaus liege der nicht wertschöpfende Zeitanteil an der Durchlaufzeit eines Produktes in Form von Liege- und Transportzeiten bei etwa 90 Prozent. Dies sind nur zwei Aspekte, die deutlich machen, daß erhebliche Rationalisierungspotentiale in der innerbetrieblichen Logistik stecken.
Wie lassen sich diese Potentiale unter Rücksichtnahme auf das oft kleine Budget mittelständischer Betriebe ausschöpfen? Diese Frage diskutierten Experten im Konradin-Messe-Forum anläßlich der Hannover Messe. Die Redaktion des Industrieanzeiger hatte die Podiumsdiskussion am zweiten Tag des Forums unter das Thema „Materialflüsse optimieren auch mit kleinen Budgets“ gestellt.
Als Experten begrüßte Chefredakteur Dr. Rolf Langbein
Dr.-Ing. Uwe Meinberg, Hauptabteilungsleiter im Fraunhofer Institut Materialfluß und Logistik in Dortmund,
Dipl.-Ing. Stefan Deuser, Leiter Marketing MDC-Systeme der Mannesmann Dematic AG in Offenbach und
Dr.-Ing. Manfred Alt, Geschäftsführer der Agiplan A + O Software GmbH in Stuttgart.
Provokant gab Stefan Deuser die Parole aus: Weg von der Sackkarre. Eine eigene Studie habe gezeigt, daß rund 80 Prozent der darin untersuchten Betriebe noch keinen Ansatz von Automatisierung in der Logistik auswiesen. Bezüglich der Lager herrschten zum Teil chaotische Zustände.
„Man muß erst Ordnung schaffen“, lautet dementsprechend auch die Devise des Softwareexperten Dr. Alt. Ohne diese Ordnung helfe kein Lagerverwaltungssystem und auch keine andere Software.
Dr. Meinberg sieht die Betriebe dahingehend gefordert, bei einer Reorganisation den Wandel weg vom funktionalen Aufbauprinzip hin zu einer prozeßorientierten Denkweise vollziehen zu müssen. Das bedeute aber auch einen vehementen Einsatz der Datentechnik. „Man kommt nicht daran vorbei, unabhängig davon, wie groß das Unternehmen ist“, sagte Dr. Meinberg mit Nachdruck.
Eine Gefahr sieht er in der Tatsache, daß das Angebot in der Datentechnik kaum noch für den einzelnen Unternehmer zu erfassen sei. „Die Technik läuft uns davon“, zog Dr. Meinberg ein Fazit hinsichtlich des Angebots von Cebit und Hannover Messe. Das mache den Einsatz von Beratern erforderlich.
Einig waren sich die Experten darin, daß sich die Unternehmen mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob Standard- oder Individualsoftware künftig zum Zuge kommen solle. Für Dr. Alt ist dabei der Weg zur Standardsoftware vorgezeichnet. Software bedürfe der Pflege. Mit Standardsoftware sei das auf einfachere Weise zurealisieren. Allerdings, und auch da stimmten die Referenten überein, zwinge eine Entscheidung in diese Richtung zu einer konsequenten Anpassung der Strukturen des Betriebes. Nur so komme der Vorteil auch voll zum Tragen.
Wer aber eine gut funktionierende Individualsoftware habe entwickeln lassen, müsse diese nicht grundsätzlich über Bord werfen, tröstet Dr. Meinberg alle Betroffenen. Jedoch müsse die Frage nach den Schnittstellen geklärt werden. „In der Individualsoftware liegt oft das Know-how, mit dem sich das Unternehmen vom Wettbewerb abhebt“, weiß er aus Erfahrung. Das sei bei der Standardsoftware nicht so der Fall.
Für Stefan Deuser muß vor Veränderungen im Betrieb über die künftige Strategie und das daraus abgeleitete Konzept nachgedacht und entschieden werden. Denn der Umbau in kleinen Schritten, der dann auch bezahlbar sei, müsse stets in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Die Maßnahmen müßten ineinandergreifen, sonst ginge der gewünschte Effekt der Rationalisierung und Optimierung verloren. „Modulare Konzepte sind für das kleine Budget gefragt, sowohl bei der Hard- als auch bei der Software“, unterstreicht er die Aussage.
Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und künftig vielleicht auch für das Überleben sei, und darin waren sich die Experten ebenfalls einig, daß jetzt mit den Überlegungen und dem Handeln begonnen werde. Die Umstellung auf den Euro und zum Jahr 2000 stehe an. Wer nicht jetzt damit beginne, der könne durchaus Probleme bekommen.
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