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Lukrativer Anschluß an die SAP-Welt

Geschäfts- und Produktionsprozesse verknüpfen
Lukrativer Anschluß an die SAP-Welt

Gemeinsam mit Partnern hat sich Interschalt zum Ziel gesetzt, die Bereiche Datenverarbeitung und Prozeßfertigung, wie hier bei der Van Houten-Kakaoproduktion, datentechnisch zusammenzuführen (Bild: Interschalt)
Werden die Bereiche DV und Prozeßfertigung datentechnisch zusammengefaßt, ergeben sich handfeste Vorteile für den Mittelstand. Lösungsanbietern wie Interschalt wurde aber schnell klar, daß nur mit starken Partnern die vertikale Integration sicher funktioniert.

Richard Möller bringt die Problematik auf den Punkt: „Historisch bedingt sind die betriebswirtschaftliche DV und die technische Produktautomatisierung strikt getrennt“, so der Geschäftsführer von Interschalt in Schenefeld bei Hamburg. Doch zwei Systeme innerhalb eines Unternehmens werden zukünftig schwer denkbar sein. Vor allem mittelständische Firmen verlangen, daß die hohen Anforderungen beider Ebenen ohne Reibungsverluste in einem Projekt vereint sind. Schon früh hatte sich deshalb Interschalt zur Aufgabe gemacht, die zwei Welten der Automatisierung zu einer für den Anwender sinnvollen Symbiose zu vereinen. Diesen kapitalaufwendigen Spagat realisiert Richard Möller jetzt mit Hilfe von Partnern.

Die Stuttgarter Debis, SAP in Walldorf, Siemens A&D aus Erlangen und die Münchener Wonderware sind die Partner, mit denen Interschalt eine umfassende Lösung für prozeßgesteuerte Produktionsbetriebe anbietet. Damit sollen alle Belange eines Fertigungsunternehmens abgedeckt werden.
Offenheit der Systeme fördert vertikale Integration
In der virtuellen Fabrik werden Produktionsprozesse detailliert und integriert abgebildet. Die Abläufe können nachverfolgt, geändert und optimiert werden. Dazu zählen neben den organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen des Controllings, des Vertriebs, des Quality Managements auch die des Plant Maintenance, des Material Managements und vor allen Dingen des Production Planning.
Realisiert wurden bislang zwei Anbindungen: Zum einen die SAP-R/3-Ankopplung an eine Oracle-Datenbank und an das Visualisierungsystem Intouch von Wonderware. Sie besteht aus sechs Microsoft-NT-Workstation, die über Ethernet mit einem Server vernetzt sind und hier auf eine gemeinsame Datenbank zugreifen. Der Server bildet zugleich das Gateway zum SAP-System. Die Anlage besteht aus zwei Fertigungslinien, wobei je zwei Workstations pro Linie über Profibus mit einer Moeller SPS PS 416 verbunden sind und in der Funktion redundanter Leitstände die Produktion steuern und überwachen. Eine andere Workstation übernimmt die Entwicklung von Rezepturen, eine weitere die Qualitätssicherung. Letztgenannte Systeme haben keine direkte Prozeßanbindung und übergeben ihre Daten der zentralen Datenbasis im Server. Die vier Leitstände sowie der Server sind durch Online-USV-Anlagen gegen Ausfälle geschützt.
Der Nutzen ist schnell sichtbar, denn die Produktionsaufträge werden von dem SAP-System an die Oracle-Datenbank übergeben. Aus den Rezepturen werden entsprechend der Vorgabemengen Dosieraufträge errechnet und automatisch ausgeführt. Verbrauchsmengen sowie Materialzugänge der Chargen werden nach Freigabe durch die Qualitätssicherung an R/3 übergeben und protokolliert . Durch ein eigenes Prozeßleit-/Datenbanksystem ist eine Offline-Produktion sichergestellt.
Die Besonderheit für Oracle/Intouch und SAP R/3-Systeme bedeutet, daß die Auftrags-/Chargen- und Rezeptbedienung mit Intouch realisiert wird. Die Steuer- und Dosieraufträge kommen direkt von SAP, ebenso wie die Verbrauchs- und Zugangsmenge je Charge an SAP zurückgeliefert wird. Der Betrieb ist autark möglich, da lokale Auftrags- und Rezepteingabe gegeben ist. Ebenso sind die Prozeß-Lagerverwaltung integriert und ein redundanter Betrieb der Leitstände möglich.
Bei der Anbindung von Inbatch an SAP R/2 findet sich das Highlight in der automatischen Bedienumschaltung. Für den Betrieb bedeutet dies, daß bei Ausfall eines PC der auslaufende Batch-Prozesses freigegeben wird.
Desgleichen ist der automatische Rezeptabgleich mit aktuellen SAP-Daten gegeben, sowie der automatische Transfer von Materialcharakteristiken in das Rezept. Der gesamte Fertigungsablauf ist auch hier im SAP-System definierbar. Damit hat jeder Dosierschritt eigene SAP-Werte.
Vom Gütertransport bis zur Informationslogistik wird alles geboten
Einen weiteren Aspekt bietet das Internet. Die Möglichkeiten beschränken sich längst nicht mehr nur auf das Surfen im World Wide Web oder das Versenden von E-Mails und Dateien. „Nichts liegt daher näher“, so Volker Fastenrath, „als die bewährte Internet-Technologie auch zum Bedienen und Beobachten von Prozessen und Produktionsanlagen zu nutzen.“ Der Mitarbeiter des Siemens-Bereichs Anlagenbau und Technische Dienstleitungen (ATD), Vertrieb von Informationstechnischen Dienstleistungen in Essen, preist denn auch sein Web Control Center WebCC schon heute als zukunftsorientierte Leittechnik via Internet.
Fastenrath: „Mit WebCC können jetzt gleichzeitig Prozeßdaten und Datenbankdaten in einem einzigen Bild dargestellt werden.“ Die integrierte Komponente DB4Web ermöglicht, lesend und schreibend auf herkömmlichen großen relationalen Datenbanken wie Oracle, Informix, DB2, Ingres, BS2000/Sesam-SQL und UDS-SQL zuzugreifen genauso wie auf MS-Access, MS-Excel oder dbase. Auch völlig andere Datenquellen wie SAP R/2 und R/3 oder auch Directory-Services wie X.500/LDAP können herangezogen werden.
Dadurch lassen sich Stammdaten aus SAP-Systemen oder hinterlegte Wartungsinformationen weltweit abrufen, mit Prozeßinformationen kombinieren und gemeinsam darstellen. Dies eröffnet den Weg zum virtuellen Unternehmen. Neben dieser Darstellung ist es auch möglich, neue Datenwelten miteinander zu verbinden, von denen bisher jede für sich kommunizierte. Als Beispiel sei hier die Integration der PPS-Systeme in die Produktion genannt. So kennt ein Leitsystem die auftragsbezogene Fertigung nicht, wohl aber die Chargennummer. Über diese Nummer können nun die Daten aus dem PPS-System und dem Leitsystem miteinander verknüpft werden.
Mit der Darstellung der auftragsbezogenen Produktion bringt WebCC eine neue Qualität in die Produktionsplanung. Durch die direkte Abfrage von speicherprogammierbaren Steuerungen wie Simatic S5/S7 über Adaptionsmodule ohne Zwischenschalten von Leitsystemen kann der Auftrag auch auf seinem Transportweg verfolgt werden. Hierdurch wachsen auch die Datenwelt SAP R/3 mit den Fertigungswelten zusammen. So kann ein Vertriebsmitarbeiter im Außendienst, ausgestattet mit einem Handy und einem Notebook, seinen Kunden konkrete Auskunft über den Fertigungsfortschritt geben. wm
Internet-Technik in der Industrie: Neue Formen der Betriebsführung
Werden die Bereiche DV und Prozeßfertigung datentechnisch zusammengefaßt, eröffnet sich ein enormes Einsparpotential. Mit Hilfe des Softwaretools WebCC (Web Control Center) lassen sich Informationen, die bisher nur lokal im Leitsystem selbst verfügbar waren, zum Beispiel
– Meldungen,
– Berichte,
– Protokolle,
– Statistiken aber auch Bild- und Videoinformationen,
an jedem beliebigen Standort systemübergreifend nutzen. Gleichzeitig ist der Zugriff auf alle gängigen Datenbanken und die Übertragung von Fehlermeldungen auf Telekommunikationswegen wie Fax, Handy oder Funkrufempfänger möglich. Überall dort, wo ein Netzzugang zur Verfügung steht, kann über einen Java-fähigen Web-Browser auf verschiedene Leitsysteme wie SiiX-IS, WinCC, Sicalis PMC, Simatic PCS 7 parallel zugegriffen werden. Damit kann der Benutzer aktuell über die ablaufenden Prozesse informiert werden und steuernd eingreifen.
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