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Maschinensteuerung unterstützt Handlinggerät

Spritzgießen: Hausmesse bei Arburg
Maschinensteuerung unterstützt Handlinggerät

Multilift H heißt die erste Variante eines modular aufgebauten Handlingsystems. Mit ihm ist die kostengünstige Kombination servoelektrischer und pneumatischer Achsen möglich (Bild: Arburg)
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Neue Baugrößen der bekannten Maschinenreihen, eine neue Mehrkomponenten-Anlage und die erste Variante des modularen Handlingsystems Multilift waren die Highlights der Hausmesse bei Arburg.

Die Technologie-Tage des Spritzgieß-Maschinenbauers Arburg erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. An den drei Tagen der Hausmesse kamen rund 2100 Fachleute und Journalisten aus 19 Ländern nach Loßburg, um sich über neue Entwicklungen im Spritzgießen zu informieren. „Das schlägt alle bisherigen Rekorde“, freut sich Dr. Christoph Schumacher, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, „wir durften sogar Gäste aus Brasilien und Israel begrüßen.“

Insgesamt 43 Maschinen mit Schließkräften zwischen 150 und 2500 kN zeigte das Schwarzwälder Familienunternehmen. Darunter eine Allrounder 630 S 2500-1300 mit einem lichten Säulenabstand von 630 mm, 2500 kN Schließkraft und einer 1300er Spritzeinheit. Die ersten Exemplare der derzeit größten Maschine der S-Baureihe gehen nach der Sommerpause an die Kunden. Eine Variante mit einer Schließkraft von 3200 kN soll zur nächsten K-Messe lieferbar sein, eine 4000-kN-Maschine wird später folgen. Für Spritzeinheiten der Größe 350, 675 und 1300 bietet Arburg optional einen elektrischen Dosierantrieb an, durch den der Energieverbrauch im Vergleich zur vollhydraulischen Anlage um bis zu 20 % sinkt.
An einer vollelektrischen Spritzgießmaschine wird auch bei Arburg gearbeitet. „Die Technik ist vorhanden, aber die Antriebe sind noch zu teuer, um ein konkurrenzfähiges Produkt am Markt platzieren zu können“, sagt Herbert Kraibühler, der Geschäftsführer Technik.
Eine Handlingeinheit vom Typ Multilift H entnahm die gelben Kunststoffboxen, die während der Hausmesse auf der 630 S produziert wurden, aus dem Werkzeug und legte sie auf einem Förderband ab. Die Vorteile dieses Handhabungssystems liegen in der reduzierten Achsanzahl und kurzen Hüben. Zudem baut das Gerät nur unwesentlich über die Maschinenumrisse hinaus. Der Multilift H stellt den ersten Schritt auf dem Weg zu einem modularen System von Handlinggeräten dar. Im Endstadium soll für jede Maschinengröße der entsprechende Anbau zur Verfügung stehen. Das Handlingsystem ist vollständig in den Maschinenablauf integriert. So unterstützt die Selogica-Maschinensteuerung Multilift-Funktionen wie:
– verschiedene Ablagestrategien,
– Einlegen und Entnehmen von Teilen, die umspritzt werden müssen,
– Stichproben- und Schlechtteileentnahme sowie
– Synchronfahrbewegungen von Allroundern und Handling, um die Eingriffszeiten zu verbessern.
In Loßburg ist man vom Marktpotenzial des Systems überzeugt. Technik-Chef Kraibühler: „Der Trend geht weg von der reinen Maschine, hin zur Produktionszelle. Kunden wünschen zunehmend alles aus einer Hand – Maschine, Handling, Peripherie und Anwendungstechnik.“
Großes Interesse zeigten die Gäste an der Allrounder 520 C 2000-350/150 150, mit der die Schwarzwälder die Mehrkomponententechnik demonstrierten. Das dritte Spritzaggregat dieser 3-Komponenten-Maschine ist nun in einem Winkel von 45° (bisher 90°) zum ersten angeordnet.
Auch im Bereich der Spezialmaschinen zeigte der Maschinenbauer eine Reihe von Anwendungen. Dazu gehörte neben der Smartliner 800, auf der Chipkarten produziert wurden, auch eine Allrounder 420 C 1300-350 für die Produktion von PET-Flaschen oder ein Duroplastpressautomat vom Typ KPA, der in Zusammenarbeit mit der Lauffer GmbH & Co. KG, Horb, entstand. Besonders stolz ist man in Loßburg auf das Know-how beim Spritzgießen von Metall- und Keramikpulver-Werkstoffen. Sonderanwendungen seien für Arburg jedoch vor allem dort interessant, wo Synergieeffekte mit dem Standardprogramm entstehen, erklärt Kraibühler: „Bei der CD- oder der DVD-Herstellung zum Beispiel ist jede hundertstel Sekunde Totzeit, die wir eliminieren können, wertvoll. Von den Erkenntnissen, die wir hier gewinnen, profitieren natürlich auch unsere Standardmaschinen.“
Ein Erfolgsrezept der Schwarzwälder ist der modulare Aufbau der Produkte. Dieses Prinzip wird auch bei der Erweiterung der Firmengebäude verfolgt, um zum Beispiel einen optimalen innerbetrieblichen Materialfluss sicherzustellen. So investiert das Unternehmen in die moderne Niedrigenergiehalle Arburg 2 rund 100 Mio. DM. In dem Neubau soll noch in diesem Jahr die Montage der kleineren Standardmaschinen anlaufen.
Informieren konnten sich die Besucher im Rahmen einer Vortragsreihe auch über das Thema „Arboform – nachwachsende Rohstoffe“ oder den spritzgussfähigen Holzwerkstoff Fasal, der sich biologisch abbauen lässt. hw
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