Hautschutzprogramme zahlen sich aus

Pflegepläne plakativ aufhängen

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Jede beruflich bedingte Hautkrankheit kostet allein den Unternehmer im Schnitt 14000 Mark. Mit diesem Betrag läßt sich in einem 280-Mann-Betrieb ein Hautschutzprogramm für ein ganzes Jahr einführen.

Michael Lange ist Sicherheitsingenieur für den Bereich Hautschutz bei der Stockhausen GmbH & Co. KG in Krefeld

Hoch ist die Zahl der registrierten Verdachtsanzeigen bei Berufsdermatosen: 1996 lag sie bei fast 20000. Die Krankheiten entstehen schwerpunktmäßig in folgenden Branchen:
Eisen und Metall,
Feinmechanik und Elektrotechnik,
Nahrungsmittel und Gaststätten,
Baugewerbe,
Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.
Den Einzelunternehmer trifft der krankheitsbedingte Arbeitsausfall des Mitarbeiters unmittelbar, stört er doch den Betriebsablauf: Eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit infolge einer Hauterkrankung beträgt etwa 14 Tage. Außerdem entstehen Folgekosten von rund 1000 DM pro Arbeitsunfähigkeitstag, in der Summe 14000 DM pro Krankheitsfall. Zu den Unternehmerkosten kommen 11000 DM, die die Berufgenossenschaften drauflegen.
Angesichts dieser Beträge lohnt es sich für Unternehmer und Arbeitssicherheitsfachleute, Maßnahmen zu treffen, um die beruflich bedingten Hauterkrankungen zu vermeiden. Technische Schutzmaßnahmen stehen dabei an vorderster Stelle: Sie sorgen dafür, daß der Kontakt der Mitarbeiter mit hautschädigenden Einflüssen reduziert oder sogar ganz vermieden wird. Wenn alle technischen und organisatorischen Maßnahmen ausgeschöpft sind oder nicht durchgeführt werden können, ist der Einsatz spezieller Hautschutzpräparate notwendig.
Diese Mittel werden meist in leicht auf der Haut verteilbarer Cremeform angeboten. Sie müssen vor jedem Arbeitsbeginn, also auch nach jeder Pause, auf die saubere Haut aufgetragen werden. Denn die Salben können ihre volle Wirkung am besten auf der vorher gesäuberten und von Schadstoffen befreiten Haut entfalten. Die erforderliche Häufigkeit des Wiederauftrags kann abhängig von der Belastungssituation variieren. Sorgfältiges Einreiben, auch zwischen den Fingern und an den Nägeln, ist unbedingt notwendig.
Wird beim Einreiben zuviel aufgetragen, zieht das Hautschutzpräparat schwerer ein. Im Idealfall ist die Verpackungsöffnung so gewählt, daß ein ausreichender Schutzmittelstrang von 1 bis 2 cm Länge austritt. Je nach Handflächengröße, Hautrauhigkeit oder Hautempfinden ist die Menge individuell zu variieren. Die Präparate werden unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit konzipiert. Daher kann der Hersteller ein optimales Einziehverhalten und Hautgefühl gelegentlich dem Wirksamkeitsanspruch unterordnen. In der Regel ziehen die Salben innerhalb von 30 Sekunden ein.
Der persönliche Hautschutz kann sowohl arbeitsplatz- als auch arbeitsstoffbezogen organisiert werden. In Kooperation mit Anwendern und Betriebsverantwortlichen sind die notwendigen Hautschutzpräparate festzulegen. Bei der Vielzahl der eventuell erforderlichen, unterschiedlichen Präparaten ist eine plakative Darstellung der Maßnahmen in Form eines sogenannten Hautschutzplanes sinnvoll. Der persönliche Schutz muß durch die Auswahl von geeigneten Reinigungsmitteln und Pflegepräparaten ergänzt werden.
Basis für die praktische Umsetzung der Maßnahmen ist die innerbetriebliche Information. Hautschutzprogramme können nur dann zur Verhütung berufsbedingter Hauterkrankungen beitragen, wenn die betroffenen Mitarbeiter umfassend über eventuelle Gefährdungen und entsprechende Schutzmaßnahmen an ihrem Arbeitsplatz unterrichtet sind. Außerdem müssen sie die Bereitschaft zeigen, die Mittel auch anzuwenden.
Plakative Hautschutzpläne sollten an Stellen angebracht werden, welche die Mitarbeiter häufig aufsuchen, zum Beispiel an Waschplätzen, in Sozialräumen und unmittelbar am Arbeitsplatz. Mitentscheidend für die Akzeptanz solcher Programme ist die Standortwahl des Spendegeräts mit den Präparaten. Die Spender werden am besten an einem Ort plaziert, den die Mitarbeiter vor jedem Arbeitsbeginn passieren. In Frage kommen zweckmäßigerweise Wasch- oder Duschräume. Ihre Anzahl sollte so bemessen werden, daß von einem Spendersatz mit Schutz-, Reinigungs- und Pflegepräparaten zehn bis 15 Beschäftigte versorgt werden können.
Bei allem Organisationsaufwand ist der Hautschutz nicht teuer: Allein die unmittelbar auftretenden Unternehmerkosten von 14000 DM je Fall reichen aus, um einen 280-Mann-Betrieb komplett mit einem akzeptablen Hautschutzprogramm für ein Jahr auszustatten – das sind 50 DM pro Mitarbeiter.
Da sich in der Alltagspraxis die tatsächliche Hautgefährdung der Beschäftigten meist auf relativ kleine Betriebsteile beschränkt, verbessert sich die Kosten-Nutzen-Relation noch weiter.
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