Sensor 99: Fachmesse für Sensoren und Meßaufnehmer Schnelle Datenlieferanten für die Fertigung

Sensor 99: Fachmesse für Sensoren und Meßaufnehmer

Schnelle Datenlieferanten für die Fertigung

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Vom 18. bis 20. Mai findet im Messezentrum Nürnberg die Sensor 99 statt, internationale Messe mit Kongreß für Sensorik. Ein Trend zeichnet sich ab: Komplexe, multifunktionale Sensorsysteme lösen die einzelnen Meßaufnehmer ab.

Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Böttger

Auch im letzten Jahr hat die Sensorbranche in Deutschland ihr Soll erfüllt. Mit einer Zuwachsrate von durchschnittlich 10,8 % gegen-über dem Vorjahr war 1998 einmal mehr ein gutes Jahr für die Hersteller von Meßaufnehmern. Peter A. Vizenetz, Vorstandsvorsitzender des AMA Fachverbandes für Sensorik e.V., ist zufrieden mit den Jahresergebnissen seiner Mitgliedsfirmen: „Die kleinen und mittelständischen Unternehmen hatten sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt, das am Ende geringfügig überschritten wurde – sozusagen eine Punktlandung.“ Angesichts des Preisverfalls in vielen Bereichen der Sensorik war die Planung eines zweistelligen Zuwachses von den Fachleuten mit Skepsis aufgenommen worden.
Als Grund für die erfreuliche Entwicklung sieht Vizenetz die große Nähe der deutschen Sensorik zu den Problemen ihrer Kunden. Aber auch das hohe physikalische, technologische und qualitative Niveau der Produkte habe mit dazu beigetragen, daß dieses Ergebnis erreicht werden konnte. Vizenetz: „Die AMA-Firmen beschäftigen sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr ausschließich mit Sensorelementen oder einfachen Meßaufnehmern. Vielmehr bieten die Firmen überwiegend komplette Meß- und vielfach auch Stell- und Automatisierungssysteme aus einer Hand an.“
Klassische Sensortypen werden mit eigenen Prozessoren ausgestattet
Mit diesem Statement hat Peter A. Vizenetz den Nagel auf den Kopf getroffen. Auf den ersten Blick sehen die Sensoren zwar alles andere als spektakulär aus, doch ihr Innenleben hat sich in der jüngsten Vergangenheit komplett gewandelt. Stellten die emsigen Meßfühler von einst nur einen geringen Wert innerhalb der industriellen Gesamtanlage dar, so spielen integrierte Hochleistungs-Sensoren von heute eine zentrale Rolle für jede Art von Automatisierung. Ohne sie würden Transportbänder oder Schweißroboter außer Kontrolle geraten, Heizungsanlagen unnötig Brennstoff verbrauchen oder Abfüllanlagen stehenbleiben.
Wohin die Reise geht, zeigt beispielsweise die Entwicklung bei den Positionssensoren. Neuere Entwicklungsarbeiten bei den Infrarot-Sensoren haben jetzt die Erkennungsleistung drastisch verbessert. Das Prinzip: Es werden vier statt einer Strahlungsthermosäule nebeneinander angeordnet. Mit dieser Technik ist es möglich, neben der eigentlichen Bewegung eines Objekts auch dessen Bewegungsrichtung zu erkennen und die genaue Position zu orten. Da der Sensor unterschiedliche Winkelbereiche erfaßt, kann er zwischen einem bewegten und einem ruhenden Objekt unterscheiden.
Generell ist ein Trend in der Branche zu beobachten: Klassische Sensortypen wie Druck-, Temperatur- oder Strömungswächter werden mit Mikroprozessoren ausgestattet. Durch diesen Eingriff werden sie zu sogenannten intelligenten Sensoren. Durch den Einbau von Rechenfunktionen in das Sensorgehäuse lassen sich erheblich mehr Sensorsignale in verwertbare Daten umwandeln. Die Steuerungseinheiten der Antriebe erhalten zur rechten Zeit die richtigen Werte über den Maschinenzustand, so daß vor einem drohenden Maschinencrash Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.
Elektronische, optische und mechanische Funktionen werden in Zukunft auf einem Chip integriert. Heraus kommt ein multifunktionales Sensorsystem, das elektronische und mechanische Eigenschaften auf engstem Raum vereinigt. Die intelligenten Schaltstellen der Zukunft werden immer kleiner, gleichzeitig leistungsstärker und sind darüber hinaus so robust, daß sie direkt im Fertigungsprozeß zum Einsatz kommen können.
Die Sensor 99 in Nürnberg bietet eine Fülle von Innovationen aus allen Bereichen der Sensorik. Die Impac Electronic GmbH, Frankfurt/Main, stellt das kompakte, digitale Infrarot-Quotientenpyrometer Infratherm ISQ 5 für das berührunglose Messen von Temperaturen vor. Die digitale Signalverarbeitung ermöglicht eine Genauigkeit von 0,5 % vom Meßwert und zudem lange Meßbereiche zwischen 600° C und 3000° C. Nach Ansicht des Herstellers besitzt das Produkt einen Clou: Am Analog- und Digitalausgang kann der Benutzer sowohl das Quotientensignal als auch das Ein-Kanal-Signal auswählen. Da das Modell busfähig ist lassen sich alle Funktionen über die integrierte Schnittstelle einstellen. Zum Ausrichten auf das Meßobjekt kann zwischen einem Laser-Pilotlicht oder einem Durchblickvisier gewählt werden.
Temperaturen bis 3000 °C berührungslos messen
Die Sensortechnics GmbH, Puchheim, stellt eine neue Generation preisgünstiger Drucktransmitter mit Direct-Chip-Medien-Kompatibilität vor. Diese Technik läßt den direkten Kontakt vieler Industriemedien mit Silizium-Drucksensor-Chips zu. Dadurch ist eine teure Medienisolierung aus Edelstahl nicht mehr notwendig. Die neuen BT8000-Serie ist für einen Druckbereich von 0 – 1 bar bis 0 – 35 bar konzipiert. Die Transmitter sind temperaturkompensiert und arbeiten nach Angaben des Herstellers von – 40 °C bis 100 °C problemlos.
Der kompakte Leitfähigkeitssensor Typ 8226 der Bürkert GmbH & Co. KG, Ingelfingen, dient zum Messen der elektrischen Leitfähigkeit in industriellen Anwendungen. Das Produkt ist auch für den Einsatz in verschmutzten Medien gut geeignet. Zur Ausstattung gehört eine Bedientastatur mit LC-Display. Eine Klartext-Benutzerführung und ein Simulationsmodus sollen eine schnelle Inbetriebnahme ermöglichen. Der Meßbereich liegt zwischen 100 µS/cm bis 2 S/cm.
Das neue Digiforce 9306 der Burster GmbH & Co. KG in Gernsbach überwacht Prozesse, bei denen genau definierte funktionelle Zusammenhänge zwischen zwei Meßgrößen erfaßt werden – beispielsweise bei Einpreßvorgängen zwischen Einpreßkraft und Einpreßweg oder bei Schraubvorgängen zwischen Drehmoment und Drehwinkel. Das Produkt soll beim Überwachung von Füge-, Niet-, und Verstemmvorgängen sowie bei der Kontrolle von Drehmomentverläufen an Scharnieren oder Drehschaltern zum Einsatz kommen. Nach der Laborphase wird Digiforce in die Produktionsumgebung integriert und erfüllt dort im Zyklus des Anlagentaktes die eigentliche Überwachungsfunktion.
Die National Instruments Germany GmbH, München, stellt auf der Sensor die Version 5.1 von Labview vor. Labview ist eine Entwicklungsumgebung für Meß-, Prüf- und Automatisierungsanwendungen. Das Update bietet unter anderem Multithreading, ein skalierbares Frontpanel, 3D-Graphen sowie verbesserte Entwicklungswerkzeuge.
Die Michell Instruments Ltd. mit deutscher Niederlassung in Mörfelden stellt zur Sensor mehrere Software-Programme vor, mit denen sich die Feuchte in Gasen messen und berechnen läßt. Zudem zeigen die Spezialisten für industrielle Feuchtesensorik das Online-Hygrometer Cermit II. Das Produkt ist eine komplette Neuentwicklung und verwendet die Michell Keramik-Sensortechnologie der vierten Generation. Die Technik setzt auf integrierte Signalverarbeitung und erreicht so ein optimales Ansprechverhalten bei hoher Genauigkeit.
Die Berliner Aktiv-Electronic GmbH präsentiert in Nürnberg eine Reihe von temperaturkompensierten und kalibrierten Druckaufnehmern für Relativ-, Absolut- und Differenzmessungen. Die Produkte werden wahlweise mit einem DIL-Gehäuse oder als SMD-Variante gefertigt. Das Druck-Sensorelement – ein Siliziumchip – stammt aus eigener Fertigung.
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