Startseite » Allgemein »

Schnelles Bussystem für die Automatisierung

Compact PCI: Neue Architektur für Industrierechner
Schnelles Bussystem für die Automatisierung

Das schnelle Bussystem Compact PCI ist eine leistungsfähige Alternative zu anderen Verfahren bei Industrierechnern (Bild: PEP)
Anzeige
Der Trend in der Automatisierungstechnik geht hin zur PC-Technologie, und hier besonders zu Compact PCI. Damit steht das gesamte Softwareangebot der Personal-Computer auch für industrielle Anwendungen wie Grafik- und Bildverarbeitung, Vernetzung bis hin zu Feldbus-Anschaltungen bereit.

Dipl.-Ing. Achim Scharf ist Fachjournalist in München

PCI steht für Peripheral Component Interconnect und wurde ursprünglich dazu entwickelt, die geringen Datenraten von 10 MB/s des ISA-Busses (ISA – Industry Standard Architecture) im PC modernen Anforderungen an Grafik und Netzwerkfähigkeit anzupassen. So erlaubt beispielsweise die PCI-Spezifikation Datenraten bis 130 MB/S. Compact PCI ist ein Äquivalent dieser weit verbreiteten PC-Architektur mit passiver Rückwandverdrahtung. Es gibt somit kein herkömmliches Motherboard mit aktiven Elementen, sondern als Basis nur eine Platine mit acht Steckplätzen.
Für die Spezifizierung und Weiterentwicklung von Compact-PCI zeichnet die PICMG (PCI Industrial Computer Manufacturers Group) verantwortlich, der im Moment rund 400 Unternehmen angehören, unter anderem die deutschen Firmen MEN, Nürnberg, Meilhaus Electronic, Pucheim und PEP Modular Computers, Kaufbeuren. „Bereits im letzten Jahr konnte Compact PCI eine starke Zunahme von Produkten und Anbietern verzeichnen, dieser Trend hat sich im laufenden Jahr noch verstärkt und wirkt sich positiv auf unser Geschäftsergebnis aus“, so PEP-Geschäftsführer Torben Mersebach. Laut Marktzahlen von Venture Development Corporation (USA) werden zum Jahresende rund 330 Millionen Markt weltweit mit Compact PCI umgesetzt, zum Ende des Jahres 2000 erwarten die Auguren einen Markt von bereits 1,6 Milliarden Mark, also eine Verfünffachung innerhalb von zwei Jahren. Den Markt teilen sich die wesentlichen Anwendungsbereiche Telekommunikation und Automatisierungstechnik auf, letztere ist besonders in Deutschland stark vertreten.
Entsprechend vielfältig ist daher auch das Angebot an Compact-PCI-Elektronik für die Automatisierungstechnik, angefangen bei Grafik und Bildverarbeitung, über Vernetzung mit Ethernet/Fast Ethernet bis hin zu Feldbus-Anschaltungen für CAN oder Profibus.
Compact-PCI-Industrierechner bieten aber weitergehende Möglichkeiten als ein PC, beispielsweise Multiprozessing. Gerade Applikationen, bei denen beispielsweise wie im Maschinenbau sowohl das Kamerasystem einer Überwachung, die Bedienoberfläche und die Steuerung der Maschine in einem System ablaufen müssen, können vom Multiprozessing profitieren. Bis zu sieben CPU-Karten lassen sich mit dieser Lösung parallel zu der System-CPU eines Compact-PCI-Systems von PEP integrieren. Prozesse können damit in einem System, aber auf einzelnen CPU ablaufen. „Damit beginnt eine neue Ära von Hochleistungssystemen, die nicht mehr nur der VME-Bus-Welt vorbehalten sind“, meint Produkt-Manager Thomas Wiedemann.
PCI bietet hohe Leistung auf kleinem Raum
Anstelle eines Einzelprozessor-Systems, das immer schnellere Prozessoren erfordert, weist der Anwender mit verteiltem Multiprozessing die Prozessorleistung verschiedenen Aufgaben zu“, unterstreicht auch Produktmanager Greg Kopchinsky von der US-amerikanischen Ziatech. Deren ZT-5540-Karte (6U) ist ein kompletter Pentium-II-Rechner mit Ethernet, Universal Serial Bus (USB) und PCMCIA. Diese leistungsfähige Karte wird von der Münchener Tekelec vertrieben und ist ab Dezember erhältlich.
Gegenüber dem VME-Bus, der stark auf die Prozessorwelt von Motorola zugeschnitten ist, bildet Compact PCI die Architektur der Intel-Prozessoren und den Durchsatz der im Personal Computer eingesetzten PCI-Karten auf das Europaformat von 100 mm x 160 mm und 160 mm x 233 mm ab. Das Spektrum an Prozessoren deckt die Pentium-Klasse der diversen Hersteller (Intel, AMD, Cyrix) bis hin zum Pentium II ab. Damit ist das gesamte Softwarepotential der Intel-Welt auf Industrierechnern einsetzbar, das ja nicht nur aus Windows (95/98, NT, CE) und den darauf laufenden Anwendungen besteht, sondern auch Echtzeit-Betriebssystemen wie VxWorks oder QNX.
Alle Signale sind auf einen rückseitigen hochdichten Steckverbinder mit 5 x 47 Kontakten herausgeführt. Die elektrischen Daten dieses Steckverbinders sind ausschlaggebend für die Anzahl von acht PCI-Steckplätzen, denn im normalen PC sieht die Spezifikation nur vier PCI-Steckplätze vor. Mit Hilfe sogenannter PCI-Brücken läßt sich die Anzahl der Steckplätze im Industrierechner in Inkrementen von 8 auf 16, 24 oder 32 erhöhen.
Anzeige
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 25
Ausgabe
25.2020
LESEN
ABO
Video aktuell

Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Tipps der Redaktion

Unsere Technik-Empfehlungen für Sie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Unsere Partner

Starke Zeitschrift – starke Partner

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de