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Schrauben sitzen auch im letzten Winkel sicher

Elektrowerkzeuge: Um die Ecke gedacht
Schrauben sitzen auch im letzten Winkel sicher

Die linke Hand hält den verschiebbaren Gegenhaltegriff, die rechte (unsichtbare) dreht mit Knarre, Akku- oder Luftschrauber die Schraube im Kabelschacht an. Über beliebig viele Abwinklungen kann der Schraubendreher bis zu 45 Nm übertragen (Bild: Industrieanzeiger)
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Werkzeuge mit Knick lösen Zugangsprobleme: Ein Winkelschraubendreher beispielsweise, dessen Abtriebsende so groß ist wie ein 1/4²-Bit, befestigt Schrauben in den hintersten Ecken. Mit dem Design der Form haben Konstrukteure keine Probleme mehr.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Preuß – thomas.preuss@konradin.de

Elektrowerkzeuge werden eckentauglich: Vor Schraubendrehern mit beliebigen Abwinklungen oder Akkumaschinen mit drehbaren Abtrieben sind keine Schrauben mehr sicher, und liegen sie noch so versteckt. Das wurde im März auf der Internationalen Eisenwarenmesse in Köln deutlich, die übrigens von 2003 an Practical World heißt.
Einen besonderen Clou stellte ein Unternehmer aus München vor: Stefan Keller, Geschäftsführer der Pontex Consulting & Trading GmbH, hat einen Winkelschraubendreher entwickelt, dessen Abtriebsende gerade so groß ist wie ein 1/4″-Bit. „Damit drehen wir jede Schraube in jeder Ecke über jeden Winkel an“, wirbt der Tüftler. Das Werkzeug löst Befestigungsprobleme an schwer zugänglichen Stellen.
Antrieb ohne Zahnräder und ohne biegsame Welle
Die effiziente Schraubtechnik ist mit einer völlig neuen Getriebeart ausgestattet, die einfach ist, die Keller aber nicht veröffentlicht sehen möchte. Sie kommt ohne Zahnräder und ohne biegsame Welle aus – die wäre zu schwach für die Kraftübertragung – und überträgt in der Spitze bis zu 45 Nm über beliebig viele Abwinklungen bis zu 90°.
Der Clou sind die Zugangsmöglichkeiten, die das schlanke Werkzeug ermöglicht. „Den Eurofighter“, grinst der Ingenieur, „gäbe es ohne uns gar nicht.“ Das ist wohl übertrieben, aber es gäbe ihn nicht so. Beispielsweise hätten die Konstrukteure einen Kabelschacht im Flugzeug anders entwickeln müssen. An dessen Seite wird ein Relais angeschraubt, der Zugang zur Schraube findet über das Innere des Schachtes statt. Und die lässt sich „mit keinem anderen Werkzeug der Welt sicher anziehen“, wie Keller beteuert.
Auf der Antriebsseite kann der Anwender den Schraubendreher mit einem einfachen Handgriff, mit einer Knarre, selbst mit Akku- oder Luftschraubern versehen. Auch gesteuerte Werkzeuge lassen sich anschließen. Die „Klinge“ wird mit einem Gegenhaltegriff gehalten, der über die gesamte Länge verschoben und gedreht werden kann, so dass Links- und Rechtshänder dasselbe Werkzeug nutzen können.
Der Schraubendreher soll „den Frieden zwischen Konstruktion und Produktion herstellen“, wie Keller sagt. Oft gebe ein Designer eine bestimmte Form für ein Produkt vor, aber keiner könne es bauen, weil die Werkzeuge nicht vorhanden sind. Dieser Ärger habe nun ein Ende. Konstrukteure können bei der Agentur für diese Werkzeuge, Braun & Partner in Pfaffenhofen, erfragen, ob ein Werkzeug für ihre Anwendung entwickelt werden kann oder nicht.
Weitere Neuerungen kamen aus dem Hause Atlas Copco Electric Tools GmbH in Essen. Unter der Marke AEG stellten die Schweden den Winkelbohrschrauber WB 2 E 12 vor, der in schmale Lücken passt. Er bohrt und schraubt in einem Winkel von 90° zur eigenen Längsachse. Das Schnellspann-Bohrfutter nimmt Bits und Bohrer von 1,0 bis 10 mm Durchmesser auf. Betrieben wird das Werkzeug mit 12-V-Akkus. Abgesehen vom abgewinkelten Abtrieb, ist das komplette Gerät in einer Achse angeordnet, so dass es fast auf Unterarmlänge kommt.
Deutlich kürzer ist die neue Akkuschrauber-Generation der Kress-elektrik GmbH & Co., Bisingen. Die Geräte liegen ergonomischer in der Hand, weil das Gewicht des Akkus unter dem Griff herabhängt und so die Maschine ausbalanciert. Pfiffig ist der um 360° beliebig drehbare Winkelvorsatz, so dass sich das Gerät an jede Arbeitsposition anpassen lässt. Zudem kann der Bit direkt in die Spindel gesteckt werden, was die Länge des Schraubers um 6 cm verkürzt. Der Bit kann auch bei montiertem Bohrfutter in der Spindel bleiben. Im Aufnahmeschacht des Akkus finden weitere fünf Bits Platz. Erhältlich sind die Werkzeuge mit 14,4 und 18 V, wahlweise mit 1,0-Ah-NiCd- oder 3,0-Ah-NiMH-Zellen.
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