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Smarte Factories, schlanke Prozesse

Umfrage „Deutscher Industrie 4.0 Index 2015“
Smarte Factories, schlanke Prozesse

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Lean Management | Eine Studie der Unternehmensberatung Staufen belegt die Synergie zwischen Digitalisierung und Lean Management. Insgesamt befragt wurden 179 Unternehmen, herausgekommen ist der „Deutsche Industrie 4.0 Index 2015“.

Dr. Andreas RombergSenior Partner Staufen AG, Köngen

Die überwiegende Mehrzahl der befragten Manager sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Lean Management: 90 % stimmten der Aussage zu, dass sich Industrie 4.0 und Lean Management ergänzen. Und tatsächlich haben schon 43 % der Unternehmen, die bereits als echte Smart Factories oder zumindest in Industrie 4.0-Einzelprojekten agieren, auch über die Produktion hinausgehende Lean- Management-Strategien umgesetzt.
Bei der Entscheidung für eine Lean-Management-Methode bevorzugten die Studienteilnehmer die wertstromorientierte Organisation von Produktion und Entwicklung: 88 % aller Befragten halten die Wertstromorientierung für sehr wichtig oder wichtig. Danach folgen das Varianten- und Komplexitätsmanagement (sehr wichtig oder wichtig für 83 %), der Einsatz von Standardverfahren, die Reduzierung von Rüst- und Durchlaufzeiten sowie eine Verbrauchssteuerung nach Kanban- oder Supermarktprinzip. Allerdings sehen die Unternehmen selbstkritisch Handlungsbedarf: Nur etwa vier von zehn Unternehmen sind der Meinung, in Sachen Lean Management gut oder sogar sehr gut aufgestellt zu sein. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob es um wertstromorientierte Organisation, den Einsatz von Standardverfahren oder die Reduzierung der Durchlaufzeiten geht.
Industrie 4.0 stärkt Prozess-Fokussierung
Vier von fünf Befragten meinen, dass Industrie 4.0 eine Renaissance für Lean-Management-Prinzipien bedeutet, da prozessuales Denken wieder mehr Gewicht erhält. Die Antworten belegen, dass die technikorientierten Industrie-4.0-Strategien gut mit der am Wertstrom orientierten Lean-Philosophie zusammenpassen und sich die Ansätze ergänzen.
Knapp jedes fünfte Unternehmen (18 %) hat bisher ausschließlich einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess eingeführt, 41 % haben darüber hinaus ihre gesamte Wertschöpfung bereits nach Lean-Prinzipien ausgerichtet und weitere 15 % haben diese auch schon auf die indirekten Bereiche ausgedehnt. Den nächsten Schritt – die komplette Ausrichtung von Strategie und Organisation an der Lean-Philosophie – haben bisher erst 17 % der Befragten realisiert. Von den Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit Industrie-4.0-Projekten gesammelt haben, sind es aber schon 27 %. Dies lässt den Schluss zu, dass fortgeschrittene Lean-Erfahrungen den Einstieg in Industrie 4.0 erleichtern.
Führungskräfte als Kommunikatoren
Die Befragung zeigt zudem: Führungskräfte müssen künftig bessere Kommunikatoren sein – dieser Meinung waren 86 % der Studienteilnehmer. Grundlage für das Führen am Ort des Geschehens bildet das sogenannte Shopfloor Management, das sich in immer mehr Unternehmen durchzusetzen beginnt. Unter Shopfloor Management versteht die Unternehmensberatung Staufen die wirksame Führungsarbeit direkt vor Ort an der Maschine. Durch die Präsenz der Führungskräfte in den Produktionsbereichen und deren Fokussierung auf Abweichungen vom Standard werden Entscheidungen dramatisch beschleunigt und Lösungen direkt umgesetzt.
Bereits in jedem fünften befragten Unternehmen arbeiten die Führungskräfte konsequent am Ort der Wertschöpfung – in drei Vierteln aller Betriebe wird das zumindest ansatzweise versucht. In zwei von drei Unternehmen begreifen sich die Führungskräfte zudem bereits als Coaches und Mentoren ihrer Mitarbeiter.
Industrie 4.0 ist Teamaufgabe
Ein weiteres Ergebnis des „Deutschen Industrie 4.0 Index 2015“: Unternehmen, die bereits weiter auf dem Weg zur Smart Factory sind, sind auch bei der Entwicklung der Führungskräfte für die neuen Anforderungen durch Industrie 4.0 besser aufgestellt.
Technik-Geschäftsführer Johann Soder von SEW-Eurodrive beispielsweise hat die Rolle von Führungskräften im Rahmen von Industrie 4.0 erkannt. Bei dem Antriebsspezialisten wurde für operative Führungskräfte im Bereich der Produktion ein Schulungskonzept aufgesetzt – basierend auf den Eckpfeilern Wertschöpfung, Wertstromorientierung, Störungs- und Fehlerfreiheit sowie effiziente Führung. Das Konzept besteht aus mehreren Modulen, die sich inhaltlich mit den Themen Wertschöpfung, Shopfloor-Management, Führen auf dem Shopfloor und Vernetzung beschäftigen. Der modulare Aufbau ermöglicht eine individuelle Förderung der Führungskräfte.
Zukunftsaussichten
Der Blick zu den Industrie-4.0-Pionieren lohnt und macht Mut. So sind 72 % aller Befragten davon überzeugt, dass sie durch den Umbau zur intelligenten Fabrik wirtschaftlich erfolgreicher sein werden. Unternehmen mit operativer Industrie-4.0-Erfahrung sind hier sogar noch etwas optimistischer. Zudem erwarten drei von vier Befragten eine deutliche Auswirkung auf die eigenen Forschungs-und Entwicklungsaktivitäten. Und auch das eigene Geschäftsmodell sowie die aktuelle Produktpalette dürften bei der Mehrheit der Unternehmen in fünf Jahren nicht mehr so aussehen wie heute.
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