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Taktzeiten um die Hälfte reduziert

Roboterschweißzelle stärkt Wettbewerbsfähigkeit
Taktzeiten um die Hälfte reduziert

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Der Lohnfertiger Stadtmüller setzt verstärkt auf Automatisierung, um konkurrenzfähig zu bleiben. Mit einer Roboterschweißzelle von Cloos konnte er den Ausstoß erheblich steigern.

Von unserem Redaktionsmitglied Dr. Bernhard Reichenbach

Wir können, was andere nicht können“, sagt Uwe Stadtmüller, Geschäftsführender Gesellschafter der Stadtmüller GmbH in Osterburken. Auf dieser Überzeugung basiert die Erfolgsgeschichte des 1990 gegründeten Lohnfer-tigungs-Unternehmens, das sich von einem Ein-Mann-Garagenbetrieb für kleine Schweißaufträge zu einem vielseitigen Metalltechnik-Dienstleister mit 70 Mitarbeitern entwickelte.
Im Dreischicht-Betrieb fertigen die Nordbadener vorwiegend Draht-, aber auch Blechteile aus Stahl, Edelstahl und Aluminium in Losgrößen zwischen 10 und 10 000. Das Programm reicht von Gebrauchsgegenständen wie Ablagegittern oder Becher- und Flaschenhaltern bis zu hochspezialisierten Teilen wie Ventilator-Komponenten. Zu den eingesetzten Verfahren zählen das Drahtbiegen im Durchmesserbereich zwischen 1 und 14 mm, das Stanzen und Biegen vom Coil, manuelles und automatisiertes Schweißen sowie das Pulver-Beschichten.
Anlage wurde binnen zwei Monaten geliefert
Damit die Erfolgsstory weitergeht, setzt der 32-jährige Selfmademan verstärkt auf Automatisierung. Seit Anfang 1999 im Einsatz sind Widerstandsschweißroboter mit integriertem Handlingroboter, Kondensatorentladungs-Schweißmaschinen mit automatisierter Teilezuführung sowie Lichtbogen-Schweißroboter für das MIG/MAG-, WIG-, WIG-Kalt-draht- sowie Plasmaverfahren.
Zu letzteren gesellte sich im Juni 1999 eine für komplexe Fügeaufgaben konzipierte Schweißzelle mit zwei 6-Achsen-Industrierobotern und einem um 180° drehbaren Orbit-Werkstückpositionierer. Dessen diametral angeordnete Beladestationen erlauben es, auf der Vorderseite der Anlage zu ent- und zu beladen und gleichzeitig auf der gegenüberliegenden Seite zu schweißen.
Lieferant der Lichtbogen-Schweißsysteme bei Stadtmüller ist die Carl Cloos Schweißtechnik GmbH in Haiger. Neben dem Vorteil der Durchgängigkeit habe, so der Geschäftsführer, die „stets gute Zusammenarbeit und eine hohe Lieferbereitschaft“ für die Hessen gesprochen. Bereits nach zwei Monaten war das modulare und damit kundenspezifisch kombinierbare System beim Kunden. Das Investitionsvolumen lag bei etwa 500 000 DM, inklusive Werkzeuge.
Die von einer Person bediente Doppel-Anlage, bei der die beiden kompakten Drehgelenk-Roboter mit dem gleichen Programm arbeiten, lässt sich flexibel einsetzen: An einem Bauteil kann sowohl MIG/MAG-, als auch WIG- und WIG-Kaltdraht-geschweißt werden. Die griffgünstig platzierten Brenner sind in etwa 30 s automatisch zu wechseln.
Derzeit fertigt die manuell beschickte Anlage hauptsächlich Teile für industrielle Anwendungen, beispielsweise für die Kälte- und Klimatechnik. Dazu gehören Axialventilatoren und Ventilatoren-Schutzgitter aus Stahl, die im MAG-Verfahren geschweißt werden. Hinzu kommen MIG-gefügte Aluminium-Lüfterräder für Ventilatoren, aber auch Blechgehäuse aus Stahl, Edelstahl und Aluminium, bei denen das WIG-Verfahren eingesetzt wird.
Beim Kauf der Roboterschweißzelle standen drei Ziele im Vordergrund:
– den Ausstoß durch kurze Takt- und Umrüstzeiten zu steigern,
– höhere qualitative Ansprüche erfüllen zu können sowie
– die Nacharbeit und damit die Kosten zu reduzieren.
„Alle Vorgaben wurden voll erfüllt“, stellt der Geschäftsführer fest. Hauptvorteil der hochproduktiven Anlage seien die um 50 % reduzierten Taktzeiten. Das Umrüsten und Einfahren dauert maximal eine Stunde. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Dadurch, dass zwei Roboter am gleichen Bauteil schweißen, findet in diesem ein Wärmeausgleich statt. „Dies reduziert den Verzug und damit die Nacharbeit“, freut sich der Jungmanager.
Da es mit der Schweißzelle bisher keine Probleme gab, ist Uwe Stadtmüllers Gesamtbilanz positiv. Im täglichen Einsatz habe sie sich so gut bewährt, dass er an den Kauf einer zweiten denke, um der guten Auftragslage entsprechen und weiterhin konkurrenzfähig bleiben zu können.
Roboterschweißzelle im Profil
Zu der seit Juni 1999 beim Metalltechnik-Dienstleister Stadtmüller GmbH in Oster-burken eingesetzten Roboterschweißzelle der Cloos Schweißtechnik GmbH, Haiger, gehören:
– zwei Industrieroboter des Typs Romat 310 mit der 32-Bit-Mehrprozessorsteuerung Rotrol,
– ein freiprogrammierbarer Orbit-Werkstückpositionierer,
– ein Gasdüsenkontaktsensor des Typs HS 700 K, um die Bauteilposition präzise vermessen und so die Schweißgenauigkeit erhöhen zu können,
– ein mikroprozessorgesteuertes Impulsschweißgerät des Typs GLC 353 Quinto Profi, das direkt von der Robotersteuerung angesteuert wird,
– die zweimotorige Drahtfördereinrichtung Duo-Drive, die für einen gleichmäßigen Drahtablauf und damit für gleichbleibend gute Schweißnähte sorgen soll,
– ein WIG-Schweißgerät des Typs GLW 300 I-H-R/WK mit Kaltdrahtzuführung,
– ein automatisches Brennerwechselsystem zum MIG/MAG- und WIG-Schweißen sowie mechanische Brennerreinigung und Sicherheitstechnik.
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