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„Umsatz bereits verdoppelt“

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„Umsatz bereits verdoppelt“

„Zur Zeit stellen wir ein Produkt nach dem anderen auf unsere neue Steuerung um.“ Bild: Battenfeld Kunststoffmaschinen
Spritzgießmaschinen-Hersteller Battenfeld ist dabei, die gesamte Produktion im Werk Kottingbrunn in Österreich zusammenzuziehen. Inwieweit die Kunden davon betroffen sind, erläutert Gregor Göbel im Gespräch – Vertriebsleiter Westeuropa, Amerika und Ferner Osten.

Wie wirkt sich die Schließung von Meinerzhagen auf das Produktprogramm von Battenfeld Kunststoffmaschinen aus?

Bis auf einige Anpassungen fahren wir das Produktprogramm unverändert weiter. Wir haben versucht, die Teileproduktion so schnell wie möglich nach Kottingbrunn zu verlagern. Das war nicht einfach, weil Meinerzhagen bis ins Frühjahr hinein auf vollen Touren produziert hat, und wir mussten die Fertigung in wenigen Monaten verlagern.
Wie weit sind Sie mit der Verlagerung bisher voran gekommen?
Die TM-Kniehebelmaschine bis 650 t, eines der Hauptprodukte aus Meinerzhagen, läuft bereits komplett in Kottingbrunn, und zwar schon seit einigen Monaten. Auch alle Sonderverfahren und -anlagen werden vollständig hier gefertigt. Jetzt kümmern wir uns in der zweiten Stufe um die Vervollständigung des Produktprogrammes.
Werden die Maschinen auch technisch angepasst?
Ein solcher Schnitt bietet immer die Chance, das Produkt zu überdenken und zu optimieren. Diese Möglichkeit nutzen wir, auch wenn wir unser Produkt noch nicht überarbeiten müssten. Auf der anderen Seite haben wir zur Fakuma eine neue Steuerung vorgestellt, die – auch ohne Verlagerung – eine Anpassung sinnvoll macht. Zur Zeit stellen wir unsere Produktreihe schrittweise auf die neue Steuerung um.
Welchen zeitlichen Rahmen setzen Sie für die Neuauflage der Großmaschinen?
Zurzeit wird die Großmaschinen-Baureihe durch ein Expertenteam evaluiert, um am Standort Kottingbrunn eine Erweiterung in dieses Produktsegment vorzubereiten. Aus Planungssicht wollen wir dieses Projekt im Geschäftsjahr 2008 umgesetzt haben.
Das Produktprogramm bleibt also unverändert?
So kann ich das jetzt nicht sagen. Ob wir beispielsweise die obere Grenze bei 5500 Tonnen Schließkraft oder an einer anderen Stelle ansetzen, wird sich aus der Markterfordernis ergeben. In unserem Kernbereich, in dem es um Stückzahlen geht, haben wir vor, so schnell wie möglich zurück zu sein.
Wie stellen Sie sicher, dass die Lieferzeiten wie bisher eingehalten werden?
Die Lieferzeiten können wir im marktüblichen Rahmen halten. Da wir die Verlagerung der Kernbereiche schnell abgeschlossen haben, entsteht kein Bruch. Seit August fertigen wir wie geplant auf vollen Touren mit doppeltem Umsatz in Kottingbrunn.
Was bleibt in Meinerzhagen?
In Meinerzhagen verbleibt die deutsche Vertriebs- und Servicegesellschaft, so wie es Niederlassungen in anderen Ländern gibt. Daneben haben wir dort den technischen Service für Großmaschinen inklusive Ersatzteilen sowie eine Gruppe von Spezialisten für die Bereiche Anwendungstechnik, Mechanik und Hydraulik für Großmaschinen angesiedelt.
Zur Technik: Wie entwickelt sich das Segment der elektrischen Maschinen?
Wir bieten vollelektrische Spritzgießmaschinen jetzt in der dritten Generation an. Allerdings hat sich der Markt nicht so entwickelt, wie wir das vor dem 11. September und dem davor liegenden Börsencrash angenommen hatten. Haupt-Abnehmerland für vollelektrische Maschinen sind die USA. Dort lag der Marktanteil der elektrischen Maschine 2005 bei knapp 40 %. Insgesamt kann man schon davon sprechen, dass der Markt einen Schwenk hin zu den elektrischen Maschinen vollzogen hat, der sich jetzt verstärkt.
Gilt das auch für Europa?
Auch in Europa stellen wir eine wachsende Nachfrage nach elektrischen Maschinen fest, zuletzt getrieben durch die Handy-Produktion und durch Teile der Medizintechnik und der Optik. Aus technischer Sicht ist jedoch zu sagen, dass die hydraulische Spritzgießmaschine schon so dicht an den Qualitätsansprüchen der elektrischen Maschine dran ist, dass der Trend zur elektrischen verhalten bleiben wird. Dennoch entwickeln wir die elektrische Maschine zielstrebig weiter.
Welchen Stellenwert hat die Mikrotechnik für Battenfeld?
Sie ist für uns ein sehr wichtiges Technologiefeld mit hohem Image-Wert. Hier sind wir Vorreiter und haben ein Alleinstellungsmerkmal, das uns einen mehrjährigen Vorsprung gegenüber dem Mitbewerber sichert. Im extremen Bereich von Teilegewichten um die tausendstel Gramm sind wir sehr gut vertreten. Bisher haben wir etwa 125 Microsys-Spritzgießmaschinen nach Europa, USA und Asien ausgeliefert. Die Mikrospritzgießtechnik wird zukünftig eine wesentlich wichtigere Rolle im Produktportfolio von Battenfeld Spritzgießtechnik einnehmen.
Wie entwickelt sich das Verhältnis von Standardmaschinen zu Maschinen für Sonderverfahren?
Die Mehrkomponenten- und Mehrfarbentechnik entwickelt sich sehr gut. Sie ist ein wachsendes Marktfeld. In der Breite überwiegen aber die Standardmaschinen, wobei zu berücksichtigen ist, dass sie immer spezieller ausgestattet werden und sich zunehmend durch den gewählten Optionsumfang definieren. So gesehen gibt es immer weniger Standardmaschinen.
Verändert sich das Nachfrageverhalten der Verarbeiter?
Ja, der Trend geht zu hochtechnisierten Komplettlösungen. Der Kunde möchte Lösungen aus einer Hand haben. Schon heute machen Systemlösungen inklusive Automatisierung rund 25 Prozent des Umsatzes aus. Darauf sind wir mit unserem Lieferprogramm eingestellt.

Hintergrund
Der am 13. Oktober 2006 von der Adcuram Industriekapital AG übernommene Spritzgießmaschinenbauer Battenfeld Kunststoffmaschinen gehörte vormals zur SMS group, Düsseldorf. Battenfeld hat das Werk Meinerzhagen im Frühjahr geschlossen und die Fertigung von Spritzgießmaschinen auf den Standort in Kottingbrunn konzentriert. Insgesamt rund 5 Mio. Euro wurden dafür im Geschäftsjahr 2006 investiert (siehe Seite 12).
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