Georg Wessels, Geschäftsführer EDS PLM Solutions

„Unsere Vision zielt auf digitale Produktionsmittel“

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Eines der vollständigsten Lösungsangebote für das Product Lifecycle Management (PLM) ist nach Ansicht von Georg Wessels durch die Fusion von UGS und SDRC entstanden. Als neuer Geschäftsbereich von EDS liefert PLM Solutions neben den CAD/CAM-Werkzeugen Lösungen zum Produktdatenmanagement sowie zur Fabrikplanung.

Das Gespräch führte Michael Corban, Redakteur im Konradin Verlag michael.corban@konradin.de

Herr Wessels, welche Gründe führten zur Fusion von UGS und SDRC?
Durch die Collaboration-Lösungen von SDRC und das Engineering-Portfolio von UGS summiert sich das gemeinsame Produktportfolio unter dem Dach von EDS PLM Solutions zum mit Abstand vollständigsten und am besten integrierten Lösungsangebot für die fertigende Industrie. Kombiniert mit dem breiten Lösungsangebot der klassischen EDS-Geschäftsbereiche wie Outsourcing und Beratung sind wir heute in der Lage, das Thema PLM einschließlich aller Anknüpfungspunkte zu betriebswirtschaftlichen Anwendungen komplett aus einem Hause abzudecken. Weltweit gesehen sind wir in den Branchen Automotive, Maschinenbau und Aerospace/Defense nach dem Umsatz eindeutig die Nummer Eins. EDS PLM Solutions hat seine Kundenbasis enorm erweitert. Wir sind sicher, dass sich bei konsequenter Nutzung der Synergien aus der größeren Marktpräsenz und dem gebündelten Know-how diese Position noch weiter ausbauen lässt.
Wie sieht die weitere Produktstrategie aus?
Wir werden nicht nur bestimmte, sondern fast alle bisherigen Produkte weiterentwickeln – aber mit durchaus unterschiedlichen Ansätzen. Bezüglich unserer CAD/CAM/CAE-Systeme Unigraphics und I-Deas macht es keinen Sinn, zwei Pakete mit ähnlichen Funktionen und für gleiche Zielmärkte langfristig weiterzuentwickeln. Wir werden deshalb innerhalb der nächsten zwei Jahre unseren Kunden und Interessenten eine neue High-end-Lösung anbieten. Bei dieser Entwicklung fokussieren wir uns auf zwei Dinge: An oberster Stelle steht der Schutz der Investitionen unserer Kunden in die Systeme. Das heißt, vorhandene Modelldaten müssen sich in der neuen Software nutzen lassen. Darüber hinaus wollen wir eine leistungsfähige und trotzdem einfach anzuwendende CAD-Lösung anbieten. Diese soll die besten Funktionalitäten der beiden Systeme Unigraphics und I-Deas vereinigen.
Was passiert mit den Produktdaten-Management-Lösungen (PDM) I-Man und Metaphase?
Einen vergleichbaren Ansatz wie im Bereich CAD/CAM werden wir im Bereich PDM fahren, allerdings über einen deutlich längeren Zeitraum hinweg. Heute setzt zum Beispiel General Motors weltweit das System I-Man ein, Daimler-Chrysler dagegen Metaphase. Das wird sich so schnell nicht ändern – wir sehen auch keine Notwendigkeit dafür. Für beide Systeme sind die Entwicklungsschritte für die kommenden drei Releases definiert. Für uns stellt sich also heute nicht die Frage der Ablösung von Metaphase oder I-Man. Vielmehr entwickeln wir stetig weiter und erweitern wechselseitig die Funktionalitäten. Mittelfristig wird dadurch unter dem Namen Teamcenter ein neues modulares Angebot für das Product Lifecycle Management – kurz PLM – enstehen.
Wie gewährleisten Sie im CAD/CAM-Bereich die Abwärtskompatibilität? Das heißt, welche Versionsstände von I-Deas oder Unigraphics lassen sich mit den aktuellen oder kommenden Versionen noch lesen?
Es wird möglich sein, mit Unigraphics Version 18 beziehungsweise 19 Modelle und Baugruppen aus I-Deas Version 9 beziehungsweise 10 zu öffnen. Gleiches gilt natürlich umgekehrt. Da dazu sowohl in Unigraphics als auch in I-Deas eine Erweiterung des Kernels erforderlich ist, lässt sich eine Abwärtskompatibilität in einer gemischten Umgebung nur in begrenztem Umfang realisieren.
Worauf liegt Ihr Fokus im Bereich der unternehmensinternen und -externen Zusammenarbeit, kurz Collaboration?
Unter Collaboration verstehen wir das Verbreiten und Kontrollieren kompletter digitaler Produktmodelle. Dies schließt die dazugehörigen Dokumente und Informationen sowie die assoziierten Prozesse und Ressourcen ein. Zeitlich wird damit der gesamte Produkt-Lebenszyklus abgedeckt. Vorteile ergeben sich damit für die Zusammenarbeit in erweiterten Unternehmen der Fertigungsindustrie. Alle betroffenen Abteilungen, Partner und Lieferanten lassen sich darüber in den Entwicklungsprozess einbinden.
Was kann der Anwender an technologischen Neuerungen von EDS PLM Solutions erwarten?
Knowledge Based und Predictive Engineering sind Techniken, mit denen sich die Produktentwicklung weiter automatisieren lässt. Im Bereich Teamcenter – also bezüglich unserer PLM-Technologie – stehen Collaboration, Nutzen und Ausbau der Web-Techniken sowie Digital Manufacturing im Vordergrund. Zukünftig werden wir unser breites, aber generisches Lösungsangebot verstärkt an den Belangen einzelner Industriesegmente ausrichten und mehr branchenspezifische Lösungen anbieten.
Was verstehen Sie unter Digital Manufacturing?
Darunter verstehen wir die Planung und Simulation des gesamten Fertigungsprozesses. Wir haben dazu eine eigene Entwicklungsabteilung gegründet. Sie beschäftigt sich mit dem Thema der Nutzung digitaler Produktdaten in allen Bereichen der Fertigung und Fertigungsplanung. Darunter fallen Aufgaben wie Prozessplanung, Prozess-Simulation und Fabrik-Layout. Unsere Vision vom vollständig digitalen Produkt lässt sich damit in Rich-tung vollständig digitale Produktionsmittel erweitern. Digital Manufacturing sehen wir als eines der Wachstumsfelder. Anders als Wettbewerber auf diesem Gebiet sehen wir unsere Lösungen aber als Teil eines umfassenden integrierten Angebotes. Dieses ermöglicht es, das digitale Produkt und die digitale Produktion in einheitlichem Format auf einer gemeinsamen Verwaltungsplattform zusammenzuführen.
Welchen Support oder welche Migrationsangebote können Kunden von UGS und SDRC erwarten?
Wir sprechen hier nicht von Migration und Migrationskonzepten, sondern von der Evolution der heute existierenden Systeme. Sowohl im CAD- als auch im PDM-Bereich entsteht ein neues gemeinsames Werkzeug beziehungsweise eine gemeinsame Plattform. Konkrete Evolutionsangebote gibt es mit dem E3-Programm, das den I-Deas-Kunden schon heute den Einstieg in die Unigraphics-Technologie ermöglicht.
Wird das CAD-System Solid Edge weiterentwickelt?
Solid Edge wird konsequent weiterentwickelt. Es ist ein erfolgreiches Midrange-CAD-Produkt, das sehr schnell und kostengünstig den Umstieg auf die 3D-Technologie ermöglicht. Da sowohl Unigraphics als auch Solid Edge auf dem Parasolid Kernel aufbauen, ist ein Datenaustausch zwischen den beiden Systemen problemlos möglich.
Fakten
EDS PLM Solutions ist der fünfte Geschäftsbereich des amerikanischen IT-Dienstleisters EDS (Electronic Data Systems). Das Unternehmen gehört mit einem Umsatz von über 1 Mrd. US-$ zu den größten internationalen Anbietern von Software und Services für das Optimieren der Geschäftsprozesse in der Fertigungsindustrie. Der Geschäftsbereich unterhält Niederlassungen in über 30 Ländern in Amerika, Europa, Asien und Australien und betreut über 24000 Kunden. Die deutsche Niederlassung befindet sich in Köln.
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