Coaching: Trainer führen methodisch zum beruflichen Ziel Von einer unsichtbaren Hand zum Erfolg geführt

Coaching: Trainer führen methodisch zum beruflichen Ziel

Von einer unsichtbaren Hand zum Erfolg geführt

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Im Sport ist es selbstverständlich, in den Führungsetagen großer Industriekonzerne vor allem in den USA eigentlich auch: das Coaching. Hierzulande stößt es noch auf verhaltene Skepsis.
Gabriele Müller ist freie Joumalistin in Wuppertal
Eigentlich ein guter Job. Eigentlich ein tolles Gehalt. Eigentlich vieles von dem, was sich Ralf T.* immer gewünscht hatte. „Aber irgendwie war es eben doch nicht das, was ich wollte.“ Der 36jährige Diplom-Ingenieur für Kunststoffbauteile bei einem Chemieunternehmen tätig, hatte überlegt und gezögert, als ihm eine Stelle mit besseren Entwicklungsmöglichkeiten in einem anderen Unternehmen angeboten wurde. „Sicher, der neue Job hätte Vorteile gebracht. Aber ob es die richtige Richtung gewesen wäre, die richtige Branche, die richtige Tätigkeit?“ Ralf T. lehnte ab. Und fiel in ein großes, schwarzes Loch.
„Damals wußte ich überhaupt nicht mehr, was ich beruflich noch wollte und wie es weiter gehen sollte“, erinnert er sich. „War es wirklich richtig, nein gesagt zu haben?“ Eher Zufall war es, daß er beim Surfen im Internet auf ein Angebot stieß, das Hilfe für seine Situation versprach: Online-Coaching. „Hilfe, ich habe keine Zeit“ oder „Ich habe kein Geld“ oder „Ich will nicht alleine sein“. Auf solche Themen stößt, wer die Homepage von Undine Stricker-Berghoff aufruft. Die 41jährige Diplom-Ingenieurin für Maschinenbau aus Düsseldorf ist Geschäftsführerin der Gesellschaft Technische Gebäudeausrüstung des VDI Verein Deutscher Ingenieure und Coach.
Und als solcher ist sie ein professioneller Spiegel, ist Gesprächspartnerin und Trainerin für Menschen, die sich zumeist wegen beruflicher Probleme an sie wenden. „Sei es, daß sich ein Manager auf seinen Ruhestand vorbereitet, sei es, daß jemand seine Karriereplanung überdenken möchte, die Anlässe für ein Coaching sind vielfältig“, faßt sie zusammen. So sind auch die Themen, die sie im Netz anbietet, nur Beispiele, die klar machen sollen, bei welchen Themen ein Coaching sinnvoll sein kann.
„Ich habe zunächst mein Anliegen gemailt und meine Situation geschildert“, erinnert sich T. „Anfangs konnte ich nicht recht glauben, daß meine Probleme mit Coaching zu lösen sein könnten, aber nach einem Gespräch mit einer anderen Klientin habe ich Mut gefaßt und das Coaching per Internet ausprobiert.“ Denn Undine Stricker-Berghoff bietet, anders als viele Kollegen, ihre Dienstleistung seit einem Jahr über das World Wide Web an. „Das ist hierzulande, wo Coaching ja ohnehin noch nicht überall bekannt ist, sicher ungewöhnlich“, sagt sie.
In den USA sei das Coachen, ohne daß sich die Geprächspartner dabei sehen, zum Beispiel per Telefon, schon durchaus üblich und gängig, „schon wegen der zum Teil großen Entfernungen, die ein Treffen erschweren“. In Deutschland hat sich die 41jährige bereits einen Namen gemacht, zählt Klienten meist von großen und mittleren Unternehmen zu ihren Kunden, aber auch Selbständige und Privatpersonen, „die etwas gegen ihren Freizeitstreß tun oder mit mir gemeinsam ihr Leben entrümpeln wollen.“
Den großen Vorteil beim Online-Coaching sieht die Trainerin vor allem darin, daß es mehr zeitliche und räumliche Unabhängigkeit bietet, als ein persönliches Gespräch. „Auch die größere Anonymität wird von vielen Kunden geschätzt, aber dafür geht natürlich die Beobachtung von Körpersprache, Mimik und Tonfall verloren“, weiß sie. Deshalb legt die Trainerin auch besonderen Wert auf intensive Vorarbeiten, in denen Alter, Hobbys, Beruf, Familie und die aktuelle Problematik abgeklärt werden. Erst dann beginnt sie mit dem eigentlichen Coaching, per Telefon, Fax, Chat oder E-Mail, je nach Absprache und Möglichkeit.
„Online bietet einen großen Vorteil“, sagt auch Ralf T. „Ich kann die Chats auf die Abendstunden legen oder die Mails am Wochenende beantworten, wenn ich Zeit und Ruhe habe, mir Gedanken zu machen. Außerdem – Schwafeln klappt dabei nicht, die Schriftform zwingt mich zur Präzision.“ Alle Informationen, die er mit seiner Trainerin austauscht, werden dokumentiert, und Mitteilungen an sie schickt er per Mail oder Fax. Sein Generalthema: Berufliche Planung für die nächsten fünf Jahre.
Für jeden Klienten wird beim Coaching ein eigenes Programm mit ganz unterschiedlichen Hilfsmitteln erarbeitet. Nur, der Weg dahin führt stets über die eigene Zielfindung, den Abgleich mit der Realität, die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten und die Umsetzung. So kann es auch sein, daß je nach Person und Thematik, die Zeitdauer eines Coachings zwischen einigen Stunden und mehreren Monaten liegt. Für Ralf T. hieß das zunächst fünf Chats und „viele, viele Mails“, die hin und her gingen. Sein Fazit: „Mein Ziel ist erreicht, ich weiß jetzt, warum ich etwas tue und wie ich besser reagieren kann, wenn mal etwas nicht so gut läuft.“
Und das Ergebnis? Das hat den Ingenieur selbst am meisten überrascht. „Aus all den zunächst ungeordneten Vorstellungen hat sich langsam herauskristallisiert, daß eine eigene Firma etwas für mich sein kann. Ich habe zwar am Anfang selbst heftig dagegen opponiert, aber jetzt gewinnt diese Idee Gestalt. Und selbst wenn ich es dann doch nicht will, dann entscheide ich mich jetzt aber ganz bewußt dagegen.“
Mit Coaching lassen sich nicht nur beim einzelnen Veränderungen bewirken oder Ziele besser erreichen. Fritz Bernhard und Wolfgang Wieland, Geschäftsführer der Auto.Con GmbH in Schwäbisch Hall haben gleich mit einem großen Teil ihrer Mitarbeiter ein Coaching bei Diplom-Psychologe Gunter König gemacht. Fritz Bernhard erklärt warum: „Wir sind Softwareentwickler für Anlagen- und Maschinenbaufirmen und als Unternehmen in der letzten Zeit stark gewachsen. Da bleibt im Arbeitsalltag wenig Zeit, darüber nachzudenken, wie wir die Firma weiter aufbauen wollen und in welche Richtung es gehen soll. Der objektivere Blick eines unbeteiligten Außenstehenden kann da sehr nützlich sein.“ Was einmal begonnen wurde, soll nun zur regelmäßigen Einrichtung für alle 16 Mitarbeiter werden. Denn nach anfänglicher Skepsis sind jetzt die Kollegen davon überzeugt, wie sinnvoll ein Coaching sein kann. „Durch die Gespräche und die Moderation unseres Trainers haben wir gelernt, anders miteinander umzugehen. Wir können uns viel offener sagen, was uns gefällt oder nicht gefällt. Das stärkt das Wir-Gefühl enorm“, weiß Bernhard jetzt. Und die Themen werden dabei nicht vorgegeben, sondern von allen gemeinsam erarbeitet. Das macht sich, davon ist der Geschäftsführer überzeugt, auch in harten Zahlen bemerkbar. „Nicht nur das Engagement und die Leistungsbereitschaft ist bei allen überdurchschnittlich hoch, auch unser Krankenstand ist absolut niedrig“, freut sich Fritz Bernhard.
Adressen und Infos
Coaching online: Undine Stricker-Berghoff Tel. abends und an Wochenenden: 0211/319705 Fax 0211/319715 http://www.coachingonline.com E-Mail CoachingOL@AOL.com
S.A.L.Z: Gunter König, Tel. 0791/857000 Fax 0791/857002 http://www.S-A-L-Z.deE-Mail:Koenig@S-A-L-Z.de
Bundesverband deutscherUntemehmensberater BDUTel. 0228/9161-0 Fax 0228/9161-26http://www.bdu.de
Interview: „Coaching ist wie ein Ausfegen im Geiste, ein gedankliches Großreinemachen“
Diplom-Psychologe Gunter König ist Inhaber der Firma S.A.L.Z., Strategien für Arbeiten, Leben, Zeitgestalten in Schwäbisch Hall
?Aus welchen Anlässen wird ein Coaching bei Ihnen nachgefragt?
!Fast immer gibt es ein Problem, mit dem sich der Klient herumschlägt. Das kann ein neuer Chef sein, eine neue Aufgabe oder ein anderes Team. Das kann aber auch der Wunsch sein, die eigene innere Balance wieder zu finden.
?Was kann diese Methode des Trainings dabei leisten und was nicht?
!Ich spreche lieber von Personal- und Persönlichkeitsentwicklung. Denn das Wort Training würde ja bedeuten, der Kunde weiß, was zu tun ist. Oft entwickle ich aber erst während des Coachings mit dem Klienten gemeinsam seine Schritte. Die unternimmt er dann – am Anfang meist noch zögerlich – später erfolgreich. Und wenn es sehr gut klappt, dann tanzt er sie sogar. Coaching ist also das zielorientierte und aufgabenkonzentrierte Beraten, Trainieren und Begleiten von Personen und Gruppen im partnerschaftlichen Dialog. Es kann eine Situation widerspiegeln und helfen, die richtigen Weichen zu stellen.
?Können auch Mitarbeiter in Betrieben, das heißt, die Unternehmen aus dem Coaching Gewinn ziehen?
!Ja, wenn es als sinnvolle Maßnahme zur Personalentwicklung und Personalförderung betrachtet und zum Beispiel als Unterstützung und Weiterbildung von Führungskräften einsetzt. Das Coaching ist immer dann erfolgreich, wenn es am jeweiligen Bedarf orientiert, zielbestimmt und flexibel in den Themen und der Durchführung ist.
?Woran erkennt man einen guten Coach?
!Ich halte es für wichtig, daß er oder sie sich in den Bereichen Kommunikation, Führung, Zeitgestaltung durch Selbstorganisation, Teamentwicklung und Lebenssinnklärung auskennt. Ob Coach und Klient zusammen passen und ein Stück Weg zusammen gehen wollen und können, entscheidet sich in einem Vorgespräch.
Dabei wird auch ganz klar das Ziel festgelegt, das erreicht werden soll. Hat sich nach fünf Treffen keine Entwicklung ergeben, dann wird Bilanz gezogen und freundlich auseinandergegegangen.
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