Kennametal Europa-Chef Frosch: Schneller wachsen als der Markt

„Wir machen den Kunden wettbewerbsfähiger“

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Seit zehn Jahren ist Kennametal in Europa auf Akquisitions- und Erfolgstour. Mit der Übernahme der Essener Widia GmbH im Sommer 2002 sind die Ziele des US-Werkzeugkonzerns noch eine Spur ambitionierter geworden. In Nordamerika bereits jetzt unbestrittener Marktführer, will man mittelfristig nun auch weltweit zur Nr. 1 avancieren.

Das Interview führte Chefreporter Wolfgang Filì chefreporter@fili.net

Seit Februar treten Sie und Widia einheitlich auf. Dennoch bleiben es zwei separate Programme. Wo und was wird gestrafft?
In der Tat gab es rund 78 000 verschiedene Produkte – viele davon waren doppelt. Wir führen die Programme zurzeit zusammen auf zwei Drittel des bisherigen Volumens. Dabei wird das Portfolio bei Diensten und Produkten insgesamt breiter und weiter in Richtung neuer Projekte sowie Partner in der Kfz-Industrie entwickelt.
Kennametal restrukturiert sich in einem stagnierenden Markt. Wo wollen Sie wachsen?
Herr Frosch, 1993 hat Kennametal die kollabierte Hertel AG übernommen, 1997 Rübig sowie letztes Jahr den Erzrivalen Widia. Dessen Integration gilt nun als abgeschlossen und der Konzern weltweit als die Nr. 2. Was steht als nächstes auf dem Speisezettel? Richtig ist, dass derzeit Verdrängungswettbewerb herrscht. Da ist die mentale Ausrichtung eines Unternehmens um so wichtiger. Elementar ist, dass die Käufer mit unseren Leistungen zufriedener sind als mit denen der Konkurrenz. Wir sind in Befragungen zur Kundenzufriedenheit seit Jahren weltweit die Nummer eins. Dies ist eine gute Basis für die Expansion und auch dafür, nach dem Umsatz die Nummer eins zu werden.
Zunächst einmal machen wir mit dem weiter, was wir mit der Widia-Eingliederung erreicht haben. Das bedeutet: Die Spitzenleistungen beider Unternehmen sind jetzt kombiniert, wodurch wir den Kunden noch höher wertigere Lösungen und Services als bisher anbieten können. Beides hilft ihnen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Des Weiteren werden wir über die Einbindung von Widia unsere eigene Effizienz im operativen Geschäft wie auch in der Verwaltungstätigkeit erheblich steigern. Soll es neue, so genannte Kernkompetenzen geben?
Sandvik, die Nummer eins im Präzisionswerkzeuggeschäft, reklamiert für sich im Kern das Gleiche. Welche Kennzahlen für Erfolg strebt Ihr Konzern an? Im Grunde bleibt es beim Bewährten. Für die Zerspanung bedeutet dies: Tools zum Drehen, Fräsen, Bohren und Feinbearbeiten, komplette Werkzeugsysteme sowie Beratung und Services. Ziel ist es, den Kunden damit wettbewerbsfähiger, und nicht bloß produktiver zu machen.
Kennametal hat in einem stagnierendem Markt 2002 rund 1,8 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. 2003 wird diese Höhe in etwa bleiben. Ab 2004 erwarten wir eine deutlich positivere Entwicklung. Wir planen, dann etwa zwei- bis dreimal schneller zu wachsen als der Markt. Vorsichtig geschätzt, wären das mehr als 0,5 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr.
Kennametal in Kürze
1938 in Latrobe im US-Staat Pennsylvania vom Metallurgen Philip Mc Kenna gegründet, ist die Kennametal Inc. heute der zweitgrößte Hersteller von Werkzeugen für die Metallbearbeitung sowie den Straßen- und Bergbau. Vertrieben werden diese unter Markennamen wie Kennametal Hertel, Widia, Rübig oder Hanita. Hauptsitz der börsennotierten Gruppe ist nach wie vor Latrobe.
Ihre weltweit 14500 Mitarbeiter hatten 2002 rund 1,8 Mrd. US-$ Umsatz gemacht, davon die Hälfte außerhalb der USA sowie 80 % allein mit Verbrauchsgütern. Die für Europa zuständige Zentrale liegt im bayrischen Fürth. Die 4400 Beschäftigten dieser kontinentalen Gruppe setzten vergangenes Jahr rund 600 Mio. Euro um. Die Geschäfte im asiatisch-pazifischen Raum werden von Singapur aus geleitet.
Mit Werkzeugen, Beratung und Komplettlösungen bis hin zum Tool-Management bedient die Kennametal-Gruppe Branchen wie die Luft-, Raumfahrt- und Automobilindustrie, den allgemeinen und den Werkzeug-Maschinenbau sowie die Landmaschinen- und Haushaltsgerätebranche.www.kennametal.com
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