John Manley, kanadischer Industrieminister, rührt die Werbetrommel für sein Land

„Wir wollen ganz oben auf der Liste stehen, wenn Firmen investieren“

John Manley, Industrieminister der kanadischen Regierung:
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Es war nur ein inoffizieller Besuch in Deutschland für den kanadischen Indutrieminister Anlass für den Besuch in Stuttgart waren die Invstitionszusagen von Daimler-Chrysler in Höhe von 2 Milliarden Mark. John Manley warb um weitere Investoren, nicht nur aus den Reihen der Zulieferer. Was Kanada deutschen Firmen zu bieten hat, sagt der Industrieminister im Exklusiv-Interview.

Das Interview führte unser Redaktionsmitglied Iris Frick

?Herr Minister, warum sollten deutsche Unternehmen in Kanada investieren?
!Unsere geografische Lage bietet Zugang zu einem Markt mit 380 Millionen Menschen. Fast die Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung wohnt höchstens zehn Autostunden von Kanadas wichtigsten Städten entfernt, und über 60 Prozent in einer Entfernung von zwei Flugstunden.
?Welche besonderen Vorteile bieten Standorte in Kanada?
!Die kanadische Regierung investiert in hohem Maße in Innovation, Wissen, Fachkenntnisse und Technologien – allesamt wichtige Triebkräfte der Produktivität. Der Haushaltsplan der Regierung enthält eine Reihe besonderer Steuermaßnahmen, um das Geschäftsklima zu verbessern. Die Reduzierung der Körperschaftssteuer des Bundes von 28 auf 21 Prozent in den nächsten fünf Jahren wird uns wettbewerbsfähiger machen.
?Worin liegen die Vorteile, in Kanada und nicht in den USA zu investieren?
!Es gibt eine Reihe von Unterschieden, bei denen Kanada vorne liegt. Kanada hat eine sehr konkurrenzfähige Kostenstruktur. Insgesamt sind die Telekommunikationskosten und Internetgebühren niedriger als in den USA, die Transportkosten sind um 13 Prozent niedriger und die Elektrizitätskosten um 24 Prozent.
In vielen Fällen sind auch unsere Forschungs- und Entwicklungskosten geringer. So sind zum Beispiel die Kosten nach Steuern für einen kanadischen Dollar für Forschung und Entwicklung für große Fertigungsunternehmen in der Provinz Quebec acht Prozent niedriger als in Kalifornien. Für kleine Unternehmen sind die Einsparungen noch größer – sie können über 80 Prozent an Forschungs- und Entwicklungskosten sparen. Ich glaube, das sind einige sehr überzeugende Beispiele.
?Welche besonderen Investitionsprogramme werden von der kanadischen Regierung angeboten?
!Wir haben eine Reihe von Initiativen, um den ausländischen Investoren zu helfen, sich in Kanada niederzulassen. Wie ich schon sagte: Wir haben große Anstrengungen unternommen, um Investitionsbarrieren zu beseitigen und unsere wirtschaftliche Leistung in den letzten Jahren dramatisch verbessert. Wir haben Programme entwickelt, etwa das Investment Partnerships Canada, in dem Kanada aktiv mit deutschen Unternehmen zusammenarbeitet. Der stellvertretende Minister meines Ministeriums ist ein Meister in Sachen Investitionen und ist besonders verantwortlich für Deutschland als vorrangigen Markt für Kanada.
?Unterstützen Sie einige Branchen mehr als andere?
! Meine Aufgabe ist es, alle Industriezweige zu unterstützen, wettbewerbsfähiger und produktiver in der wissensbasierten Wirtschaft zu werden. Die Kanadier sind führend auf der Welt in einer Reihe von Industriesektoren – diejenigen, die einem als erste einfallen sind: Information und Telekommunikation, life sciences, Chemie, Umwelttechnologie, Luftfahrt, Landwirtschaft und Ernährung und natürlich die Automobilindustrie, wegen der ich unter anderem nach Deutschland gekommen bin.
?Ist Kanada nur an Großunternehmen interessiert oder auch an mittelständischen Unternehmen?
!Kleine und mittlere Unternehmen machen die überwiegende Anzahl aus bei der Schaffung neuer Jobs in Kanada – in der Tat mehr als 80 Prozent. Und damit messen wir ihnen große Bedeutung bei, als Antriebskräfte der kanadischen Wirtschaft.In der neuen globalen Wirtschaft sind effektive Partnerschaften eine Bedingung für Erfolg, und deshalb unterstützen wir aktiv strategische Allianzen.
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