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Corona-Krisenmanagement für die Fertigung

Corona-Krisenmanagement für die Fertigung
Fertigungsunternehmen sicher aus der Corona-Krise führen

Welche Wege können Fertigungsunternehmen sicher aus der Krise führen? Bild: Agrarmotive/stock.adobe.com
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Fertigungsunternehmen, vor allem aus dem Maschinen- und Flugzeugbau sowie Zulieferer, bekommen die Folgen der Corona-Krise besonders zu spüren. Aufgrund der Pandemie ist die Nachfrage ist stark eingebrochen und die Lieferketten sind gestört. So verbüßte der Maschinen- und Anlagenbau im ersten Halbjahr 2020 laut VDMA einen Orderrückgang von real 16 % im Vergleich zum Vorjahr. Der IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS) zeigt Wege auf, die Fertigungsunternehmen aus der Krise führen können.

TCS hat aus zahlreichen Gesprächen fünf Herausforderungen zusammengefasst, die Kunden beschäftigen – und zeigt auf, was Unternehmen jetzt tun können, um nach der Krise zukunftssicher aufgestellt zu sein.

Diesen Herausforderungen müssen sich Fertigungsunternehmen stellen

Liquiditätsmanagement und Kundenbindung

Angesichts erheblicher Umsatzeinbrüche sind Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Liquiditätssicherung der wichtigste kurzfristige Hebel für Unternehmen. Damit einher geht eine deutlich stärkere Kundenorientierung.

 

Ohne funktionierende Lieferkette keine Produktion

Die Covid-19-Pandemie hat die Schwächen der globalen Lieferketten offengelegt, als beispielsweise die asiatischen Länder ihre Grenzen dichtmachten. Binnen Tagen drohten Deutschland kritische Engpässe. Doch für Fertigungsunternehmen ist eine flexible Lieferkette von zentraler Bedeutung. Wenn ein Lieferant ausfällt, müssen die Hersteller die Lücke schnell schließen.

Supply Chains müssen während und nach Corona belastbar sein

Zwar kennen Fertigungsunternehmen ihre direkten Lieferanten sehr gut, aber häufig nicht die indirekten Zulieferer eine Ebene darunter. Zudem bedeutet Digitalisierung in der Branche noch viel zu häufig, Excel-Tabellen zu versenden. Die Unternehmen benötigen aber Transparenz über die gesamte Lieferkette, um etwaige Pannen schnell zu beheben, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Alternativen vorzuschlagen, so TCS. Diese Möglichkeiten bieten Technologien mittels Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz.

Corona beschleunigt Industrie 4.0

Industrie 4.0 erfährt durch die Folgen der Corona-Krise einen enormen Schub. Die Werksschließungen haben gezeigt, wie wichtig Fernzugriff (Remote Management) und Automatisierung bis hin zur selbstorganisierenden Fertigung sind. Unternehmen, die Industrie 4.0-Technologien einsetzen, erhöhen nicht nur ihre Widerstandsfähigkeit, sondern auch die Zukunftssicherheit ihrer Fabriken.

Neue Geschäftsmodelle

In zahlreichen Branchen haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Digitalisierung beschleunigt. Für Fertigungsunternehmen bedeutet das, Dienstleistungen statt wie bisher Produkte zu verkaufen. Maschinen sind daher nicht mehr klassische Investitionsgüter, sondern Subskriptions- oder „As-a-Service“-Modelle. Das heißt, Kunden bezahlen für die Einsatzstunden oder den Verbrauch statt einmalig für das Produkt.

Gesundheit der Mitarbeiter

Produktionsmitarbeiter können schlecht im Homeoffice arbeiten. Daher müssen Fertigungsunternehmen stärker als zuvor für die Sicherheit der Werker sorgen und eine klare Strategie ausarbeiten, um deren Gesundheit zu schützen. Dazu gehören beispielsweise Wearables, die Mitarbeiter benachrichtigen, wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden, oder Lösungen, die prüfen, ob Sicherheitsausrüstung wie Helm, Maske oder Handschuhe angelegt ist.

Voraussetzungen für die Zeit nach der Corona-Krise schaffen

„Momentan versuchen Unternehmen, den Regelbetrieb wieder herzustellen und die Verluste zu minimieren“, sagt Santu Mandal, Head Manufacturing Business Unit bei TCS. „Gleichzeitig müssen sich die Firmen aber bereits jetzt die Voraussetzungen für die Zeit nach der Krise schaffen. Digitale Technologien sind von entscheidender Bedeutung, um bei künftigen Krisen widerstandsfähiger zu sein.“

Dies gilt aber nicht nur für die aktuelle Corona-Pandemie. Auch Naturkatastrophen, politische Unruhen oder andere Faktoren können eine vergleichbare Situation herbeiführen. Dabei ist häufig die Rede davon, widerstandsfähiger gegen unvorhergesehene Krisen und externe Einflüsse zu werden; ganz gleich ob bei Kostenoptimierung, Kundenbindung, Mitarbeitersicherheit, Industrie 4.0 oder neuen Geschäftsmodelle.

Hier ist die Fertigungsindustrie bereits auf einem guten Weg: Schon vor der Krise vertrauten sie häufiger auf disruptive Technologien als andere Branchen, wie eine repräsentative Studie von TCS und Bitkom Research zeigt. So nutzten beispielsweise acht von zehn Maschinen- und Anlagenbauern die Cloud. „Waren einige Unternehmen vor der Krise skeptisch bezüglich der Cloud-Sicherheit, haben die Firmen die Vorteile erkannt und die Lösungen werden zügig eingeführt“, sagt Santu Mandal.

Vor der Krise setzte fast jedes zweite Unternehmen (47 % zu 44 %) Data Analytics ein, 15 % nutzten Künstliche Intelligenz. „Diese Zahlen dürften in den vergangenen Monaten stark gestiegen sein“, sagt Mandal. „Denn eins hat die Krise auch gezeigt: Statt bei Digitalisierungsprojekten über alle Eventualitäten zu diskutieren, wurde jetzt einfach gehandelt. Neue Lösungen wurden in Tagen oder Wochen eingeführt – und diese Technologien bleiben auch nach der Krise erhalten.“

Alle Auswirkungen der Corona-Krise finden Sie auch auf unserer Themenseite.

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