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Vorbereitung auf Neustart von Messen in Corona-Zeiten

Messen in Corona-Zeiten
Vorbereitung auf Neustart von Messen in Corona-Zeiten

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Das Messegeschäft ist von der Corona-Krise stark getroffen. Im Frühjahr fanden keine Messen statt und auch einige Veranstaltungen im Herbst 2020 wurden bereits abgesagt. Dennoch sollen im September wieder Messen unter Einhaltung angepasster Rahmenbedingungen durchgeführt werden. Messegesellschaften planen damit erste Schritte aus der Corona-Krise. Und Unternehmen können mit Messebeteiligungen ihre Wettbewerbsposition verbessern.

Jörn Holtmeier
Geschäftsführer des Auma und Themenpartner des bvik

Seit Anfang März steht die Messewirtschaft in Deutschland still. Rund 100 Messen sind dieses Jahr noch geplant, darunter über 40 mit internationaler und nationaler Bedeutung. Diese Veranstaltungen könnten vielen Branchen wieder Impulse für Einkauf und Beschaffung geben, denn die Nachfrage erholt sich nur langsam. Das gilt für Investitions- ebenso wie für Konsumgüter.

Corona-bedingte Rahmenbedingungen sind umsetzbar

Dass auf Messen nicht gleich die gewohnte Atmosphäre herrschen wird, ist aufgrund corona-bedingter Rahmenbedingungen klar. Auch in Alltagssituationen war dafür eine gewisse Anlaufzeit notwendig. Die Aussteller- und Besucherzahlen werden noch nicht die bisherige Größenordnung erreichen können – vor allem international betrachtet. Allerdings bieten die Größe und Qualität der Messegelände gute Voraussetzungen, um die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln umzusetzen. In Anlehnung an Empfehlungen des Auma, des Verbands der deutschen Messewirtschaft, haben Messegesellschaften individuell für jede Veranstaltung Hygiene- und Sicherheitskonzepte entsprechend den Auflagen der Behörden erarbeitet.

Der Ausfall von Messen seit dem Frühjahr 2020 hat für viele ausstellenden Unternehmen, vor allem für kleine und mittlere, negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf. Dementsprechend gibt es eine Reihe von Branchen, in denen Aussteller auf die Durchführung von Messen noch in diesem Herbst drängen. Angesichts der Konjunkturflaute suchen viele Firmen nach neuen Kunden, nach kurzfristigen Geschäftsabschlüssen und nach Partnern. Messen sind hierfür genau das passende Instrument. Denn die dortige Live-Präsentation von Innovationen wird die Entscheidungsprozesse beschleunigen. Auch für die Gewinnung neuer Kunden werden Messen ideale Plattformen sein. Ebenso für Kooperationsgespräche für alle, die mit gebündelten Kräften aus der aktuellen Wirtschaftskrise kommen wollen. Und für den, der will, werden Masken und Abstand dabei kein Hindernis sein. Bei der Nutzung rein digitaler Formate ist vielen Firmen klargeworden, dass diese schnell an ihre Grenzen kommen, wenn es um Emotionen geht, um Qualitätsprüfung oder Vertrauensaufbau. Mit virtuellen Präsentationen kann man in gewissem Umfang Marktpräsenz demonstrieren und auch mit Kunden kommunizieren, aber reale Messen haben eine ganz andere Überzeugungskraft – vor allem durch die Ansprache aller Sinne.

Messen können auch unter erschwerten Bedingungen funktionieren

Viele Messeveranstalter haben für den Herbst neue Formate mit veränderten Konzepten und mit neu definierten Besucherzielgruppen entwickelt. Dies sind wichtige Initiativen, auch mit dem Ziel, das reale Messe-Erlebnis mit digitalen Formaten intelligent zu ergänzen. Solche Referenzprojekte werden zeigen: Messen können auch unter erschwerten Bedingungen funktionieren. Die Erfahrungen daraus werden allen Beteiligten helfen, die folgenden Messen zu planen.

Die Teilnahme an einer Messe in der neuen Normalität der Corona-Zeit wird sich nicht wesentlich von der aktuellen Situation etwa in einem Shopping-Center unterscheiden, eine Situation, die die meisten Menschen kennen und zunehmend akzeptieren. Dass die Grenzen innerhalb Europas wieder offen sind, es Fortschritte bei den Grenzöffnungen gegenüber Nicht-EU-Ländern gibt und auch der internationale Flugverkehr allmählich wieder in Schwung kommt, lässt Messegesellschaften hoffen. Denn das sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Messen im Herbst. Bis zum Normalbetrieb im Messegeschäft wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Dennoch sollte die Wirtschaft nicht warten, bis wieder ideale Bedingungen herrschen. Viele Branchen erleben gegenwärtig, dass sich frühzeitige erste Schritte lohnen, wenn das Geschäft anschließend mit höherer Geschwindigkeit in Gang kommen soll. Das gilt für den Einzelhandel ebenso wie für den Tourismus und das wird auch für den Erfolg auf Messen gelten.

Messen werden digitale Elemente integrieren

Digitale Elemente werden nach der Corona-Krise nicht aus der Messewirtschaft verschwinden. Bereits im Herbst 2019 haben 17 % der deutschen Aussteller in einer Auma-Befragung angegeben, dass sie auf ihrem Messestand Virtual Reality ergänzend zu ihren realen Präsentationen einsetzen. Von den Firmen mit über 125 Mio. Euro Umsatz waren es sogar rund ein Drittel. Dabei geht es vorrangig darum, Spezialanwendungen von Produkten oder Sondermodellen auf der Messe in Funktion zu zeigen. Die Messeveranstalter werden in vielen Fällen ihre realen Veranstaltungen um digitale Events ergänzen, um etwa Personen zu erreichen, die kurzfristig nicht teilnehmen konnten oder um neue Zielgruppen anzusprechen, die mittelfristig als reale Teilnehmer gewonnen werden können. Der realen Messemarke kann dies nur nützen.

Kontakt:

Auma Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V.
Littenstraße 9
10179 Berlin
Tel.: +49 3024000–0
www.auma.de

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