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Covid-19: Digitalisierung als Impfstoff für Unternehmen

Covid-19: Digitalisierung als Impfstoff für Unternehmen
Auch in Corona-Zeiten müssen Innovationen vorangetrieben werden

Mithilfe ener Digitalisierungsstrategie können Unternehmen in Krisenzeiten wettbewerbsfähig bleiben: Bild: Sergey Nivens/stock.adobe.com
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Die Welt leidet unter der Corona-Krise. Menschen müssen sich distanzieren, auf soziale Kontakte verzichten und im besten Fall zuhause bleiben. Doch auch auf die deutsche Wirtschaft sind die Auswirkungen aufgrund der Ausbreitungen des Erregers gravierend: die Konjunktur geht stark zurück, Unternehmen müssen aufgrund fehlender Aufträge in Kurzarbeit gehen, der DAX fällt ins Bodenlose…

Dr. Carlo Velten
Digitalisierungsexperte und Mitgründer von Cloudflight

Die ersten Kettenreaktionen waren in Europa schon zu spüren, als das Virus noch gar nicht hier angekommen war. So verlangsamten Lieferengpässe in China zunächst die Produktion. Später führten sie sogar zur Komplettunterbrechung von Produktionsketten in industriellen Betrieben. So musste beispielsweise Fiat Chrysler Automobiles in Serbien seine Produktion bereits aussetzen, weil dringend benötigte Bauteile aus China nicht geliefert werden konnten. Auch die europäische Pharmaindustrie ist betroffen und rechnet mit Engpässen bei diversen Medikamenten. Denn zahlreiche Pharmahersteller beziehen wichtige Wirkstoffe aus China. Doch statt angesichts der beängstigenden Situation in Panik zu verfallen, ist die Einrichtung eines Notfallplans die Strategie der Stunde. Hierbei spielt vor allem die IT eine wichtige Rolle.

Budgetkürzungen in der IT verschärfen Krise noch mehr

Aufgrund der schwachen Auftragslage und Krankheitsausfällen in der Belegschaft beginnen viele CEOs, drastische Sparmaßnahmen einzuleiten. Auch wenn Budgetkürzungen unumgänglich sein werden, darf der Digitalisierungsmotor nicht ins Stottern geraten. Denn nur durch Innovation und Digitalisierung können Unternehmen handlungsfähig bleiben. CIOs und Digitalchefs bekommen dabei eine tragende Rolle. Die Unternehmensbereiche, die bereits weitestgehend oder komplett digitalisiert sind, tragen zum Erhalt der Business Continuity bei. Unternehmen mit fortgeschrittener Digitalisierung haben in Krisenzeiten somit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. CIOs und Digitalchefs müssen sich darauf einstellen, dass Krisen wie Corona immer wieder auftreten können. Daher müssen Risiken in Digitalstrategien miteinbezogen werden.

Digitaler Notfallplan federt Auswirkungen ab

In einer Ausnahmesituation wie dieser führen bisher getätigte Investitionen in digitale Projekte zu einem schnellen Return on Investment. Folgende Bereiche sollte der digitale Notfallplan mindestens umfassen:

1. Voraussetzungen für Home Office schaffen

Remote Work und Digital Workplace sind keine inhaltsleeren Buzzwords der New-Work-Bewegung, sondern ein wichtiger Baustein digitaler Resilienz. Damit Mitarbeiter von zuhause arbeiten können, müssen möglichst schnell technologische Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehört beispielsweise die Einrichtung eines VPN sowie cloudgestützte SaaS und die Nutzung von Collaboration Tools wie WebEx, Slack oder Teams. Auch die Einbindung der Telefonie in IP- und IT-basierte Kommunikationslösungen sind essenziell.

2. Collaboration und Agilität in der Unternehmenskultur verankern

In der derzeit angespannten Lage bieten crossfunktionale und dezentrale Teams eine höhere Problemlösungskompetenz als homogene sowie lokale. Virtuelle Teams sind es bereits gewohnt, remote miteinander zu kommunizieren. Die Umstellung ist für sie daher nicht allzu groß. Empfehlenswert ist auch die Erstellung von Dashboards, anhand derer Vorstand und Geschäftsführung den Stand der Dinge in Echtzeit einsehen können. Dazu können Fortschritte bei bestimmten Projekten zählen, aber auch Schwankungen im Auftragseingang oder der Cashflow etc.

3. Cloud Computing etablieren und Daten dezentral verwalten

Unternehmen, die auf ihrem Weg in die Cloud bereits fortgeschritten sind, haben in der Krise einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Wenn Umsätze rückläufig sind und weniger IT-Kapazitäten benötigt werden, sinken bei einem On-Demand-Modell die Kosten. On-Premise-Netzwerke (Software, die im eigenenNetzwerk, im eigenen Haus installiert und betrieben wird) bieten diese Skalierungsmöglichkeit nicht. Ein weiterer Vorteil der Cloud ist die Datenspeicherung in dezentralen Rechenzentren. Selbst wenn sich Probleme an einem Standort ergeben, sind die Auswirkungen gering. Darüber hinaus bietet Cloud Computing Flexibilität bei der Nutzung einzelner Services und APIs, sodass nicht nur Innovationen auch in Zeiten von Budgetkürzungen vorangetrieben werden können, sondern auch das Tagesgeschäft einfacher am Laufen gehalten werden kann.

4. Data Analytics ermöglicht Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Prognosen

Wenn ein Unternehmen in Richtung Data Driven Company entwickelt wurde, zahlt sich das aus. KI und Analytics verbessern Simulations- und Prognosefähigkeiten, sodass Entscheidungen faktenbasiert erfolgen können. Stresstests liefern Einblicke, wie sich unvorhergesehene Situationen beispielsweise auf Lagerbestände, Liefertermine und Personalverfügbarkeit auswirken können.

5. Auf digitale Produkte und IoT setzen

Unternehmen, deren Produkte digital zur Verfügung stehen, werden von Krisen weniger hart getroffen. Der Onlinehandel beispielsweise hat seit dem Ausbruch von Corona ein deutliches Wachstum zu verzeichnen, vor allem in urbanen Lagen. Zudem unterstützen digitale Self Services wie Chatbots oder Livechats Kunden, die bisher nicht online eingekauft haben. Im industriellen Bereich sind jetzt Dienstleister, die Fernwartungsdienste, zum Beispiel auf der Basis von Augmented Reality, anbieten oder Hersteller vernetzbarer Maschinen gefragt. Innovative Technologien bieten die Möglichkeit, den Betrieb auch bei Krankheitsfällen innerhalb der Belegschaft aufrecht zu erhalten, weil sich durch sie bestimmte Abläufe und Prozesse automatisieren lassen.

Aus der Corona-Krise lernen

An der Covid-19-Epidemie sieht man, wie die Digitalisierung Krisen abfedern kann. Daraus ergibt sich, dass Unternehmen gut damit beraten sind, in neue Technologien zu investieren. Dann können zum Beispiel irgendwann Medikamente per Drohne ausgeliefert, Patienten mit autonomen Fahrzeugen transportiert werden und Impfstoffe mit Quantenrechnern innerhalb weniger Stunden entwickelt werden. Unsere hyper-vernetzte Welt birgt neue Risiken, denen man nur mit hyper-intelligenten Lösungen begegnen kann. Und die sind digital.

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