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Wie die Transformation gelingt

Vorwärtsstrategie alleine hilft weiter
Automobilexperte Rainer Kurek zur Transformation im Automobilbau

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Kureks Biographie ist Automobilbau: Von der familiären Sportwagen-Manufaktur über die Leitung großer Engineering-Dienstleister bis hin zur Automotive Management Consulting GmbH. Bild: AMC
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Die größte Chance im anstehenden Wandel des Automobilbaus sieht Branchen-Insider Rainer Kurek in einem radikalen Ansatz, den „Leichtbau neu zu denken“. In einer neuen Serie im Industrieanzeiger erklärt er, was dies für das Management bedeutet. ❧ Olaf Stauß

Olaf Stauß

„Ohne Transformation lassen wir die internationale Automobilindustrie an uns vorbei fahren.“ Davon ist Rainer Kurek überzeugt. Doch den Wandel sieht er nicht zuerst als Krise, sondern als Herausforderung und Aufgabe. Als lösbare Aufgabe – aber nicht für einen Player alleine. „Wir müssen unser Erfahrungswissen aus 150 Jahren Industriegesellschaft – unseren Vorsprung – nutzen, um weiter zu kommen.“ Konkret brauche es eine „Vorwärtsstrategie, um Lösungen anzubieten“. Genau darüber wird Kurek im Industrieanzeiger schreiben und so den Prozess begleiten.

Worum es geht, deutet sein Kommentar auf dieser Seite an. Er bezieht sich auf den Rückkauf von Audi-Anteilen durch Steffen Boll, nun Alleingesellschafter des 550 Mitarbeiter starken automobilen Entwicklungsdienstleisters csi. Kurek erkennt in diesem Schritt ein bedeutsames Signal. Er hat mit Boll gesprochen – das Interview findet sich auf den folgenden Seiten.

Kaum einer kennt die Branche so wie Rainer Kurek. Er ist im Automobilbau aufgewachsen, aus der Sport- und Rennwagen-Manufaktur seines Vaters stammen der GT6 (Foto) und GT7 mit Straßenzulassung. „Wir sind der kleinste OEM, wenn Sie so wollen.“ Die mit dem Vater geteilte Begeisterung führte Kurek über Ingenieurwesen und Management an die Spitze der Engineering-Gruppe MVI, die er zu Erfolgen führte. Seit 18 Jahren leitet er die von ihm gegründete Automotive Management Consulting GmbH, die OEM und Zulieferer berät. Die AMC bereitet neuartige Leichtbau-Prozesstechnologien für die Märkte vor und unterstützt ihre Industrialisierung.

Die Quintessenz aus dieser Arbeit lautet für Kurek: Es braucht radikale Innovationen. Sie setzen ein „Neues Denken im Leichtbau“ voraus. Welche Konsequenzen dies aus Management-Sicht erfordert und hat, beschreibt er im Industrieanzeiger hinsichtlich

  • Strategie (Ausgabe 15)
  • Struktur (Ausgabe 16) und
  • Prozesse (Ausgabe 19).

Rainer Kurek hält auch Management-Seminare, neuere Planungen gibt es mit der Hochschule München. Und er ist sechsfacher Buchautor. „Direttissima zum Erfolg“ etwa mag Einblicke geben. Mit Extrembergsteiger Hans Kammerlander untersucht er, wie Spitzenleistungen auf Dauer erbracht werden können, damit eine Achttausender-Expedition gelingt. Diese Erkenntnisse werden von Wert sein für die Transformation im Automobilbau.


Rainer Kurek Automotive Management Consulting, Penzberg. Bild: Stefan Bausewein

Vorbild für die Automobilindustrie: csi-Chef Steffen Boll kauft Audi-Anteile zurück

Die deutsche Automobilindustrie, so scheint es und so wird es fortwährend vermittelt, befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation. Einige bezeichnen diese als „Krise“. Dabei werden der Branche insbesondere von Medien und Analysten strategische Fehler sowie fehlende prozessuale, technologische und strukturelle Weitsicht vorgeworfen. Das Ergebnis sind hochemotional geführte Diskussionen, die nicht weiterhelfen – niemandem.

Und inmitten dieses industriellen Wandels immer neuer, komplexerer Anforderungen und emotionaler Debatten entscheidet sich Steffen Boll, Gründer und Geschäftsführer von csi Entwicklungstechnik, 49 % der bisherigen Audi-Anteile an seiner Unternehmensgruppe bewusst zurückzukaufen. Dieses Husarenstück halte ich für außerordentlich zivilcouragiert, verantwortungsbewusst und strategisch richtungsgebend.

Fakt ist, dass die Automobilhersteller immer mehr Entwicklungsaufgaben an System- und Komponentenlieferanten übergeben, die ihre Entwicklungskosten über die gelieferten Bauteile amortisieren. Warum Entwicklungsdienstleister (EDL) beauftragen, wenn die Automobilhersteller die Leistung woanders quasi kostenneutral erhalten können – Stichwort: Pay-on-Production?

Fakt ist auch, dass viele Hersteller Entwicklungen wieder verstärkt insourcen, um ihre Kernkompetenzen auszubauen und damit das technische und wirtschaftliche Risiko ihrer neuen Fahrzeugprojekte zu reduzieren. Und so konnte die logische Folge nur sein, dass sich die EDL heute in einem Ausscheidungsturnier wiederfinden, in dem der Mitbewerb stetig zunimmt.

Dennoch agieren einige EDL erfolgreich am Markt. Sie haben diese Transformation frühzeitig erkannt und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle aufgebaut. Ihr strategisches und strukturelles Fundament basiert auf der Überzeugung, dass künftig nur mehr jene EDL erfolgreich sein können, die über einen klaren, wettbewerbsfähigen Vorsprung in Fach- und Prozesskompetenz verfügen. Dies betrifft den Produktentstehungsprozess genauso wie die Industrialisierung und Digitale Prozessketten. Diesen EDL kommt ihr Erfahrungswissen und ihre Innovationsfähigkeit zugute, die sie in vielen Projekten aufbauen konnten.

Jene Unternehmen, die die Transformation von der verlängerten Werkbank zum hoch qualifizierten und vernetzt agierenden Problemlöser bereits erfolgreich umgesetzt haben, gehören schon heute zu den Gewinnern von morgen. Und so ist die Übernahme der Audi-Geschäftsanteile durch Steffen Boll nicht „nur“ mutig und verantwortungsvoll, sondern auch weitsichtig und strategisch nachvollziehbar.

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