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Corona macht die Instandhaltung digital und kreativ

Covid-19 treibt Digitalisierung der Instandhaltung voran
Corona macht die Instandhaltung digital und kreativ

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Auf dem In.Stand-Roundtable diskutierten Experten Trendthemen wie Condition Monitoring, Predictive Maintenance sowie digitale und mobile Instandhaltung. Bild: Industrieanzeiger
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Servicemitarbeiter suchen in dieser herausfordernden Zeit neue Ideen und Lösungen. Experten zeigten auf dem Roundtable zur In.Stand Digital welche dies sind.

Kyra Kutter

Als zu Beginn der Corona-Pandemie die Produktion heruntergefahren werden musste, wurden Fachkräfte ins Homeoffice geschickt und Schichten haben sich verzerrt. Dies betraf auch Mitarbeiter der Instandhaltung. Eigentlich gehört es für Serviceanbieter zum Tagesgeschäft, Wartungen bei Kunden vor Ort vorzunehmen. Von heute auf morgen war das aufgrund der strengen Quarantäne-Vorschriften in vielen Ländern nicht mehr möglich und Wartungstechniker konnten nicht ohne Weiteres zum Kunden reisen, um dafür zu sorgen, dass die Maschinen am Laufen gehalten werden. „Die Gefahr, dass eine Produktion infolge einer Infektion komplett stillgelegt werden muss, war hoch. Das Gebot der Stunde lag daher unter anderem in der Entwicklung geeigneter und praktikabel umsetzbarer Hygienekonzepte sowie einer räumlichen Trennung der Mitarbeiter“, sagt Robert Wagner, Leiter Customer Services Industriekunden bei Siemens. Auch galt es, Personalengpässe aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen zu vermeiden. Dies hat in der Branche Veränderungsprozesse in Gang gesetzt und Themen wie Condition Monitoring, Predictive Maintenance sowie digitale und mobile Instandhaltung in den Fokus der Unternehmen gerückt.

Covid-19-Pandemie bringt Digitalisierungsschub der Instandhaltung mit sich

„Wenn Mitarbeiter aus der Instandhaltung nicht mehr in die Fabriken dürfen, müssen andere Lösungen gefunden werden, um Maschinen zu warten. Das ist zum einen mit Herausforderungen verbunden. Es bedeutet aber auch, dass Mitarbeiter kreativ werden und neue Wege finden“, sagt Martin Frey, Vertriebsleiter Deutschland bei Pilz. Instandhalter haben die Zeit genutzt, um beispielsweise Wartungspläne neu zu schreiben oder zu digitalisieren. Aufgaben, die vor der Pandemie häufig aufgeschoben wurden. „Dies zeigt, dass die Covid-19-Pandemie und gerade die Homeoffice-Regelung Zeit für neue Ideen gebracht hat“, so Dirk Zitzmann, Produktmanager Digital Business bei Festo.

Festo hat seinen Hauptsitz in Esslingen am Neckar, das im Oktober zur roten Zone erklärt und mit verschärften Corona-Maßnahmen konfrontiert war. Statt Termine mit Instandhaltungsdienstleistern vor Ort zu vereinbaren, wurden die Wartungen virtuell durchgeführt. „Es hat sich im Rahmen der Pandemie deutlich gezeigt, dass Fernwartungslösungen genauso funktionieren wie Vor-Ort-Wartungen. Die Präsenz der Instandhalter ist in nur 10 Prozent der Fälle nötig“, so Zitzmann. „Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr notwendig, dass Experten auf Reisen gehen. Deren Wissen muss auf Reisen gehen“, stimmt Robert Wagner zu.

Auch Andreas Wagner, General Manager Digital Supply Chain bei SAP, sieht die Corona-Pandemie als Chance für die Digitalisierung. Instandhaltungsmaßnahmen können dank der digitalen Transformation über digitale Zwillinge an mobilen Geräten erfolgen. „Die Digitalisierung und virtuelle Tools bieten zahlreiche Möglichkeiten für die Instandhaltung. Indem sie beispielsweise Wartungsabläufe voraussagen, können Unternehmen Kosten sparen“, sagt Andreas Wagner.

Wissen aus der Vergangenheit und Technologien der Zukunft gehen Hand in Hand

Die Instandhaltung kann die Krise nutzen – für Weiterbildung, um Wartungsrückstände aufzuholen oder interne Workflows zu digitalisieren. „Im Rahmen der Coronakrise konnten sich Mitarbeiter über Dinge Gedanken machen, die sonst im Tagesgeschäft untergehen“, berichtet Dirk Zitzmann. Hierzu gehört, Prozesse zu digitalisieren und beispielsweise Wissen und Wartungsprotokolle die vorher auf Papier standen, in digitale Tools zu übertragen und damit der papierlosen Fabrik näherzukommen. „Der Vorteil dieser digitalen Tools liegt darin, dass jeder – egal ob Anwender oder Instandhalter – auf die Daten zugreifen kann“, sagt Andreas Wagner.

Es spielt daher eine große Rolle, das Know-how in Datenbanken festzuhalten, auf die zukünftige Mitarbeiter jederzeit zugreifen können. Denn die Zukunft hat Einzug in die Instandhaltung genommen, doch es gibt auch „das Wissen aus der Vergangenheit, das beherrscht werden muss“, betont Martin Frey. Die Digitalisierung der Instandhaltung erfordert daher ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen modernen Technologien und Fachwissen aus der Vergangenheit.

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