SkillsGermany: Deutsche Meisterschaften für Auszubildende

Die Faszination für Technik wird geweckt

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Im Rahmen der Nachwuchsinitiative TectoYou finden im Pavillon 35 die SkillsGermany Berufswettbewerbe in den vier Wettbewerbsdisziplinen Elektrotechnik, IT-Netzwerktechnik, mobile Robotik und Mechatronik statt. Sie fördern die hochqualitative Ausbildung in Deutschland.

„Zeig, was Du kannst!“, heißt es vom 20. bis 23. April 2009 wieder in Hannover. 25 deutsche Unternehmen schicken dann nämlich zum drittem Mal ihre Auszubildenden ins Rennen um ein Ticket für die WorldSkills-Weltmeisterschaft der Azubis 2009, die dieses Jahr im kanadischen Calgary stattfindet. Heuer stehen die Berufe Elektrotechnik, Mechatronik und mobile Robotik im Mittelpunkt im Pavillon 35.

Auch dieses Jahr werden wieder spannende Wettkämpfe erwartet. Die Aufgaben für die Teilnehmer sind anspruchsvoll. So müssen die jungen Fachkräfte der Elektrotechnik innerhalb von 20 Stunden selbstständig eine komplette Steuerungsanlage für Bio-Öl-Abfüllanlagen installieren und in Betrieb nehmen. Dafür steht ihnen ein umfangreiches Portfolio an technischem Equipment zur Verfügung, aus dem sie Bauteile, Komponenten, Leitungen auswählen. Dabei müssen sie natürlich auch die Sicherheitsrichtlinien konsequent einhalten. Im Anschluss haben die Kandidaten fünf Stunden Zeit, um an ihrer Anlage die Inbetriebnahme und die Programmierung des Systems durchzuführen. Partnerunternehmen für diesen Wettbewerb ist die Rittal RGS GmbH, Eschenburg.
Die Mechatroniker haben die Aufgabe, eine realitätsnahe Produktionslinie zu erstellen. Und von den „Mobilen Robotikern“ ist die Umsetzung von hochqualifiziertem IT-, Mechatronik und Elektrotechnik-Wissen gefordert, um die komplexe Realisierung eines autonomen, sensorgesteuerten Bewegungsverhaltens zu bewältigen. Partner beider Wettbewerbe ist die Festo Didactic GmbH & Co. KG, Denkendorf.
SkillsGermany ist die Deutsche Förderinitiative für nationale und internationale Berufswettbewerbe und im Weltverband World- Skills organisiert. Die Bundesregierung unterstützt die Arbeit durch die Schirmherrschaft von Bundesministerin Annette Schavan und die enge Zusammenarbeit mit dem BMBF. Die Mitgliedschaft bei SkillsGermany bietet den derzeit rund 40 Partnern neben dem gemeinsamen Engagement für hochqualitative Ausbildung einen gewichtigen Zusatznutzen für Unternehmen. Als internationale Wettbewerbsgestalter, Jurymitglieder und Ausrüster ergeben sich wertvolle Impulse und Handelskontakte. So transportiert deutsche Ausbildung gleichzeitig Standards, neueste deutsche Technologie und Know-how und wird zum Botschafter für Innovation. „Qualifizierte Ausbildung und die Zukunft Deutschlands sind voneinander nicht zu trennen“, sagt Dr. Theodor Niehaus, Vorstandsvorsitzender von SkillsGermany.
Für die kommenden Berufsweltmeisterschaften WorldSkills 2009 in Calgary werden mehr als 200 000 Besucher erwartet, die den 1000 jugendlichen Wettbewerbsteilnehmern aus 50 Ländern bei schwierigen und komplexen Aufgaben über die Schulter schauen können. Die Vielfalt der Berufe aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung, die neueste Technologie und ihre Anwendungsmöglichkeiten und vor allem die Begeisterung schaffen eine olympische Atmosphäre.
Zusätzlich zu den Wettbewerben in den Berufen Elektrotechnik, Mechatronik und Mobile Robotik wird in Hannover erstmals das zukunftsträchtige Berufsbild des Solartechnikers in einem Show-Wettkampf demonstriert. Die boomende deutsche Branche möchte dieses Berufsbild international etablieren.
„Wir können mit SkillsGermany sehr schnell Entwicklungen im Markt aufnehmen, bevor diese in unserem beruflichen Bildungssystem etabliert sind“, erklärt Niehaus. „So ist vielen nicht bewusst, dass sich Deutschland im vergangenen Jahr einen Spitzenplatz als globaler Standort für den Bau von Solarpanel-Produktionsanlagen erobert hat. Hier entstehen neue Bedarfe für berufliche Qualifizierung, die wir aufgegriffen haben.“ Auch in Zukunft wolle der Dachverband neue Berufsbilder in den Fokus rücken.
Neben den Wettbewerben präsentiert SkillsGermany auf der Messe ein informatives Rahmenprogramm rund um hochqualifizierte Berufsausbildung, Berufswettbewerbe, Filme von den Weltmeisterschaften WorldSkills, Talks mit Studiogästen sowie die jeweils aktuellen Rankings von den Wettbewerben.
Für Schulklassen bietet sich in Kooperation mit der Nachwuchsinitiative TectoYou die Möglichkeit, bei SkillsGermany hautnah am Wettbewerb dran zu sein und sich von der Begeisterung der Alterskollegen anstecken zu lassen. Schüler können ihre Zukunftsvisionen in einem Fotoshooting auf der Titelseite des SkillsGermany HMI-Journals veröffentlichen und sich in einem Mitmach-Wettbewerb in Sachen Solartechnik über die Chancen in dieser zukunftsträchtige Technologie informieren.
Sabine Koll Journalistin in Böblingen

Mobile Roboter bahnen sich den Weg
Die mobile Robotik ist das Thema eines der Berufswettbewerbe von SkillsGermany in Hannover. „Bei der mobilen Robotik handelt es sich um eine Zukunftstechnologie für die Fertigungsindustrie, um die Flexibilität deutlich zu steigern: Material und Bearbeitungssystem finden selbstständig und zur rechten Zeit ihren Einsatzort in der Fertigungslinie“, erklärt Dr. Ulrich Karrass von Festo Didactic. Die Umsetzung erfordert von der Technologie die Verinnerlichung der mechatronischen Denkweise und zusätzliche Komponenten zur Realisierung eines sicheren autonomen Bewegungsverhaltens. Der Wettbewerb fördert neben der Mechatronik insbesondere die Kreativität, ein solches autonomes Verhalten für mobile Roboter erlernbar zu gestalten. „Die Berufsausbildung verbindet in diesem Sinne eine Ausbildung in Mechatronik, Elektrotechnik und in der technischen Informatik miteinander“, so Karrass.
Für die drei Tage dauernde Deutsche Meisterschaft, bei der das Ticket für die Teilnahme an den World Skills in Calgary gelöst wird, muss jedes der sieben angemeldeten Teams vier Aufgaben selbständig bearbeiten. Dabei ist ein umfangreiches Know-how an Mechatronikkentnissen sowie an Kreativität bei der Programmierung von sensorgesteuertem Bewegungsverhalten gefordert. So muss der mobile Roboter Robotino beispielsweise einen kollisionsfreien Weg durch einen Parcours und versteckte Markierungen finden. Dazu werden ihm die Teilnehmer eine strategische Wegplanung einprogrammieren, die autonom über seine Abstandssensoren entsprechend an den Umgebungsbedingungen angepasst werden kann. Über zusätzliche induktive oder optische Sensoren sind dann die versteckten Markierungen zu finden.
Das mobile Robotersystem Robotino von Festo wird über Wireless LAN durch eine PC-Anwendung gesteuert. Die entsprechende Programmiersoftware stammt ebenfalls von Festo.

„Wir brauchen Spitzenkräfte auf allen Ebenen“

Nachgefragt

Herr Dr. Niehaus, vor zwei Jahren ging SkillsGermany zur Hannover Messe erstmals als Dachorganisation für Berufswettbewerbe an den Start. Was hat sich seitdem getan? Welchen Response haben Sie erfahren?
Mit SkillsGermany haben wir eine große Dynamik erlebt. Die von uns geförderten beruflichen Leistungswettbewerbe sind stärker denn je im Fokus der Öffentlichkeit und schaffen damit eine Plattform zum Dialog über die faszinierenden Chancen technischer Berufe. Noch wichtiger: Sie ermöglichen die Förderung und Anerkennung von Spitzenleistung. Viele Unternehmen und Organisationen haben dies erkannt, damit ist unsere Mitgliederzahl deutlich gestiegen. Wir haben attraktive neue Wettbewerbe initiiert, wie etwa für das Berufsbild des CNC-Drehers/Fräsers und wollen jetzt natürlich mit einem starken deutschen Team zur Weltmeisterschaft nach Calgary im September 2009 fahren.
Was haben Unternehmen davon, wenn sie Ihre Auszubildenden zu Ihren Berufswettbewerben schicken?
Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird maßgeblich davon bestimmt, wie weit es ihnen gelingt, Spitzenkräfte zu gewinnen, zu halten und zu fördern. Dies muss auf allen Qualifikationsebenen passieren, vom Facharbeiter bis hin zum Ingenieur. Die Teilnahme an den SkillsGermany Berufswettbewerben ist Leistungsansporn für die jungen Auszubildenden und ist eine Chance für die teilnehmenden Unternehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Zusätzlich eröffnen sich auch für die persönliche Entwicklung der Auszubildenden neue Chancen – wie etwa als Landessieger Deutschland auf dem internationalen Wettbewerb in Ländern wie Japan oder Kanada zu vertreten.
Ist das Thema in der Gesellschaft angekommen? Oder was muss sich noch ändern?
Ich bin sehr froh, dass in Deutschland bedeutende Initiativen und Organisationen das Thema Förderung von Spitzenleistung im Bildungssektor Technik aufgegriffen haben. In der Gesellschaft gewinnt SkillsGermany immer mehr an Aufmerksamkeit, aber hier ist noch viel Raum für Wachstum.
Haben sich Ihre Ziele angesichts der Wirtschaftskrise verändert?
SkillsGermany ist privatwirtschaftlich organisiert und wird von der Wirtschaft und Wirtschaftsverbänden getragen und gesteuert. Die Vorteile: Wir können so unsere Projekte direkt am Markt und am Bedarf von Industrie und Handwerk ausrichten. Da wir jedoch auch Aufgaben im Interesse der Bundesrepublik auf internationaler Ebene wahrnehmen, begrüßen wir es sehr, dass auch die Bundesregierung hierzu einen Beitrag leisten will. Wir können uns bei SkillsGermany damit dem Markt anpassen, haben aber auch die notwendige Unabhängigkeit von saisonalen Schwankungen.
Was erhoffen Sie sich konkret durch die drei Berufswettbewerbe Elektrotechnik, Mechatronik und Mobile Robotik?
Wir haben bewusst die Hannover Messe als Plattform für die nationalen Wettbewerbe in den drei faszinierenden Technologiefeldern Mechatronik, Elektrotechnik und Robotik ausgewählt, weil diese perfekt zum Profil der Veranstaltung passen und weil es hier auch für die Besucher viele spannende Wettkämpfe zu sehen gibt. sk
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